Die Oscars 2011 werden moderiert von …

… den Schauspielern Anne Hathaway und James Franco. Das gaben laut Deadline.com die Produzenten der Show soeben bekannt. Die zwei Gastgeber dürfen als Überraschung gelten, schließlich sind sie bisher nicht als Zeremonienmeister bei derartigen Events aufgefallen.

Anne Hathaway wurde durch „Plötzlich Prinzessin“ bekannt und war bereits für einen Hauptrollen-Oscar nominiert („Rachel Getting Married“). Dem deutschen Publikum ist sie am ehesten aus „Der Teufel trägt Prada“ bekannt. James Franco wiederum kennt man von den „Spiderman“-Filmen, wo er Harry Osbourne, Peter Parkers besten Freund und später sein Erzrivale, spielte. Beide könnten selbst für einen Oscar nominiert werden in diesem Jahr. Franco spielt die Hauptrolle in „127 Hours“, dem neuen Film von „Slumdog Millionaire“-Regisseur Danny Boyle; Hathaway spielt an der Seite von Jake Gyllenhaal in „Love & Other Drugs“, der ebenfalls als möglicher Kandidat gehandelt wird.

Das Kalkül hinter der Entscheidung die zwei jungen Gesichter zu engagieren ist offensichtlich – das junge Publikum soll für die Show gewonnen werden. Nach immer weiter fallenden Einschaltquoten haben die Produzenten der Show eine „Verjüngung“ angekündigt, mit unter anderem diesem Ergebnis. Jetzt bitte noch die Werbung halbieren, die ganze Chose um 45 Minuten kürzen und die Oscars kennten tatsächlich Spaß machen…

Resident Evil – Afterlife

PosterSeit 2002 läuft diese Computerspielverfilmungs-Reihe nun schon, und irgendwie habe ich tatsächlich alle Teile gesehen – auch wenn mich die Filme nicht wirklich interessieren. Der erste war tatsächlich unterhaltsam und hatte sowas ähnliches wie eine Story zu bieten. Der zweite, „“Apocalypse“, hatte ebenfalls eine Story, die allerdings absoluter Quatsch war, ebenso wie ein schlecht gemachter Gummi-Bösewicht. Seit Teil 3 („Extinction“) geben sich die Produzenten keine echte Mühe mehr und konzentrieren sich ganz auf die Schauwerte.

So auch in „Afterlife“, der gar in 3D gemacht wurde, was einigen Kampf- und Actionszenen auch in 2D deutlich anzumerken ist. Der Film legt stark los, die ersten 15 Minuten ist richtig Alarm auf der Leinwand. Hauptdarstellerin Milla Jovovich ballert sich – in Form mehrerer Klone ihrer Figur Alice – ins Zentrum der bösen Umbrella Corporation, um den Oberbösewicht zur Strecke zu bringen. Das ganze endet mit einem ersten Showdown über den Wolken und ist von den Effekten und der Inszenierung her absolut ’state of the art‘.

Dann jedoch dauert es eine ganze Weile, bis wieder was nennenswertes passiert; die Story (Alice findet in einem entlegenen Winkel der Welt Verbündete, die sich vor den Zombies draußen verbarrikadiert haben) ist bei unserem Videoabend im allgemeinen Gequatsche untergegangen, und das scheint mir kein großer Verlust zu sein. In den letzten 30 Minuten geht es dann wieder zur Sache, brutal, actionreich und recht unterhaltsam. Autor und Regisseur Paul Anderson bedient sich bei vielen Vorbildern (ganze Sequenzen haben aus der „Matrix“ rübergemacht), immerhin hat er ein Händchen bei der Auswahl derselben.

Ob das ganze in 3D wirklich mehr Spaß macht bezweifle ich – die Effekte der Marke „Axt/Schwert/Geschoss-fliegt-auf-den-Zuschauer-zu“ sind ja bekannt, heben den Film aber nicht über den Durchschnitt. Milla Jovovich sieht immer noch sehr gut aus in ihren knappen Outfits und gibt routiniert die Kampfamazone, in Nebenrollen sind Wentworth Miller („Prison Brak“) und Ali Larter  („Heroes“) dabei. Für Freunde von Zombie-Action einen Blick wert, das Ganze, ansonsten nicht wirklich der Rede wert.

3/5

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Von Nix kommt Nix…

.. und deshalb habe ich beschlossen, wieder Links zu Amazon.de hier einzubauen. Keine Banner, kein Gedöns, einfach Links zu den jeweiligen Filmen unter den Kritiken. Kann man wunderbar ignorieren, kann man aber auch für Weihnachtseinkäufe nutzen. Wenn ich eine Mille damit verdient habe nehme ich sie wieder raus, versprochen!

Weil ich mich aber nicht komplett verkommerzialisieren (das Wort gibts nicht, oder?) lassen will verlinke ich nur Filme, die mir gefallen haben – also ab einer Wertung von 4/5, in einigen Fällen sicher auch 3/5. Was hier verrissen wurde braucht ja schließlich keiner kaufen, gelle? Wär ja Quatsch!

