Immer Drama um Tamara

Zugegeben, der Originaltitel „Tamara Drewe“ ist nicht sonderlich originell. Aber die deutsche Übersetzung „Immer Drama um Tamara“ klingt nicht nach einem Film, den man gerne sehen will. Dabei lohnt sich die Mischung aus romantischer Komödie und kleinem Gesellschaftsdrama, die „High Fidelity“-Regisseur Stephen Frears gedreht hat, sofern man sich für einen Film erwärmen kann, der in einem verschlafenen englischen Kaff spielt.

Nach zehn Jahren kehrt Tamara Drewe (Gemma Arterton) zurück in ihr Heimatdorf. Sie erwägt, das Haus ihrer verstorbenen Mutter zu verkaufen. Ihre Rückkehr wird im Dorf mit einigem Interesse notiert, denn Tamara hat sich sehr verändert – sie hat ihre markante Gurkennase richten lassen und sich so vom hässlichen Entlein zum zum schönen Schwan gewandelt. Die Männerwelt ist hin und weg.

Als weitere handelnde Personen treten u. a. Tamaras Ex-Freund Andy, zwei Schriftsteller, ein Rock-Star und zwei gelangweilte Teenie-Mädchen auf, deren Wirken das Geschehen maßgeblich bestimmt. Natürlich geht es dabei um Beziehungskisten, persönliche Krisen und neue Chancen. Was der Film in da anbietet ist nicht neu, wird aber wunderbar angerichtet, witzig, niveauvoll und getragen von einem herrlichen Schauspieler-Ensemble.

Ein großes Publikum wird „Tamara Drewe“ sicher nicht erreichen, wer aber kleine Gesellschaftskomödien mit typisch britischem Humor mag kann bedenkenlos zugreifen. Zum großen Wurf fehlt dem Geschehen das gewisse Etwas, aber ich denke er will gar nicht mehr sein als eben ein feines Drama mit einer großen Portion Humor.

4/5

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