Auftrag: Rache

Mel Gibsons erster Film als Schauspieler seit 8 Jahren ist kein sonderlich subtiler Thriller, einen weniger billigen deutschen Titel hätte „Edge of Darkness“ (Originaltitel) aber schon verdient gehabt. Gibson spielt Detective Thomas Craven, der recht unvermittelt Besuch von seiner Tochter Emma bekommt. Wenig später wird Emma brutal über den Haufen geschossen. Craven glaubt zunächst, der Anschlag habe eigentlich ihm gegolten, landet bei seinen Nachforschungen dann aber bei ihrem letzten Arbeitgeber, dem semi-militärischen Forschungslabor „Northmoor“. Dort hält Chef Jack Bennett (Danny Huston) die Fäden in der Hand, lässt sich von Craven aber nicht in die Karten gucken.

„Auftrag: Rache“ ist eine B-Movie-artige Mischung aus Rache- und Verschwörungsthriller. Drehbuchgerecht fallen dem trauernden Detective die Indizien in den Schoß, fangen Leute an zu plaudern, betreten zwielichtige Typen die Bühne. Unter diesen ist Geheimdienstler Jedburgh (Ray Winstone), der Craven bei dessen Ermittlungen erst einmal weitgehend gewähren lässt. Das Geschehen hat seine spannenden Momente, die Atmossphäre ist angemessen düster. Mel Gibson – sichtlich älter geworden – hat das Schauspielen nicht verlernt und probiert ein paar neue Gesichtszüge aus, seine Mimik hat mit Riggs aus „Lethal Weapon“ nicht sehr viel zu tun.

Trotz der guten Ansätze und einem passenden Ende kann der Film von „Casino Royale“-Regisseur Martin Campbell sein Publikum nicht so recht fesseln. Zu schnell ist klar, was eigentlich los ist (den Zuschauern noch vor Gibsons Figur), zu nebensächlich ist es, welcher Anzugträger nun eigentlich die meiste Schuld an Emmas Tod hat. Der militärisch-industrielle Komplex gibt einmal mehr den Bösewicht, auch das ist nicht neu oder überraschend. Zumal „Edge of Darkness“ keine große politische Message mitbringt, sondern offensichtlich als Spannungskino verstanden werden will. Als Zeitvertreib für Thriller-Freunde möglich, den Gang ins Kino darf man sich aber sparen.

3/5

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