Johnny Depp spielt in „Lone Ranger“-Verfilmung

Der Schauspieler macht wieder mit „Pirates of the Caribbean“-Regisseur Gore Verbinki gemeinsame Sache und wird einen „Lone Ranger“-Kinofilm drehen. Mir ist die Figur und die dazugehörige US-Fernsehserie gänzlich unbekannt, wer sich schlau machen möchte der schaue hier. Offenbar spielt Depp aber nicht die Titelfigur, sondern dessen indianischen Kompagnon Tonto – das zumindest berichtet Deadline.com

Wall Street: Money Never Sleeps

Regisseur Oliver Stone hat die Finanzkrise 2008/2009 zum Anlass genommen ein Sequel seines 80er-Jahre Hits „Wall Street“ zu drehen. Wieder mit dabei ist Michael Douglas als Finanzhai Gordon Gekko, der zu Beginn des Films aus dem Gefängnis entlassen wird. Die eigentliche Handlung aber setzt acht Jahre später ein, im Jahre 2008. Und es steht zunächst nicht Gekko im Vordergrund, sondern der junge Jake Moore (Shia LaBeouf), ein junger Banker von der Wall Street. Jake ist mit Gekkos Tochter Winnie (Carey Mulligan) liiert und arbeitet für die Investmentbank ‚Keller Zabel‘. Deren Chef Louis Zabel ist eine Art Ziehvater für Jake, den es umso mehr mitnimmt als die Firma urplötzlich kurz vor der Pleite steht. Die Parallelen zum Untergang von ‚Lehman Brothers‘ sind kein Zufall, auch die weitere Handlung basiert lose auf den Ereignissen der Krise von Ende 2008.

Im Grunde besteht der Film aus zwei verschiedenen Erzählsträngen, die Oliver Stone bzw. seine Autoren zwangsverheiraten. Der eine erzählt von den finsteren Machenschaften der Finanzindustrie und der Hilflosigkeit von Politik und Gesellschaft. Der andere thematisiert das persönliche Drama von Vater und Tochter Gekko und eben Jake, der Winnie einen Heiratsantrag macht, sie aber gleichzeitig hintergeht und ohne Rücksprache mit ihrem Vater Kontakt aufnimmt. Beide Erzählstränge haben so ihre Schwächen, wobei insgesamt die ausgeschmückte Nacherzählung der Finanzkrise besser abschneidet.

Die besten Szenen von „Wall Street – Money Never Sleeps“ sind in den ersten zwei Dritteln zu finden. Die Exposition ist gelungen und durchaus glaubwürdig, die Hinterzimmer-Politik und die perfide Logik der Krise sind überzeugend inszeniert. Das menschliche Drama beginnt ebenfalls stark, Michael Douglas überzeugt ein zweites Mal als egomanischer, nun (angeblich) geläuterter Turbokapitalist. Die Figur von Winnie allerdings ist recht simpel angelegt, und bleibt blass. LaBeouf dagegen (bisher eher aus Blockbustern für Teenies bekannt) hat mich durchaus überzeugen können, zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Heimlicher – oder auch unheimlicher – Star des Films ist Josh Brolin, der den skrupellosen, intriganten Boss einer weiteren Investmentbank spielt.

Oliver Stone hat sich mächtig Mühe gegeben, einen modernen Eindruck zu machen, es gibt Splitscreens, atemberaubende Kamerafahrten durch Manhattan, kunstvolle Einstellungen und Schnitte zu sehen. All diese Stilmittel sind weitestgehend auch zweckmäßig eingesetzt, rein visuell ist der Film ein Vergnügen. Die Story schafft den Spagat zwischen den erwähnten Themen über weite Strecken, doch gegen Ende geht dem Drama an fast allen Fronten die Luft aus. Die Überraschungen sind nicht mehr überraschend, und der Film erliegt – zumindest oberflächlich – seiner Faszination mit den Unsummen von Dollars, denen seine Hauptdarsteller nachjagen. Die Botschaft, dass es (auch) die Gier des gemeinen Volks ist, die für die Zustände verantwortlich ist, wird zwar süffisant von Gekko unter die Leute gebracht, ist aber gegen Ende schon vergessen.

So richtig übel mag man das „Wall Street: Money Never Sleeps“ aber nicht nehmen. Der Film ist ein Drama und Finanzkrimi, er behandelt ein gesellschaftlich relevantes Thema – aber eben mit den Mitteln eines Hollywood-Films. Er möchte sein Publikum unterhalten, was ihm auch gelingt, trotz einiger Szenen, die den Bogen etwas überspannen. Ein kompliziertes Ereignis wie eine globale Finanzkrise lässt sich nicht ‚en detail‘ in die Form eines Spielfilms gießen. Wer trotzdem derartiges erwartet wird enttäuscht werden. Sicher kann der Film es nicht ganz mit der zeitgeschichtlichen Relevanz des ersten „Wall Street“ aufnehmen, aber einen Blick wert ist er trotzdem allemal.

3/5

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Neuer Film von „Moon“-Regisseur Duncan Jones

Der Trailer zu „Source Code“ ist gerade erschienen, und ich muss sagen der Film sieht nicht uninteressant aus. Die Story erinnert an „Deja vu“, weil ebenfalls ein Terroranschlag und Zeitreisen vorkommen, allerdings ist das Geschehen hier einen Tick ’nerdiger‘, wie ja schon der Titel erahnen lässt.

