The Descendants – Trailer online

Regisseur Alexander Payne hat vor knapp 10 Jahren mit „About Schmidt“ und „Sideways“ zwei wunderbare Filme abgeliefert, ist dann aber weitgehend untergetaucht. Nun hat er seinen nächsten Film im Kasten, „The Descendants“ scheint dem Trailer nach zu urteilen ebenso im dramatisch-komödiantischen Fach zuhause wie seine vorigen Filme. George Clooney spielt darin einen Familienvater, der sich nach einem Unfall seiner Frau näher mit seinen beiden Töchtern (und deren Problemen) beschäftigen muss. Leider dauert es noch eine Weile, bis der Film anläuft, zurzeit ist von Anfang 2012 die Rede…

PS: „The Descendants“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Kaui Hart Hemmings, in Deutschland unter dem Titel „Mit Deinen Augen“ erschienen.

Kino in 3D – Vom Kassenschlager zum Kassengift?

Wie ich hier schon häufig geschrieben habe finde ich die 3D-Technik fürchterlich überschätzt. Die Effekte sind schon schick, vor allem wenn sie wie bei „Avatar“ sinnvoll eingesetzt sind. Das aber kommt sehr selten vor. Und das Bild ist einfach zu dunkel im Vergleich zur normalen 2D-Projektion.

Den Studios – die das sehr wohl wussten – war das egal, Filme in 3D brachten über die teureren Tickets verlässlich mehr Geld in die Kassen. Doch das könnte jetzt vorbei sein, wie Analyst Richard Greenfield laut Deadline.com behauptet. Er vertritt die These, dass der Trend mit dem just angelaufenen „Pirates of the Caribbean 4“ gekippt ist – denn dessen Einspielergebnis von $ 90 Mio. kam in den USA trotz 3D nicht an das der Vorgänger heran – obwohl die ohne 3D-Zuschläge ins Kino kamen.

Man darf gespannt sein, ob Zahlen und Umfragen belegen, dass die Mehrheit der Kinogänger genug 3D-Spektakel gesehen hat, oder ob die Preise einfach zu hoch sind. Die Studios werden sich das genau ansehen, wenn sie über mögliche 3D-Versionen ihrer Mega-Produktionen entscheiden. Spätestens nach dem Start von „Transformers 3“ dürfte klar sein, wohin der Trend geht. Denn auch dessen Vorgänger hat mit allein in 2D umgesetzten $ 108 Mio. am Startwochenende kräftig vorgelegt.

Meine erfundene Frau (Just Go With It)

Die meisten romantischen Komödien aus Hollywood gucke ich mir gar nicht erst an. Irgendwann hat man Katherine Heigl, Jennifer Aniston oder Drew Berrymore und ihre männlichen Kollegen einfach oft genug in Liebesnöten gesehen. Ohne große Erwartungen stand nun aber mal wieder eine Rom-Com auf dem Heimkino-Programm, und immerhin lässt sich sagen: Ich habe schon schlechtere Filme als „Just Go With It“ gesehen.

Adam Sandler spielt den erfolgreichen Schönheitschirurgen Danny, der seit Jahren mit einem falschen Ehering unterwegs ist. Mit fadenscheinigen Stories über seine böse Ehefrau kriegt er eine Menge Frauen ins Bett, und muss sich nicht mal entschuldigen, wenn er sich dann nie wieder meldet – immerhin ist er ja verheiratet. Eine ähnliche Lügengeschichte tischt Danny auch seiner Traumfrau Palmer (Brooklyn Decker) auf, die er auf einer Party kennenlernt. Der Ehering – so seine Erklärung – sei hinfällig, seine Ehefrau ein garstiges Biest und die Scheidung schon fast abgewickelt.

Dumm nur, dass Palmer sich von Dannys Ex-Frau-in-spe persönlich versichern lassen will, dass der noch-Ehemann wieder zu haben ist. Letztlich muss seine langjährige Assistentin Katherine (Jennifer Aniston) diese Rolle übernehmen, womit das Lügengebäude noch längst nicht fertig gebaut ist – denn Kinder kommen auch noch ins Spiel…

In welche Richtung das ganze geht dürfte jedem klar sein, Spannung im klassischen Sinne kann und soll gar nicht aufkommen. Eher schon Spannung und Stimmung zwischen den Figuren, und tatsächlich funktioniert das zwischen dem charmanten Großmaul Danny und Kumpel-Typ Katherine ganz gut – da sind ein paar richtig witzige und gute Dialoge bei. Etwas dünn ist das Gerüst der Story, vor allem weil die Rolle von Traumfrau Palmer sich quasi minütlich wandeln muss, damit die Dinge ihren Lauf nehmen können. Erst ist sie sexy und clever, dann oberflächlich und naiv, am Ende ist es eine völlig unstimmige Mischung.

