Kinovorschau & Trailershow: Herbst und Winter 2011

Der Kinosommer ist wie ich finde bisher eine Enttäuschung, auch wenn das ja noch besser werden kann und ich eine Menge Filme geschwänzt habe. Trotzdem habe ich schon mal einen Blick in die Zukunft geworfen, in der Hoffnung dass es ab September besser wird. Und in der Tat, da sind ein paar interessante Filme dabei – unter anderem von David Cronenberg, Pedro Almodovar, Robert Redford, Roman Polanski und Andrew Niccol.

September


Los geht es mit einem wohl eher unnötigen Remake von „Conan der Barbar“ am 8. September.  Dem Trailer nach sieht das Projekt weniger nach einer stumpfen Neu-Verfilmung aus, eher wie ein (beliebiger) Fantasyfilm mit einem arg muskulösen Hauptdarsteller – wobei anfängliche Szenario dasselbe ist. Regie führt der deutsche Markus Nispel, der schon für das Remake von „Freitag, der 13.“ verantwortlich zeichnete.

Schon besser klingt der Thriller „Eine offene Rechnung“ (The Debt), der am  22.9. anlaufen soll. Darin erfahren drei ehemalige Mossad-Agenten, dass sie 30 Jahre zuvor ihre wichtigste Mission (die Eliminierung eines Nazi-Verbrechers) möglicherweise nicht wie angenommen erfolgreich beendet haben. Der Film spielt auf zwei Zeitebenen – 1966 und 1997 – und ist in den Hauptrollen daher doppelt besetzt. Jessica Chastain, Sam Worthington und Marton Czokas sind die „junge Brigade“, Tom Wilkinson, Helen Mirren und Ciaran Hinds die „alte“. Trailer hier.

In „30 Minuten oder weniger“ (Kinostart 29.9., Trailer hier) wird ein Pizza-Bote von zwei Bösewichtern zum Verbrecher umfunktioniert – indem sie ihm eine Bombe umschnallen und ihn zwingen eine Bank zu überfallen. In der Hauptrolle ist „Social Network“-Star Jesse Eisenberg zu sehen, Regie führt Ruben Fleischer, der sich mit „Zombieland“ einen Namen gemacht hat. Der Plot basiert übrigens lose auf einer wahren Begebenheit.

„Die Lincoln Verschwörung“ (ebenfalls 29.9., Trailer hier) ist der neue Film von Robert Redford, ein ebenfalls auf wahren Begebenheiten basierendes Justiz-Drama. Robin Wright spielt die Besitzerin der Pension, in der sich die Attentäter regelmäßig trafen – und die nach dem Attentat wegen Verschwörung der Prozess gemacht wird. James McAvoy („Wanted“) spielt ihren Anwalt. Für geschichtsinteressierte Menschen sicher ein interessanter Film, großen Erfolg bei der breiten Masse sehe ich bei „The Conspirator“ (Originaltitel) nicht kommen.

Oktober


Ziemlich trashig sieht der Trailer zu „Real Steel“ (Kinostart 6.10.) aus. Die Story kreist um einen Ex-Boxer (Hugh Jackman), der sein Glück im brutalen neuen Geschäft mit Roboter-Kämpfen verdient. Die Tricks scheinen was zu taugen, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie man hier eine irgendwie erträgliche Story einbauen kann. Die im Trailer angedeutete mit dem Kind und dem Underdog-Roboter will ich jedenfalls nicht sehen.

Der neue Film von Pedro Almodovar scheint selbst für dessen Verhältnisse ziemlich abgefahren zu sein. „Die Haut in der ich wohne“ soll am 20.10. anlaufen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Thierry Jonquet, die drei Handlungsstränge kreisen um allerlei sexuelle Abgründe. In einer der Hauptrollen ist Antonio Banderas als fieser Schönheitschirurg zu sehen, ich bin sehr gespannt auf den Film. Trailer hier.