Jake Gyllenhaal spielt einen Soldaten, der im Rahmen eines geheimen Militärprogramms in den Quellcode (oder auch die Matrix) der Realität eingeschleust werden kann und so die letzten Minuten im Leben eines anderen Menschen erleben kann. Dadurch soll er einen Anschlag aufklären oder gar verhindern, ich habe den Trailer lieber ausgemacht für den Fall, dass er alles Wissenswerte ausplaudert. Ich erwartete eher unterhaltsames Spektakel als wirklich großes Kino, „Source Code“ wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr bei uns anlaufen.

Red Hill (DVD)

Filme aus Australien gucke ich nur wenige. Nicht, weil ich eine geringe Meinung vom Kino aus Down Under hätte, es kommt aber nicht so sehr viel hier im Kino oder auf DVD an. „Red Hill“ ist eine Ausnahme, wie ich aus vertraulicher Quelle weiss, hat es um den Film auf dem EuropeanFilmMarket 2010 ein kleines Wettbieten gegeben. Kinowelt hat offenbar das Rennen gemacht und den Film nun auf DVD in die Videotheken gebracht.

Polizist Shane Cooper ist mit seiner schwangeren Frau ins abgelegene Nest Red Hill gezogen und hat dort seinen ersten Arbeitstag. Ein freundlicher Empfang wird ihm nicht zu Teil. Die neuen Kollegen, allen voran der grantige Sheriff Old Bill, sind skeptisch, was Coopers Motive für die Versetzung von der Großstadt in ihr Kaff angeht. Doch bevor sich beide Seiten näher kommen können platzt eine üble Neuigkeit in die Einöde im australischen Hinterland. Der Aborigine Jimmy Conway ist aus dem Gefängnis ausgebrochen, und die Polizisten sind sich einig: der verurteilte Mörder kann nur Rache im Sinn haben, denn Old Bill hat ihn damals zur Strecke gebracht und böse verwundet.

Die Cops bringen sich in Stellung und versuchen dem Killer alle Wege in ihre Kleinstadt zu versperren. Cooper trifft auf seinem Posten als erster auf den Ausbrecher. Conways Gesicht ist zur Hälfte verbrannt, er redet noch weniger als Anton Chigurh aus „No Country For Old Men“ (an den die Figur deutlich angelehnt ist) und lässt einzig sein Schrotflinte sprechen. Cooper kann ihn nicht aufhalten, überlebt aber leicht verletzt und macht sich auf den Weg in die Stadt. Dort verfolgt Conway eiskalt jeden Polizisten und dezimiert langsam aber sicher deren Anzahl deutlich.

„Red Hill“ macht Anleihen beim Western, bei Thrillern und auch bei Horrorfilmen. Die Story ist effektiv und mit stimmungsvollen Bildern inszeniert. Was als simpler Rachefeldzug eines Killers beginnt wandelt sich auf dem Weg zum Showdown, die Fronten zwischen den Beteiligten verändern sich. Leider sind diese „Überraschungen“ meilenweit gegen den Wind zu riechen, weshalb der Film letztlich keine große Wucht entfalten kann. Die Schauspieler sind daran weitestgehend unschuldig und machen einen guten Job. Verantwortlich is eher das vorhersehbare Drehbuch, das seine Stärken eher in der Exposition als in der Ausführung hat.

Handwerklich weiss er durchaus zu überzeugen, auch wenn der nicht ganz das Niveau der klassenbesten Neo-Western der letzten Jahre („The Proposition“, „The Three Burials of Melquiades Estrada“) erreicht. Die Story ist solide entwickelt und durchaus spannend, die Wendungen trotz (oder wegen?) ihrer Offensichtlichkeit nicht unglaubwürdig. Den Einbau eines in Australien eigentlich nicht vorkommenden Raubtieres – ein Verweis auf die mythischen Kräfte der Aborigines – hätte man sich sparen können, aber unter dem Strich ist ein guter Low-Budget-Film herausgekommen, der völlig verdient den Sprung auf den DVD-Markt geschafft hat.

4/5

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Neue Trailers… [Update]

Cowboys & Aliens

Ja, der Titel ist ernst gemeint. In „Cowboys & Aliens“ treffen Cowboys auf Aliens, und also auch das Western- auf das Science-Fiction-Genre. Klingt nach Trash, ist aber immerhin hochkarätig besetzt. Daniel Craig und Harrison Ford sind in den Hauptrollen zu sehen, Regie führt Jon Favreau („Iron Man“) und Steven Spielberg ist als ausführender Produzent beteiligt. Die Story kreist um einen Mann, der irgendwie mit den Aliens im Bunde ist (oder war) und einen Colonel, der ihm auf den Fersen ist.

Schauplätze sind – dem Trailer nach zu urteilen – sowohl ein typisches Western-Kaff als auch ein Raumschiff. Das ganze basiert, wie sollte es anders sein, auf einer Graphic Novel von 2006, ist aber immerhin weder Remake, Fortsetzung oder Prequel, dafür muss man dieser Tage ja schon dankbar sein. Im August 2011 soll das Spektakel in die deutschen Kinos kommen.

