Filmkritik: Upside Down

Upside DownFantasy/Drama, Kanada 2012

Regie: Juan Solanas; Darsteller: Jim Sturgess, Kirsten Dunst

Bei Fantasy- und Science-Fiction-Filmen, so rief mir neulich eine Buchrezension zu William Gibsons „Pattern Recognition“ ins Gedächtnis, ist das Szenario immer auch ein wichtiger Teil der Story. Was im Falle von „Upside Down“ keine gute Nachricht ist. Dessen Szenario um zwei sehr eng benachbarte Planeten, deren Einwohner jeweils nur von der Schwerkraft des Heimatplaneten angezogen werden, ist zwar irgendwie kreativ und spannend. Doch es ist auch überkompliziert, unstimmig und scheinbar vor allem dazu da, die zentrale Lovestory sowie deren Komplikationen zu ermöglichen.

Der Film erzählt von der unmöglichen Liebe zwischen Adam (Jim Sturgess) und Eden (Kirsten Dunst). Adam stammt vom armen der beiden Planeten, Eden vom reichen; als Teenager trotzen sie dem Schicksal an einem wundersamen Ort zwischen ihren Welten trotzdem ein paar romantische Treffen ab, bevor die Sache von den Sicherheitsbehörden abrupt beendet wird. Jahre später geht dann die eigentliche Story los, als Adam einen Job in dem beide Welten verbindenden Wolkenkratzer annimmt, in dem auch Eden arbeitet.

Es folgen eine Menge visuell interessanter Szenen, in denen viel mit Spiegelungen und 180°-Drehungen gearbeitet wird. Nur kommt die Story nie so richtig in Fahrt, „Upside Down“ erschöpft sich in den immergleichen Bildern vom schmachtenden Adam und der (wegen einer Amnesie) ahnungslosen, engelsgleichen Eden. Die beiden Hauptfiguren sind absolut eindimensional, von einer Chemie zwischen ihnen kann auch keine Rede sein. Die Effekte und ein paar gute Ideen können nicht verhehlen, dass der Film sich in Oberflächlichkeiten erschöpft, die zumindest ein erwachsenes Publikum nicht wirklich bei der Stange halten.

Ein großer Fehler des Films ist, dass er seine beiden Hauptfiguren quasi ausschließlich mit der Schwerkraft und anderen, vom Szenario vorgegebenen, Kräften ringen lässt. Es gibt keine (erst recht keine überzeugenden) Bösewichter, und auch sonst keine Nebenfiguren, die das Geschehen bereichern. Jim Sturgess, der in fast allen Szenen des Films ist, langweilt bald mit seinen immer gleichen frech-überraschten Blicken, Kirsten Dunst schlafwandelt mit makellosem Teint durch den Plot. Nach gut 90 Minuten ist der Spuk vorbei, bis dahin hat man sich an den schönen Effekten längst satt gesehen. Als modernes Märchen mag der Film Fantasy-Fans vielleicht sogar zusagen, wer aber auf Science-Fiction und/oder eine originelle Story gewartet hat ist hier so richtig fehl am Platz.

2/5

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