Ein paar ordentliche Lacher sind immerhin an Bord, so dass „Just Go With it“ nur selten langweilig wird. Für einen Hingucker sorgt in der zweiten Hälfte dann noch Nicole Kidman mit einem – wohl selbstironisch gemeinten – Gastauftritt als miese egozentrische Zicke, die sich mit Anistons Figur ein paar Scharmützel liefert. Da wusste ich nicht so genau ob das im Rahmen der Story noch komisch ist, oder wegen Kidmans realem Botox-Gesicht eher traurig. Es ist auch letztlich egal, am Ende werden natürlich alle Konflikte gelöst und alle Figuren haben sich wieder lieb. In der äußerst dünn besetzten oberen Liga der romantischen Komödien spielt der Film nicht mit, aber wenigstens im fast genau so dünn besetzten Mittelfeld.

3/5

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Battle Los Angeles

Vor etwa einem halben Jahr habe ich zum ersten mal den Trailer für „Battle Los Angeles“ gesehen, und der war richtig gut. Zu sphärischen Klängen waren da Bilder von einer riesigen Schlacht zwischen Menschen und Aliens zu sehen, in dokumentarischem Look (sprich Handkamera). Das sah nach einem Film aus, der die Intensität von „Black Hawk Down“ mit der Thematik von „Independence Day“ verbindet. Eine Material-Schlacht, die auch erzählerisch und vor allem atmosphärisch etwas zu bieten hat.

Aber dem ist leider nicht so, der Eindruck täuschte. Bis auf die dokumentarische Machart (und die nervt recht bald) bietet „Battle Los Angeles“ keine der erhofften Qualitäten. Der Film ist eine endlose Abfolge von mittelmäßig inszenierten Actionszenen, in denen blutleere Figuren in einem blassen Endzeit-Szenario solange auf die Aliens ballern, bis es irgendwann besser ist. Ohne Interesse an den Charakteren bleiben einem als Zuschauer nur die Schauwerte, doch in der ersten Liga spielen die Effekte nicht. Und so schleppt sich der Film über knapp zwei Stunden dahin, arm an Spannung oder Ideen.

Zu Beginn des Films wird die von Aaron Eckhart gespielt Hauptfigur eingeführt, ein Soldat und Irak-Veteran kurz vor dem Ende seiner Dienstzeit. Bei seinem letzten Einsatz als Anführer seiner Einheit ging etwas schief, was ihn und seine Kollegen immer noch beschäftigt. Als dann plötzlich die Aliens angreifen muss er noch mal an die Front, allerdings nicht mehr als Anführer – zu dem er dann im Verlauf der Gefechte natürlich doch wieder aufsteigt. Mit dabei ist auch Michelle Rodriguez, die in Actionfilmen ja nicht fehl am Platz ist – aber auch ihre Figur bleibt oberflächlich.

Und dann wären da natürlich noch die Aliens. Die sehen aus wie die „Predators“ in klein, schießen mit Energiestrählen um sich, sind in handelsüblichen UFOs unterwegs und offenbar auf der Suche nach Wasser. Was sie dazu bewegt hat gerade jetzt und gerade auf der Erde anzugreifen wird nicht erklärt – zumindest nicht so, dass man sich das merken würde.

Ich weiss nicht so recht, WAS die Idee war, als „Battle Los Angeles“ in Produktion ging, die Studios verkaufen ihre Projekte ja gern als Varianten und Mixturen anderer bekannter Filme. Dem Ergebnis nach zu urteilen wollten sie „Black Hawk Down“ in Scheisse und mit Alien-Beigabe drehen. Aber ich könnte wetten die Macher hatten eigentlich was anderes im Sinn…

1/5

Drive Angry

Dass Nic Cage pleite ist und daher dringend Geld braucht habe ich vor einiger Zeit schon bei „Season of the Witch“ angemerkt. Ohne einen Verweis auf die hohe Schuldenlast des oscarprämierten Schauspielers komme ich auch bei „Drive Angry“ nicht aus. Denn ohne finanziellen Druck würde der gute Mann bei diesem Schwachsinn wohl nicht mitwirken. Immerhin, den Vergleich der beiden „Cage-braucht-Kohle“-Streifen des Frühjahrs 2011 gewinnt dieser Murks sogar. Ein zweifelhaftes Kompliment…

Im Kino lief vornehmlich die 3D-Variante des Films, ich berichte hier über die herkömmliche Fassung. In der sind die für 3D optimierten Effekte immer noch gut sichtbar – es fliegen halt Dinge (vor allem Pistolenkugeln und abgetrennte Körperteile) in Richtung Publikum/Kamera.