Green Lantern

Ryan Reynolds hat es geschafft zum Star zu werden, ohne einen einzigen bemerkenswerten Film gedreht zu haben. Sag ich mal so. Allerdings hat er mit Scarlett Johansson eine bemerkenswerte Schauspielerin geheiratet, das hat sicher geholfen…

Zu seinen Filmen: „Wolverine“ war nicht schlecht, aber auch nicht großartig, auch Reynolds Rolle als Wade Wilson nicht. Die Rom-Com „The Proposal“ mit Sandra Bullock war im Rahmen der Möglichkeiten ganz gut, aber auch nicht weiter bemerkenswert. Dann war er noch in „Smoking Aces“ dabei, der Spaß gemacht hat, ohne zu begeistern. Und offenbar hat Reynolds in „Blade 3“ mitgespielt, den ich mir damals lieber gespart habe… Gute Kritiken gab es allerdings für „Buried“, den muss ich auf DVD nachholen und dann meine Aussage gegebenenfalls revidieren.

Egal. Nun ist Reynolds der Star der Big-Budget-Comic-Verfilmung „The Green Lantern“. Die Vorlage kenne ich nicht, der Trailer sieht okay aus. Es gibt viel CGI, die üblichen One-Liner und einen kleinen Einblick in die Story. Mit dabei sind außerdem Blake Lively („The Town“), Mark Strong („Sherlock Holmes“) und Peter Sarsgaard („Garden State“). Trotzdem bin ich nicht so sicher, ob ich mir das Spektakel nächsten Sommer im Kino ansehen werde. Comic-Adaptionen der herkömmlichen Machart habe ich eigentlich längst satt..

Red Riding Hood

Ebenfalls nicht so meine Art von Film wird wohl dieser Werwolf-Streifen werden. Ein mittelalterliches Dorf wird von einem solchen Biest heimgesucht, es scheint aus den eigenen Reihen zu stammen. Parallel gibt es da wie es im Trailer aussieht noch eine zentrale Romanze zwischen Amanda Seyfried („Jennifer’s Body“) und Newcomer Shiloh Fernandez. Fans des Monster-Genres können sich immerhin auf Gary Oldman freuen, der den Film mit seiner Anwesenheit beehren wird.

Country Strong

Vor einem Jahr war das kleine Country-Music-Drama „Crazy Heart“ auf einmal ‚everybody’s darling‘. Am Ende gewann Hauptdarsteller Jeff Bridges gar einen Oscar dafür. Auch 2011 wird es wieder einen Beitrag zum Genre geben, in „Country Strong“ spielt Gwyneth Paltrow eine Sängerin, die nach Rückschlägen einen Comeback-Versuch wagt. Für die nötige Authenzität soll dabei US-Countrysänger Tim McGraw sorgen, als deren Manager und Ehemann.

Die Macher des Films scheinen es ernst zu meinen, der Trailer verspricht (oder droht mit) einer Menge Drama. Ich bin gespannt, ob Paltrow (und „Gossip Girl“-Newcomerin Leighton Meester) ihre Gesangsszenen vernünftig meistern können. Es klingt im Trailer nicht verkehrt, trotzdem ist „Country Road“ nicht unbedingt meine große Hoffnung für das kommende Kinojahr. Ein Country-Drama alle fünf bis zehn Jahre würde mir reichen…

How Do You Know

Die gute Nachricht zuerst: Wie schon in „As Good As It Gets“ spielt in „How Do You Know“ Jack Nicholson unter der Regie von James L. Brooks. Hooray! Allerdings ist es nur eine Nebenrolle, im wesentlichen ist der Film eine romantische Komödie um ein ‚love triangle‘. Dies besteht aus Reese Witherspoon (als Frau um die 30 auf der Suche nach dem Kerl fürs Leben), Owen Wilson (als ihr unreifer Boyfriend) und Paul Judd (als sympathischer Pechvogel mit treuem Hundeblick).

In den USA wird der Film zu Weihnachten gestartet, hierzulande wohl später. Der Trailer sieht – unter den gegebenen Umständen – gar nicht schlecht aus, trotzdem gilt wie schon bei „Country Strong“: es ginge zur Not auch ganz ohne… Sollte der Film überraschenderweise was taugen braucht man sich ja auch nicht beschweren..

Unknown

Schon sehr viel eher nach meinem Geschmack scheint mir dieser Thriller zu sein. Liam Neeson spielt einen Arzt, der nach einem Autounfall (er crasht mit seinem Taxi von der Oberbaumbrücke in die Spree!) in Berlin aus dem Koma aufwacht. Seine Frau (January Jones, „Mad Men“) erkennt ihn danach nicht nur nicht wieder, ein anderer Mann hat seine Identität angenommen. Wer treibt da ein falsches Spiel ist also die Frage…die der Trailer fast schon zu gut beantwortet (also besser nicht bis zum Ende gucken).

Neben Diane Krüger sind auch andere bekannte Schauspieler des deutschen Kinos dabei, etwa Stipe Erceg („Die Fetten Jahre Sind Vorbei“)und Bruna Ganz („Der Untergang“), auch Frank Langella („Frost/Nixon“) spielt mit. Dass die Handlung in Berlin spielt ist natürlich nicht uninteressant. Auch wenn die Entscheidung, in Berlin und Babelsberg zu drehen, sicher eher finanzielle Gründe hatte als dass man das Flair der Stadt für den Film gebraucht hätte. Anfang 2011 kommt „Unknown“ in die deutschen Kinos. Sofern der Film sich bis dahin keinen Ruf als Rohrkrepierer erwirbt guck ich mir den mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch an..

