Repo Men (DVD)

Die USA in der nahen Zukunft. Künstliche High-Tech-Organe retten und verlängern Leben von abertausenden Menschen. Verkauft werden sie vom Konzern „The Union“, meist per Ratenzahlung. Was aber, wenn ein Träger einer künstlichen Leben seine Raten nicht bezahlen kann? Dann kommen die Repossession Men – kurz „Repo Men“ – und holen das Eigentum des Konzerns zurück. Das ist aber keine so saubere Sachen, denn die „Not-Operation“ wird gleich beim Träger zuhause vergenommen und verläuft meist tödlich…

Die Freunde Remy (Jude Law) und Jake (Forest Whitaker) sind seit Jahren erfolgreiche „Repo Men“, Gewissensbisse bezüglich ihres Berufs haben sie nicht. Remys Frau allerdings passt die Anstellung ihres Gatten gar nicht. Bevor der sich versieht ist sie samt Sohn ausgezogen, er hat einen Job versaut und liegt im Krankenhaus – mit einem künstlichen Herzen, dass ihm sein Boss Frank (Liev Schreiber) hat einsetzen lassen.

Es kommt bald wie es kommen muss – Remy ist seinen Job leid, hat Skrupel, will nicht mehr töten. Leider hat er nun dasselbe Problem, was früher seine „Aufträge“ hatten: er kommt in Verzug mit der Ratenzahlung, „The Union“ will das Kunst-Herz zurück. Remy geht in den Untergrund, wo er die hübsche Beth (Alice Braga) trifft. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zum Showdown kommt – aber wird es tatsächlich Jake sein, der Jagd auf Remy macht?

Die Idee hinter der Handlung ist nicht verkehrt, leider ist das Drehbuch nicht in der Lage, das Potential auszuschöpfen und sich auf die Kernthemen zu konzentrieren. Stattdessen franst der Plot beständig weiter aus, auch der Ton des Films ändert sich von Zeit zu Zeit, je nachdem was gerade besser passt. Mal ist es Sci-Fi-Satire, mal zynische Splatter-Action, dann wieder Endzeit-Epos oder Drama um wahre Freundschaft und den Sinn des Lebens.

Als Zuschauer verliert man über die vielen Richtungsänderungen und Unglaubwürdigkeiten des Plots bald das Interesse. Nicht, dass man den „Repo Men“ nicht knapp zwei Stunden zusehen könnte, man tut es nur mit zunehmender Laufzeit mit etwas gequältem Gesichtsausdruck und ohne den Film noch ernst zu nehmen. Das ist schade, denn aus dem Szenario hätte was werden können – wenn man es nur schlüssiger entwickelt hätte.

Ein Wort noch zu Jude Law, der hier zum ersten Mal den Action-Helden gibt: er ist am Scheitern des Konzepts nicht schuld, kann es aber ebenso wenig verhindern wie Forest „Ghost Dog“ Whitaker. Beide Figuren bleiben letztlich blass, gleiches gilt für Liev Schreiber als kaltherziger Organ-Manager. Und wenn der Bösewicht nicht interessant ist – so die gängige Lehrmeinung im Action-Genre – dann scheitert meist der ganze Film. Da hilft auch die Extra-Portion Brutalität, die sich der Film (in der ungekürzten Fassung) gönnt, nicht weiter.

3/5

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