Cage spielt einen rastlosen Untoten namens Milton, der dem fiesen Sekten-Guru Jonah King (Billy Burke) auf den Fersen ist. Der hat Miltons Tochter ermordet und plant bereits die nächste Bluttat – ein Menschenopfer im Säuglingsalter. Die Story ist genau so over-the-top wie die Inszenierung, je krasser, desto besser. Entsprechend blutig und trashig geht es also zu.

Schon nach wenigen Minuten ist klar, auf welcher Seite des guten Geschmacks es sich der Film gemütlich machen will. Später wird es dann richtig drastisch, offenbar sollten Vorbilder wie „Crank“ unbedingt übertroffen werden. Cage scheint damit von Anfang an seinen Frieden gemacht zu haben und meistert auch die überzogensten Szenen mit einem Rest von Anstand.

Um dem Streifen ein paar optische Reize hinzuzufügen haben die Macher die Rolle einer schlagkräftigen, dürftig bekleideten Kellnerin geschaffen. Amber Heard füllt diese völlig zufriedenstellend aus, das lausig geschriebene Drehbuch kann sie aber nicht retten. Nicht einmal William Fichtner vermag dies zu tun, auch wenn seine Rolle als „The Accountant“ zu den wenigen guten Ideen von „Drive Angry“ zählt.

Seinen Titel verdankt der Film einem Dodge Charger von 1969, mit dem Milton und Piper auf ihrem Trip durch die Südstaaten (wo das ganze übrigens spielt – nicht dass es ernsthaft von Interesse wäre..) unterwegs sind. Bemerkenswerte Verfolgungsfahrten werden leider trotzdem nicht geboten. Stattdessen hangelt sich „Drive Angry“ an seiner dünnen Story entlang, und auch die ein oder andere gelungene Szene kann den Gesamteindruck nicht wirklich verbessern. Ein guter B-Film wäre mit den vorhandenen Zutaten vielleicht drin gewesen, aber es hat wohl allen Beteiligten gereicht mit bescheidenem Aufwand ein paar Dollars zu verdienen. Dass Cage die gebrauchen kann wissen wir ja inzwischen.

2/5

„Fright Night“-Remake: Trailer online

Der neue Nachbar eines Teenagers entpuppt sich als Vampir – doch keiner will dem armen Kerl glauben. Das ist die Story, um die es hier geht. Schon zum zweiten mal, wie ich gesehen habe, das Original des Films stammt aus dem Jahre 1985 (dt. Titel „Die rabenschwarze Nacht“). Den habe ich nie gesehen, was vielleicht eine gute Sache ist. Wohl weil sich mit Vampir-Stories gerade eine Menge Geld machen lässt kommt der Stoff neu ins Kino (hier der Trailer), und ehrlich gesagt guck ich mir den Quatsch (auf DVD) bestimmt sogar mal an.

Kinovorschau Sommer 2011: Hingucker vs Weggucker

Das Gejammer ist jedes Jahr das selbe, auch von meiner Seite. Zuviele Remakes, Sequels, Prequels und sonstwie unoriginelle Filme, zuwenig neue Geschichten. Ich glaube, man muss auch dieses Jahr jammern, werde das aber im folgenden Artikel mal genauer prüfen. Im Fokus stehen hier die großen Event-Filme aus Hollywood, falls jemand die Abwesenheit kleiner und/oder heimischer Produktionen bemängeln möchte…

Den Anfang macht am 19. Mai „Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten„. Nachdem in den vorigen Teilen schon kräftig die Luft raus war haben sich die Produzenten entschieden den Film in 3D zu drehen, und statt Keira Knightley und Orlando Bloom lieber Penelope Cruz ins Boot zu holen. Der Trailer sieht ähnlich wirr aus wie die letzten Filme, und von 3D halte ich ohnehin nicht viel – den werde ich also aussitzen und später mal zuhause anwerfen. Wirklich retten könnte die Reihe nur eine gute Story, aber darauf ernsthaft zu hoffen wäre wohl ziemlicher Quatsch.