The Kids Are All Right

Die 18-jährige Joni (Mia Wasikowska) und ihr jüngerer Bruder Laser (Josh Hutcherson) haben etwas ungewöhnliche Eltern, die sie ‚The Mums‘ nennen. Denn Nic (Annette Bening) und Jules (Julianne Moore) sind nun mal beide Frauen, erstere ist Jonis biologische Mutter, letztere die von Laser. Ein Vater war in dem Szenario nie vorgesehen, und doch kommt bald einer ins Spiel. Mit 18 ist es nämlich den Kindern erlaubt, bei der Samenspender-Agentur Kontakt zum Spender zu beantragen. Und weil beide ‚Mums‘ den gleichen Spender gewählt haben (und die Kids also über den Vater tatsächlich blutsverwandt sind) treffen so beide auf ihren biologischen Vater, der von ihrer Existenz bis dato nichts gewusst hat.

Mark Ruffalo spielt diesen neu gefundenen Dad namens Paul, einen Restaurantbesitzer und Lebemann. Nach der ersten Überraschung über das plötzliche Auftauchen von Kids in seinem Leben scheint er an seiner Rolle Gefallen zu finden, sehr zum Mißfallen der beiden Mütter. Doch während Jules sich zunehmend mit ihm zu verstehen scheint gibt Nic ihren Widerstand gegen den familiären Kontrollverlust nicht so leicht auf. Joni und Laser mögen ihren neuen Dad, müssen aber bald erkennen, dass er nicht einfach so aus dem nichts in die Familie integriert werden kann.

In „The Kids Are All Right“ überzeugen in erster Linie die guten Darsteller, die aus dem exotischen Patchwork-Family Material eine glaubwürdige Geschichte machen. Bening und Moore funktionieren als besorgtes Mutter-Paar, Ruffalo erweckt wie immer sofort Sympathie für seine Figur, und Wasikowska („Alice in Wonderland“) und Hutcherson spielen weitgehend an Teenie-Klischees vorbei.

Insgesamt will der Funke jedoch nicht so recht überspringen, weder in dramatischer noch in komödiantischer Hinsicht. Der Film erzählt mitfühlend und ausgewogen, traut sich aber nicht so recht einen der vielen Konflikte mal wirklich eskalieren zu lassen. Das wiederum passt nicht zu der ungewöhnlichen und mutigen Exposition der Story. Als würde „The Kids Are All Right“ seinem Publikum nicht zuviel zumuten wollen bedient man sich ausgiebig bei klassischen Familiendramen und verschenkt so Potential. Trotz bester Absichten ist der Film zwar einen Blick wert, aber letztlich „nur“ wegen der Darsteller auch sehenswert.

3/5

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Somewhere

Wer bei Sofia Coppolas neuem Film „Somewhere“ nicht hin und wieder an ihren Arthouse-Hit „Lost in Translation“ denken muss, hat letzteren wohl nicht gesehen. Die Ähnlichkeiten sind offensichtlich, sowohl stilistisch als auch thematisch – was bei der Regisseurin Hand in Hand geht. Das heisst aber nicht, dass sich ihr neues Werk nicht lohnen würde, denn erstens gibt es auch Unterschiede und zweitens war „Lost in Translation“ ja ein großartiger Film.

In „Somewhere“ spielt Stephen Dorff den fiktiven Hollywood-Star Johnny Marco, der trotz (oder gerade wegen) seines Jet-Set-Lebens immer mehr vereinsamt. Schon die Besetzung ist interessant, denn Dorff ist nicht unbedingt ein „echter“ internationaler Filmstar. Bekannt ist er dem Mainstream-Publikum vor allem als Bösewicht in „Blade“, ansonsten spielt er eher Nebenrollen in größeren Filmen („Public Enemies“) oder Hauptrollen in Straight-to-DVD-Filmen von mäßiger („Felon“) bis hoher („Shadowboxer“) Qualität. Ein Charakterdarsteller in klassischem Sinn ist er keinesfalls, aber das passt sehr gut, denn Johnny Marco ist auch eher der rustikale Actionfilm-Star.

Als solcher verdient er eine Menge Geld und lebt standesgemäß in einem Hotelzimmer in Los Angeles. In den ersten Einstellungen des Films dreht er sinnlos in seinem Ferrari ein paar Runden in der Ödnis, bevor er sich bei einer Party besoffen die Hand bricht. Damit wäre die Figur fast vollständig etabliert, es fehlen nur noch zahlreiche eher wahllose Frauengeschichten (oder besser One-Night-Stands) und die Tatsache, dass er eine elfjährige Tochter namens Cleo hat, die hin und wieder einen Tag in seiner Obhut verbringt. Weil Cleos Mutter sich unerwartet eine Auszeit nimmt, hat Johnny plötzlich für eine gute Woche das ungewollte Sorgerecht.

