Filmkritik: The Samaritan

The SamaritanEs gibt eine goldene Film-Regel, die besagt, dass Ex-Knackis es nie schaffen ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues Leben außerhalb der Kriminalität zu beginnen. In „The Samaritan“ ist es der in die Jahre gekommene Betrüger Foley (Samuel L. Jackson), der 25 Jahre für den Mord an seinem Partner im Gefängnis gesessen hat und nun die ersten Tage in Freiheit verlebt. Er sucht sich einen Job und eine Bleibe, geht brav zum Bewährungshelfer – und doch holt ihn sehr bald die Vergangenheit ein. Ethan (Luke Kirby), Sohn von Foleys Ex-Partner, steht plötzlich vor der Tür, keine halbe Stunde später wird Foley Zeuge eines Mordes im Nachtclub-Milieu.

Doch Foley will sich nicht von Ethan wieder in die Unterwelt einführen lassen, mit den Gaunereien soll Schluss sein. Er bleibt bei legalen Jobs und rettet die junge, heroinabhängige Iris (Ruth Negga) in einer Bar vor ihrem gewalttätigen Begleiter und beginnt mit ihr eine Beziehung. Doch die traute Zweisamkeit ist nicht von Dauer, in einem von vielen Story-Twists zieht „The Samaritan“ seiner Hauptfigur den Boden unter den Füßen weg. Um seine eigene und Iris‘ Haut zu retten muss er mit Ethan einen großen Coup durchziehen, bei dem es um mehrere Millionen Dollar geht.

Die Stärken von „The Samaritan“ liegen in der stimmungsvollen Inszenierung und dem überzeugenden Spiel seines Hauptdarstellers. Samuel L. Jackson schafft es, aus dem Klischee des alternden Ex-Häftling eine überzeugende Figur zu machen, für die sich das Publikum tatsächlich interessiert. Der Plot allerdings ist arg konstruiert und übertreibt es ein wenig mit den überraschenden Wendungen, worunter die Glaubwürdigkeit deutlich leidet. Vom Selbstverständnis her ist „The Samaritan“ aber ohnehin eher eine Stilübung als ein Drama, weshalb der Gesamteindruck trotzdem passt. Als Genre-Film mit dem „Straight-to-DVD“-Prädikat kann er mit leichten Abstrichen überzeugen.

3/5

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