Zwei Wochen später kommt nahtlos die nächste Fortsetzung: „The Hangover 2„. Die drei Hauptdarsteller sind geblieben, diesmal verschlägt es sie nach Thailand. Auf den Postern ist ein Affe sehr präsent, was auf eine relativ große Rolle für das Tier schließen lässt. Ob der Erfolg des Vorgängers wiederholt werden kann ist fraglich, sowohl was das Kommerzielle angeht als auch die Qualität. Denn „Hangover“ hatte tatsächlich eine Menge Lacher zu bieten, die Latte liegt recht hoch.

Schon interessanter klingt „Source Code„, der ebenfalls am 2. Juni anlaufen wird. In dem Thriller von „Moon“-Regisseur Duncan Jones wird ein Soldat auf eine Art wiederholte Zeitreise geschickt, um einen Terroranschlag in einem Zug zu verhindern. Der Filmdienst schrieb von einer wirklich originellen Story, man sollte aber vielleicht nicht zu hohe Erwartungen aufbauen.

Wir sind schon gleich beim nächsten Sequel, oder genauer gesagt Prequel. „X-Men – Erste Entscheidung“ zeigt wie Prof. X und Magneto zu den Gestalten wurden, die wir aus der Filmreihe kennen. Könnte was taugen, zumal im Trailer eine eindrucksvolle Sequenz mit einem über dem Meer schwebenden U-Boot zu sehen ist. Mit ganz viel Glück könnte die Story sogar taugen, immerhin ist mein Interesse groß genug, das im Kino heraus finden zu wollen.

Letzteres gilt in keiner Weise für „Transformers 3„, der am 30.6. anläuft. Die Blechhaufen sind diesmal in 3D und ohne Megan Fox unterwegs, man darf auf gigantische Materialschlachten hoffen. Offen ist lediglich ob Regisseur Michael Bay im dritten Teil wenigstens so tut, als gäbe es auch eine Geschichte zu erzählen, oder – wie bei Teil 2 – gleich alles für die Computerspiel-Version optimiert hat…

Am 14.7. findet dann die „Harry Potter“-Reihe mit „Die Heiligtümer des Todes – Teil 2″ ihren filmischen Abschluss. Als nicht-Fan ist mir das recht egal, aber der Film darf in dieser Aufzählung ja nicht fehlen.

Mit „Cars 2“ aus dem Hause Pixar habe ich auch nichts am Hut, trotzdem läuft der am 28.7. an. Antreten wird er gegen „The Green Lantern„, die gefühlt 144. Comic-Verfilmung der letzten 10 Jahre. Ryan Reynolds spielt die Titelrolle, sehen muss ich das glaube ich nicht so dringend – aber Ende Juli kann man ja auch gut Urlaub machen!

Der August beginnt mit „Super 8„, dem neuen Film von „Lost“-Erfinder und „Star Trek“-Erneuerer J.J. Abrams. Die Story kreist um merkwürdige Vorkommnisse und tendiert dann offenbar in Richtung Science-Fiction – das könnte spannend sein, wenn der gute Mann weiss, wo er mit der bekannten Prämisse hin will. Schlimmstenfalls könnte es wie bei den Filmen von M. Night Shyamalan laufen und es passiert gar nichts, ohne dass es den Akteuren auffällt.

Mitte August kommen dann tatsächlich die Affen wieder. „Planet der Affen – Die Rebellion“ ist ein Prequel der bekannten Filmreihe, die zuletzt mit Tim Burtons Version von 2001 erfolglos wiederbelebt werden sollte. Nun geht es also darum, wie es zur Herrschaft der Affen kommen konnte. Mit James Franco und Freida Pinto setzen die Macher auf junge Schauspieler, wahrscheinlich hat der Film eine Zielgruppe im Auge, die weder die Originale noch Burtons Film kennt. Ob das gut oder schlecht ist wird sich noch zeigen müssen.

Eine Woche später ist dann die gefühlt 145. Comic-Verfilmung an der Reihe. „Captain America“ beehrt die Lichtspielhäuser dieser Welt, mal sehen was er so anbieten kann. Ich weiss – wie bei „Green Lantern“ – herzlich wenig über die Figur, und das wird auch so bleiben. Einen Gang ins Kino mache ich von meiner Tagesform abhängig.