Das zentrale Thema von „Somewhere“ ist die Einsamkeit des (Anti-)Helden, die Sofia Coppola in langen, präzise beobachteten und sich oft wiederholenden Einstellungen einfängt. Die Welt eines Filmstars zeigt sie wenig glamourös, auch wenn Sex, Drugs & Rock’n’Roll durchaus vorkommen. Langweilig-sinnlose Pressetermine, endlose Schmink-Sessions und die ständige Angst von Paparazzi verfolgt zu werden bestimmen die Szenerie. Hin und wieder treten in Gestalt schöner Frauen auch die Sonnenseiten des Star-Daseins in den Vordergrund, die aber nie von Dauer sind.

Diese glaubwürdig entwickelte Stimmung und der immer wieder aufblitzende Humor ob der Absurdität des Geschehens sind die Stärke von „Somewhere“. Selten hat jemand, der in seinem eigenen Ferrari unterwegs ist, auf der Leinwand trauriger und verzweifelter ausgesehen. Wie bereits erwähnt finden sich einige Ähnlichkeiten mit „Lost in Translation“. Einsame Seelen wandern durch oberflächliche Welten, bemüht sich selbst zu finden – aber ohne eine Idee, wo sie suchen sollen. Wo sich in dem vorigen Film aber noch zwei Gestrandete trafen, die von ihrer gewohnten Umgebung getrennt waren und einander Trost spenden konnten, liegen die Dinge in „Somewhere“ etwas anders.

Die Präsenz von Cleo, ihre Rolle als stille Beobachterin von Johnnys Leben als ‚movie star without a cause‘ sorgt bei ihm endgültig zu der Erkenntnis, dass er seine Leben geradezu verschenkt. Trotzdem ist er lange unfähig den Tatsachen ins Auge zu schauen. Diese dabei entstehende Beziehung zwischen Vater und Tochter bleibt leider etwas blass und blutleer, hinter den schönen Bildern und Momenten ist wenig Substanz auszumachen.

Es ist eine weitere Stärke des Films, dass man für die Hauptfigur Sympathien aufbringen kann. Coppolas Blick auf Johnny Marco ist zuweilen gnadenlos, aber immer auch mitfühlend. Bei aller Coolness und Ironie der Inszenierung schimmert im Hintergrund eine reale, menschliche Komponente durch. Viele Einstellungen sind dabei so gewählt, dass die Figuren (im Kino) in lebensechter Größe zu sehen sind, was eine dokumentarfilmhafte Echtheit vermittelt. Diese steht als Stilmittel in gelungenem Kontrast zu den kühlen Bilder und dem entrückten Pop-Soundtrack, der das Geschehen süffisant kommentiert.

4/5

PS: Über das Ende von „Somewhere“ gehen die Meinungen sicher auseinander. Ich fand es weniger gelungen, wenngleich es sicher nicht unpassend ist.

„Battle: Los Angeles“ – Trailer Online [Update]

Es ist bei diesem Film mal nicht Roland Emmerich, der Los Angeles kaputt macht, es ist sein Kollege Jonathan Liebesman. Der ist eher für Horrorfilme bekannt, etwa das „Texas Chain Saw Massacre“-Prequel, was mir aber nach diesem Trailer ziemlich egal war. Das sieht nach einem ordentlichen Action- und Weltuntergangs-Streifen aus, vor allem wenn die Stimmung des Trailers in den fertigen Film gerettet werden konnte. Bei uns wohl im April 2011 im Kino zu sehen…

Update: Die musikalische Untermalung des gelungenen Trailers kommt von hier…

Wes Anderson mit neuem Film

Regisseur Wes Anderson wird nach dem hervorragenden Animationsstreifen „The Fantastic Mr. Fox“ wieder einen realen Spielfilm drehen, wie Deadline.com berichtet. Ich hoffe ja auf eine Rückkehr zur großen Form von „The Royal Tenenbaums“ nach dem recht enttäuschenden „The Darjeeling Limited“ von 2007. Angeblich sind Bill Murray, Edward Norton, Tilda Swinton und Frances McDormand in Gesprächen, was die Hauptrollen angeht. Die Story spielt in den 60er Jahren und kreist um zwei Teenies, die von zuhause und weglaufen – einige der oben genannten Darsteller dürften diesen zwei also im Laufe der Handlung auf den Fersen sein. Wann die Dreharbeiten beginnen ist unklar, eine Prognose zu einem möglichen Kinostart daher unmöglich…

Oscars 2011 – Die möglichen Kandidaten und wann sie bei uns anlaufen…

Wie jedes Jahr laufen in den USA zum Ende des Jahres die Filme an, in die Studios und Verleiher die größten Oscar-Hoffnungen setzen. Man will den Zeitraum zwischen Filmstart und Oscar-Verleihung im Februar 2011 klein halten, damit der Film der Academy noch frisch in Erinnerung ist. Bei uns in Deutschland sind viele dieser Filme erst im Februar oder März zu sehen, weil man dann den möglichen Oscar-Hype in die Kampagne zum Start einbringen kann und sich mehr Zuschauer erhofft.

Deshalb sind von den bisherigen Kandidaten nue wenige, wie etwa David Finchers „The Social Network„, hierzulande schon angelaufen. Der Film mit den „500 000 000 Freunden“ hat auch so sein Publikum gefunden, wenngleich er nicht eben Rekorde gebrochen hat (ca. $ 80 Mio. Einspiel in den USA, ca. 850 000 Besucher in Deutschland).