Steven Spielberg, zuletzt sehr aktiv als Produzent von Kinofilmen und Fernsehserien, hat „Tim und Struppi“ (im Original „Les aventures de Tintin“) inszeniert, der am 27.10. in die Kinos kommen soll. Der Film ist im Motion Capture-Verfahren gedreht, also mit echte Schauspielern, die dann digital „überschrieben“ werden. Ich muss wie so oft gestehen, die Vorlage nicht wirklich zu kennen, jedenfalls fällt mir zu „Tim und Struppi“ nicht wirklich was ein – habe ich wohl als Kind verpasst. Weswegen ich mir wohl auch den Film (zumindest im Kino) klemmen werde.

Ein bisschen wie eine Mischung aus “R.E.D.” und “The Expendables” sieht er aus, der Trailer zu “Killer Elite”. Jason Statham und Clive Owen geraten darin kräftig aneinander, auch Robert De Niro ist als alternder Special-Forces-Haudegen dabei. Für Freunde des reinrassigen Actionthrillers klingt das einigermaßen vielversprechend, wie so oft bleibt die Frage, ob der Film auch eine vernünftige Story anbieten kann. Falls ja, könnte ich mir einen Gang ins Kino (Start 27.10.) vorstellen, ansonsten wäre “Killer Elite” trotz der großen Namen eher was für den (un)gepflegten Heimkino-Abend.

November


Für „In Time“, den neuen Film von „Gattaca“-Regisseur Andrew Niccol, gibt es leider noch keinen Trailer – aber immerhin einen Starttermin, den 3. November. Im Sci-Fi-Szenario des Films hören die Menschen im Alter von 25 auf zu altern – allerdings müssen sie sich ihren weiteren Verbleib auf der Erde teuer erkaufen. Der Plot kreist um einen von Justin Timberlake gespielten Mann, der vor der korrupten „Time Keeper“-Polizei flüchten muss. Mit dabei sind außerdem Amanda Seyfried, Olivia Wild, Alex Pettyfer und Cilian Murphy. Ich habe durchaus Hoffnung, dass „In Time“ an die Klasse von „Gattaca“ heran kommt, aber bevor man sich zu große Hoffnungen macht warten wir lieber mal den Trailer ab… UPDATE: Der Trailer ist da!

David Cronenberg hat sich eine kleine Auszeit genommen, sein letzter Film „Eastern Promises“ liegt schon ein paar Jahre zurück. „A Dangerous Method“ (Kinostart 10.11.) ist ein historisches Drama, das um die Dreiecksgeschichte zwischen Siegmund Freud, Carl-Gustav Jung und Sabina Spielrein kreist. Die Besetzung ist prominent – Viggo Mortensen, Michael Fassbender, Keira Knightley und Vincent Cassel geben sich die Ehre. Der Trailer sieht gut aus, wobei der Stoff tendenziell zum emotionalen Overkill ausarten könnte.

Um ein ganz anderes Thema – aber ebenfalls beruhend auf einer wahren Geschichte – geht es in „Moneyball“ (Kinostart 10.11.). Der Film folgt dem Baseball-Team der Oakland Athletics, oder besser dessen von Brad Pitt gespielten Manager Billy Beane. Der führte die „A’s“ in den späten 90er Jahren trotz limitierter finanzieller Mittel zu einigem sportlichen Erfol – weil er spezielle statistische Methoden (sog. Sabermetrics) anwandte. Der Film spricht außerhalb der Baseball-Fangemeinde nicht viele Filmfreunde an (siehe Trailer), könnte aber als Drama durchaus auch für generell sport-interessierte Zuschauer interessant sein,

Von den Produzenten von „300“ kommt der in eine ganz ähnliche Kerbe schlagende „Immortals“ (Kinostart 11.11.11, Trailer hier). Mickey Rourke spielt den bösen König Hyperion, Henry Cavill den Burschen Theseus, der sich ihm in den Weg stellt und ein paar Götter sind natürlich auch dabei – Ehrensache. Wer sich für halbnackte prügelnde Griechen, die sich vor dem Bluescreen prügeln, begeistern kann oder einfach Lust auf Action in 3D kann sicher bedenkenlos zugreifen.