Am 25.8. schließlich kommt „Cowboys & Aliens“ in die Kinos, bei dem Titel muss ich zum Inhalt wohl nicht viel sagen. Daniel Craig und Harrison Ford spielen die Hauptrollen, dem Trailer nach zu urteilen nimmt der Film tatsächlich einen Haufen Cowboys und konfrontiert sie mit einem UFO voller Aliens. Vielleicht sind aber auch die Aliens von den Cowboys viel irritierter als anders rum?!

Fazit

Sieben Remakes/Sequels/Prequels, zwei „neue“ Comic-Adaptionen (eigentlich drei, „Cowboys & Aliens“ basiert auf einer Graphic Novel) und ganze zwei Filme ohne bekanntes Franchise im Rücken („Super 8“ und „Source Code“) – einen Innovationspreis will Hollywood offenbar wieder nicht gewinnen. Letztlich ist nur die Frage ob und wieviele von den genannten Filmen es schaffen, dass man sich gerne dran erinnert, sie auf der ganz großen Leinwand gesehen zu haben. Sollte die Strategie daneben gehen – in Zuschauerzahlen gerechnet – kommt vielleicht anno 2013 ein weniger bekanntes Programm zu Besuch, wirklich glauben tue ich das aber nicht.

Immerhin, es laufen ja nicht nur teure Blockbuster an, sondern auch kleinere Filme. Von denen wird an dieser Steller auch noch zu sprechen sein, aber nicht jetzt!

I am Number Four

„I am Number Four“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Hollywood derzeit voll auf die Zielgruppe der Teenager konzentriert. Wer länger als ein paar Jahre nicht mehr auf einer Schulbank gesessen hat, der kann (wie der Autor dieser Zeilen) mit dem sinnfreien Brimborium eher nichts anfangen. Bemerkenswert ist am Film eigentlich nur, wie dreist er sich bei bekannten Vorbildern bedient, daraus nichts neues, aber irgendwie was anderes macht und damit wohl auch durchkommt.

Im Mittelpunkt steht (natürlich) ein Teenager. Doch John (Alex Pettyfer) sieht nur aus wie ein gewöhnlicher junger Kerl, oder genauer wie ein überdurchschnittlich gut aussehender junger Kerl. Tatsächlich ist John ein Alien von einem fernen Planeten, von seiner Art geschaffen seinen Planeten zu retten. Doch bevor er in diese Rolle reinwachsen konnte haben andere Aliens seinen Heimatplaneten zerstört, nur wenige Bewohner können fliehen. Unter ihnen die neun „Auserwählten“, denen die fiesen Planeten-Zerstörer auf der Spur sind. Die ersten drei sind bereits tot, und John hat als Nummer vier der Liste auch schon böse Vorahnungen…

So lebt er also mit seinem Beschützer Henri (Timothy Olyphant) auf der Erde, wo es ihn in das Nest Paradise im Bundesstaat Ohio verschlägt. Dort soll er sich – auf Henris Wunsch – eigentlich möglichst unauffällig verhalten und keine Spuren hinterlassen. Doch dann kommt eine schöne Mitschülerin ins Spiel, inklusive eifersüchtigem Ex-Freund, und Johns Freundschaft mit einem jungen Nerd, dessen Vater angeblich von Außerirdischen verschleppt wurde, birgt auch eine gewisse Sprengkraft.

„I am Number Four“ ist klassisches Teenie-Drama, das die Macher mit einer großen Portion Sci-Fi-Quatsch aufgemotzt haben. Pixelige Monster-Aliens kommen ins Spiel, auch eine Gefährtin von John, Number Six, gibt sich zum Finale die Ehre. Irgendwo im Niemandsland zwischen „Twilight“ und „Transformers“ sind dabei letztlich alle wichtigen Zutaten verbraten. Doch die Story wirkt durchgehend wie zusammengewürfelt, und die Inszenierung (von D.J. Caruso, der mit „The Salton Sea“ vielversprechend begonnen hatte) ziel- und ideenlos. Auch die Schauspieler wirken verloren.

Das größte Problem dabei ist das Drehbuch, denn die Geschichte entwickelt sich derart künstlich, dass es gegen Ende schon weh tut. Zudem bleibt das ganze Szenario mit den Aliens und den Auserwählten viel zu vage, um überzeugen oder wenigstens unterhalten zu können. Wer sind die bösen Aliens, warum wollen sie John und seine Gefährten platt machen? Warum hängt John auf der Erde rum und nicht irgendwo sonst? Oder kurz gesagt: Was soll der Scheiss?!

2/5

PS: Ich habe soeben gelesen, dass Michael Bay hier als Produzent beteiligt ist. Das passt auch ganz gut ins grottige Gesamtbild.

