72 Stunden – The Next 3 Days (DVD)

Was tut ein ganz normaler Mensch, wenn seine Welt von jetzt auf gleich zusammenbricht? Diese Frage stellt sich in „The Next 3 Days“ dem Lehrer John Brennan (Russell Crowe), als seine Frau Lara (Elizabeth Banks) eines Abends aus scheinbar heiterem Himmel von der Polizei im gemeinsamen Haus verhaftet wird. Sie soll ihre Chefin erschlagen auf dem Büroparkplatz erschlagen haben, alle Indizien deuten auf sie als Täterin hin.

Ohne hier zuviel zu verraten – wir sind noch im ersten Viertel des Films – wird Lara tatsächlich verurteilt. John schlägt sich als allein erziehender Vater mit Sohnemann Luke durch und verzweifelt am Weg durch alle erdenklichen Instanzen, um den Fall neu aufzurollen. Es reift in ihm langsam die Erkenntnis, dass eben nicht alles gut werden wird. Und so überlegt er sich einen Plan B, um sein Leben zurück zu bekommen – der ist allerdings mit großen Risiken behaftet…

Der Film von Paul Haggis ist eine Mischung aus Drama und Thriller, die leider nicht immer funktioniert. Starke Momente hat der Film in den ruhigen Szenen, in der Zeichnung der Hauptfigur und dem geschickten Spiel mit der Erwartungshaltung des Publikums. Weniger gelungen ist das holprige Timing, die uninteressanten Nebenfiguren und am Ende die allseits bekannten Genre-Versatzstücke inkl. unglaubwürdigem und übertriebenem Ende.

Das menschliche Drama ist gut gespielt, aber es fehlt der Story insgesamt an Glaubwürdigkeit und Plausibilität. Festmachen lässt sich das unter anderem am aus dem nichts kommenden Auftritt von Liam Neeson als ehemaliger Ausbrecher-König, der nach seinem kurzen Auftritt (wohl nur für den Trailer in den Film geschrieben) dann auch wieder komplett verschwindet – hier schreibt das Drehbuch zu offensichtlich die Geschichte vor. Auch die Zeitsprünge sind etwas gewöhnungsbedürftig, wobei man sich so immerhin ein längeres „Matlock“-Intermezzo spart.

„The Next 3 Days“ gewinnt seiner Story durchaus Spannung ab, und nicht zuletzt dank Russell Crowes schauspielerischer Klasse bleibt man als Zuschauer durchaus involviert. Doch der Gesamteindruck ist irgendwie fahrig, für ein Drama ist die Story zu konstruiert, für einen Thriller ist zuwenig los. Das ergibt immer noch einen recht unterhaltsamen, handwerklich gut gemachten Film – den man sich aber letztlich auch einfach sparen kann.

3/5

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