Roman Polanskis neuer Film trägt den plakativ klingenden Titel „Der Gott des Gemetzels“ (Kinostart 24.11.). Darin geht es um zwei Ehepaare, die sich nach einem Streit ihrer beiden Söhne in der Schule mal über den Sachverhalt austauschen wollen – was, wenn der Titel nicht täuscht – wohl nicht ganz friedlich ablaufen wird… Hochkarätig besetzt ist „Carnage“ (Originaltitel) ebenfalls, mit Kate Winslet, Jodie Foster, Christoph Waltz und John C. Reilly. Für den in Paris gedrehten Film gibt es noch keinen Trailer, gespannt bin ich aber auch ohne schon jetzt.

Dezember


Die inzwischen rituelle Ensemble-Komödie zum Valentinstag kommt dieses Jahr einen Tick früher: „Happy New Year“ fährt nach gleichem Muster eine gewaltige Parade von Stars auf und erzählt ungefähr ein Dutzend sich leicht überschneidende Stories, die an Sylvester stattfinden. Mit dabei sind Halle Berry, Jessica Biel, Josh Duhamel, Katherine Heigl, Ashton Kutcher, Robert De Niro, Zac Efron, Sarah Jessica Parker und noch weitere bekannte Namen. Einen Trailer gibt es noch nicht, anlaufen soll der Film schon am 8.12. – man hat offenbar Respekt vor den folgenden Filmen…

Ob die „M:I“-Reihe wirklich weiter fortgesetzt werden muss ist eine gute Frage. Vielleicht erkämpft sich „Mission Impossible: Ghost Protocol“ (Kinostart 15.12., Trailer hier) ja seine Daseinsberechtigung und knüpft an die Qualitäten des ersten und – mit Abstrichen – dritten Teils an. Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Team werden ihr neuestes Abenteuer an diversen Schauplätzen bestreiten, etwa in Dubai, Prag, Mumbai und Vancouver. Regie führt übrigens Brad Bird, der für die Pixar-Filme „The Incredibles“ und „Ratatouille“ verantwortlich zeichnete und nun mit „M:I4“ seinen ersten nicht animierten Film inszeniert.

„Sherlock Holmes – A Game of Shadows“ gehört zu den wenigen Sequels, auf die ich mich tatsächlich freue. Es steht zwar nicht zu erwarten, dass Guy Ritchie mit dem zweiten Teil der Detektiv-Saga einen Meilenstein des modernen Kinos geschaffen hat – aber dem Trailer nach darf man sich zumindest auf einen weiteren atmosphärisch dichten, actionreichen und lustigen Film freuen. Einen Blockbuster also, der unterhält, ohne die Intelligenz seiner Zuschauer zu beleidigen und nebenbei herrliche Kulissen anstelle von am Computer generierten Monstern anbietet. Kinostart ist der 22.12., und den werde ich auch wahrnehmen!

Eine Starbesetzung hat „Contagion“, der neue Thriller von Steven Soderbergh zu bieten. Die Story kreist um den Ausbruch eines mysteriösen Virus, der sich rasend schnell über die gesamte Erde verbreitet. Mit dabei sind Matt Damon, Kate Winslet, Marion Cotillard, Lawrence Fishburn, Jude Law und Gwyneth Paltrow. Sieht im Trailer nach einem gut gemachten Film aus, die große Frage ist hier, wo der Stoff hinführen soll. Lässt Soderbergh die Menschheit tatsächlich in den Abgrund taumeln, oder gibt es am Ende doch noch ein wirksames Gegengift? Wer es genauer wissen will – der Film läuft (ausgerechnet) Heiligabend bei uns an…


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