Wird Will Smith Tarantinos „Django“?!

Wie EmpireOnline unter Berufung auf den „Hollywood Reporter“ hier berichtet steht Will Smith ganz oben auf Quentin Tarantinos Liste für die Besetzung der Titelrolle in seinem geplanten „Django“-Film. Cool genug für einen Tarantino-Film wäre Smith ganz sicher, unklar ist ob man bei den Gehaltsvorstellungen zusammenfindet. Wobei ja die Option einer Gewinnbeteiligung eine Lösung sein könnte, denn Gewinne fallen bei einem Tarantino-Spaghetti-Western mit Will Smith in der Hauptrolle ganz sicher an…

„Atlas Shrugged“-Verfilmung floppt grandios…

Die Verfilmung des Wälzers von Ayn Rand stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Der Roman galt als unverfilmbar, und ich kann diesem Urteil nur zustimmen, auch wenn ich das Buch nach 350 (von 1300) Seiten weggelegt habe. Es geht um Politik und Philosophie, vor allem aber um die Wirtschaft – und wie sie voranzutreiben ist. Rand ist – leicht untertrieben – eine Anhängerin des freien Marktes. Die Unternehmer und ihr Kapital sind bei ihr die (einzigen) Antreiber der Wirtschaft, die Regierung ein Haufen geldverschwendender und regulierungsbessener Nichtsnutze.

Ihren Punkt verdeutlicht sie mit einer episch angelegten Geschichte um eine Eisenbahn-Unternehmerin und einen Stahlproduzenten. Das Duo hat einen Weg gefunden, die gesamte Industrie zu revolutionieren, doch die Regierung lässt sie mit immer neuen Beschränkungen nicht gewähren – bis sie zu einer Art weltweitem Unternehmer-Streik aufrufen, um die Welt sprichwörtlich stillstehen zu lassen und den Pfeifen in Washington eine Lektion zu erteilen.

Die Story macht schon im Roman nicht viel Spaß (anders als Rands anderes Mammutwerk „The Fountainhead“), weil sie trocken und verkopft daherkommt. Eine Verfilmung wäre also definitiv eine extrem schwierige Sache geworden, unabhängig davon, wie die Macher zu ihrem Stoff und seinen politischen Aussagen stehen. Tatsächlich kursierten lange Zeit Gerüchte, Angelina Jolie hätte Interesse, bei dem Projekt eine Hauptrolle zu übernehmen. Doch anstelle eines hochkarätig besetzten Films von einem der großen Studios hat letztlich ein Aussenseiter den Film ins Kino gebracht. Mit einem unbekannten Regisseur und ebenso unbekannten Darstellern.

Mitte April lief der Film in den USA an, die Unterstützung der republikanischen „Tea Party“-Anhänger war ihm gewiss. Aber wie man es bereits aufgrund des Trailers ahnen konnte ist der Film offenbar eine lahme Seifenoper mit allzu viel hölzernem Gequatsche geworden, in dem ständig Züge durchs Bild fahren. Was mich – vor allem nachdem ich diesen Artikel bei SpiegelOnline las – bei der ganzen Sache fasziniert ist, dass die Macher allen Ernstes geglaubt haben, ein bescheidenes Budget von 20 Mio $ und ein Fernsehregisseur würden ausreichen, um den Stoff erfolgreich ins Kino zu bringen. Denn selbst wenn die „Anti-Big-Government“-Fraktion zuletzt Wahlen gewinnen konnte ist Kino immer noch in erster Linie eine Unterhaltungsform. Und wer denkt schon bei Unterhaltung an ein ideologisch aufgeladenes Epos um Stahl- und Eisenbahnbarone, in dem man keinen der beteiligten Schauspieler kennt? Offenbar niemand, wenn man den Einspielergebnissen glaubt. Aber wie kann das irgendwen überraschen?!

 

 

Quentin Tarantino dreht Spaghetti-Western: „Django Unchained“

Die Gerüchte kursieren schon länger, nun ist es offiziell. Quentin Tarantinos nächster Film wird „Django Unchained“ heissen und damit lose auf Sergio Corbuccis Original-„Django“ von 1966 basieren. Über die Besetzung ist noch nichts bekannt, mit Christoph Waltz könnte offenbar wieder zu rechnen sein, und ich wage die Prognose, dass auch Michael Madsen irgendwie dabei sein wird. Laut EmpireOnline sollen die Dreharbeiten im Herbst beginnen, ein Kinostart in 2012 ist also nicht unwahrscheinlich.