Auch „Inception“ darf auf eine Nominierung hoffen, denn der Blockbuster überzeugte nicht nur das Publikum sondern auch recht einstimmig die Kritiker. Und Roman Polankis „The Ghost Writer„, der bereits im Frühjahr lief, sollte nicht übersehen werden. Zwar wird Polanski nicht in die USA reisen können, das hat die Academy aber auch nicht daran gehindert ihn für den „Pianisten“ auszuzeichnen.

Hier nun also die Zusammenstellung der Streifen, die für die Oscars gehandelt werden, bei uns aber noch nicht zu sehen sind.

  • True Grit (Trailer)
    Die Coens haben einen Western gedreht, und zwar ein Remake des gleichnamigen Films von 1969. Statt John Wayne und Konsorten sind Jeff Bridges, Matt Damon und Josh Brolin dabei, der Trailer sieht auch richtig gut aus, und wenn die Coens mal keine Komödie drehen sind ihre Filme ja gerne mal Oscar-Material. Bei uns wird der erste echte Coen-Western immerhin nur wenige Wochen nach US-Start anlaufen, nämlich am 13. Januar, VOR der Oscar-Verleihung. Soweit der bisherige Plan…
  • The Fighter (Trailer)
    Alle paar Jahre ist ein Film über einen Boxer mit in der Verlosung, dieses mal „The Fighter“, mit Mark Wahlberg und Christian Bale in den Hauptrollen. Inszeniert von „Three Kings“-Regisseur David O. Russell schildert er die – natürlich auf wahren Begebenheiten beruhende – Story von Mickey „Irish“ Ward, der in den 90er Jahren ins Profi-Boxen einstieg. Ich habe für meinen Teil irgendwie genug solcher Filme gesehen, und werde wenn überhaupt auf die DVD warten. Deutscher Kinostart bisher nicht bekannt…
  • Black Swan (Trailer)
    Noch weniger Interesse als an Box-Filmen habe ich generell an Tanz-Filmen. „Black Swan“ spielt in der Ballett-Szene, kann aber immerhin mit Darren Aronofsky als Regisseur und Natalie Portman als Hauptdarstellerin punkten. Ob das reicht um mich zum Gang ins Kino zu motivieren kann ich so aus dem Stehgreif nicht beantworten. Bis zum 20. Januar ist noch Zeit zum hin und her überlegen…
  • The King’s Speech (Trailer)
    Der britische König Georg VI. steht im Mittelpunkt dieses schwer Oscar-verdächtigen Historiendramas. Colin Firth spielt den König, der unerwartet auf dem Thron landet (weil sein älterer Bruder eine Bürgerliche heiratet) und feststellen muss, dass sein Sprachfehler bei der Amtsführung eher hinderlich ist. Weil aber ein Weltkrieg um die Ecke guckt (der Zweite) arbeitet er an seinen Redekünsten, bis er das Volk begeistern kann. Oder so ähnlich. Wie gesagt, das klingt schwer nach Oscar-Alarm, ein Monarch, eine Behinderung, ein Weltkrieg, das Wohl der Menschheit, alles drin. Deutscher Kinostart ist noch unbekannt, ich habe es ehrlich gesagt auch nicht so eilig mit dem Streifen.
  • 127 Hours (Trailer)
    Anno 2009 hat Regisseur Danny Boyle mit „Slumdog Millionaire“ mächtig abgeräumt, daher ist sein nächster Film quasi automatisch ein Kandidat. In „127 hours“ geht James Franco als Bergsteiger in einem Canyon verschütt und muss ums Überleben kämpfen. Dabei lässt er sein bisheriges Leben Revue passieren, der Film wird also reich an Rückblenden sein. Der Trailer sieht nicht schlecht aus, ob das Ganze tatsächlich einen spannenden Film ergibt kann Ende Februar in den hiesigen Kinos erkundet werden.
  • Blue Valentine (Trailer)
    Auf dem Sundance-Festival hat das Spielfilm-Debut von Derek Cianfrance zwar keinen Preis gewonnen, aber wohl doch für Aufsehen gesorgt. Ryan Gosling und Michelle Williams spielen ein junges Paar, das auf und ab ihrer Beziehung ist Thema des Films. Gestraft mit einem „NC 17“-Rating (wohl wegen einer zu realistischen Sex/Gewalt-Szene) wird der Film nicht unbedingt viel Geld einspielen, könnte aber als Darling der Kritiker und Independent-Freunde einen Platz auf dem von 5 auf 10 Nominierungen gewachsenen Zettel mit den Kandidaten für den besten Film finden…
  • Hereafter (Trailer)
    Clint Eastwoods Filme gehen bei den Oscars selten leer aus, „Gran Torino“ und „Invictus“ waren da zuletzt eher die Ausnahmen als die Regel. In seinem aktuellen Drama, das in den USA schon angelaufen ist, geht es um Thema Sterblichkeit und Berührungen mit den Tod/Jenseits. Matt Damon spielt die Hauptrolle, an seiner Seite dabei ist unter anderem Cecil De France. Klingt nicht unbedingt nach einem ‚Must-see‘, gespannt bin ich trotzdem, wie sich der alte Haudegen in diesem Metier so schlägt. Bei uns ab Ende Januar im Kino.
  • Biutiful (Trailer)
    Alejandro Gonzales Innaritu hat sich mit „Amores Perros“, „21 Grams“ und „Babel“ einen Namen in Hollywood und der restlichen Filmwelt gemacht. In seinem neuen Film irrt Javier Bardem als an Krebs erkrankter Vater durch Barcelona, verzweifelt bemüht seinen Kinder eine Perspektive zu hinterlassen. Der Jury in Cannes war das einen Darsteller-Preis wert, und ich denke das könnte ein sehenswerter Film werden. Zumal Inarritu zum ersten Mal in Europa gedreht hat…

Splice (DVD)

Da ich mir so gut wie nie Horrorfilme ansehe, kommt es auch nur selten vor, dass ein Film bei mir eine deutliche physische Reaktion hervorruft. „Splice“, an der Grenze von Horror, Drama und Thriller angesiedelt, hat das locker geschafft, deshalb hier gleich mal die Warnung: dieser Film ist nichts für zarte Gemüter, er mag bei so manchem Zuschauer leichten Ekel und generelles Unwohlsein auslösen. Das spricht nicht unbedingt gegen den Film, zeugt es doch von handwerklicher Klasse, doch man sollte sich dessen bewusst sein, bevor man sich auf die Story einlässt.

Die jungen Wissenschaftler Clive (Adrien Brody) und Elsa (Sarah Polley) sind frustriert, weil ihnen ihr Arbeitgeber (ein Pharmaunternehmen) untersagt, ihre Versuche auf das nächste Level zu heben. In einer Mischung aus Forschungseifer und persönlichem Ehrgeiz – gepaart mit einem guten Schuss Naiivität – machen sie sich eigenhändig ans Werk und kreuzen tierische mit menschlicher DNA zu einem neuen Lebewesen. Das Ergebnis ist menschenähnlich, kann nicht sprechen, ist aber mit ein paar „Extras“ ausgestattet. Vor allem Elsa ist völlig hin und weg von ihrem Forschungsergebnis und verliert bald ihre professionelle Distanz zum „Objekt“.

Während ihr auf den Namen Dren getauftes Ziehkind in beachtlichem Tempo wächst und wächst wird die Situation in Elsa und Clives heimlichen Neben-Labor immer schwieriger. Auf einer verlassenen Farm als letzter Zuflucht spitzen sich die Geschehnisse dann langsam zu, die Unmöglichkeit eines Zusammenlebens wird immer deutlicher. Die Effekte von „Splice“ sind überzeugend, nur so kann der Film überhaupt funktionieren. Drens Äußeres ist abstoßend und faszinierend zugleich, und der Film verstärkt die abseitige Handlung mit klassischen Mitteln wie dem pointierten Soundtrack, den generell düsteren Farben und später auch drastischen Bildern.

Ich habe mich während des Films – vor allem zu Beginn – häufiger gefragt, woher mein Unbehagen eigentlich kommt. Abgesehen von den genannten Stilmitteln ist es vor allem das Szenario selbst, und die Selbstverständlichkeit, mit der sich die Figuren darin bewegen. Das Design der künstlichen Lebewesen (neben Dren kommen noch zwei ohne menschliche Zutaten vor) zielt darauf ab, das man angeekelt ist, und doch nicht wegsehen kann. Die Schauspieler – das Ganze ist im Wesentlichen ein Kammerspiel mit Polley und Brody – füllen ihre Rollen äußerst realistisch aus, die Spezial-Effekte sind als solche beinahe unsichtbar.

„Splice“ ist also richtig creepy geworden, er zitiert Horrorkino a la „Frankenstein“, mischt es mit moderner Wissenschaft und Fragen um Ethik und Moral. Doch es geht dem Film nie um die ernsthafte Aufarbeitung dieser Themen, er bleibt bei seinen Figuren und der Ambition, einen handwerklich hervorragenden Thriller um ein Monstrum der Wissenschaft zu schaffen. Zwar mangelt es an manchen Stellen an innerer Logik, aber die Stärke der Inszenierung wiegt das locker wieder auf. Man darf gespannt sein, ob Regisseur Vincenzo Natali („Cube“, „Cypher“) sich tatsächlich auch an die Verfilmung von William Gibsons „Neuromancer“ machen wird.

4/5

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Warum schreibt er denn nichts mehr?!

Ganz einfach. Weil nichts läuft, im Kino. „RED“ habe ich verpasst, der wird aber wohl auch warten können, „Stichtag“ ebenso. „Somewhere“ von Sofia Coppola würde ich mir wohl ansehen, mal sehen ob sich Mitstreiter finden. „In Ihren Augen“ habe ich auch verpasst, der wurde vorverlegt. „Unstoppable“ ist auch nicht ganz das Wahre, glaube ich. Also wird es in den nächsten Tagen und Wochen eher DVD-Besprechungen geben, morgen z.B. gibt es meinen Senf zu „Splice“.

(Und ich guck in der Zwischenzeit weiter fleißig „Lost“, bin inzwischen bei Staffel 4 angelangt. Nur noch schlappe 45 Folgen und ich bin durch!)

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