Edzards Filmriss

DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!

Monthly Archives: Februar 2010

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Watchmen 2?

Also, ich finde immer noch, dass “Watchmen” einer der besten und mutigsten Filme des letzten Jahres war. Und sicherlich in den Top-3 unter den Comicverfilmungen dieser Welt. Nun aber erwägt man wohl bei DC Comics, dem ersten Film weitere Filme folgen zulassen, mit Fortsetzung, Spin-Offs und Gedöns. So meldet es das britische Filmmagazin Empire auf seiner Website. Allerdings ist “Watchmen” keine Comic-Reihe, sonder EIN Comic (aka eine Graphic Novel). Die Geschichte wurde also bereits in Gänze erzählt (Note to self: Director’s Cut gucken), und soweit ich weiss hat Autor Alan Moore nicht vor, den Faden weiterzuspinnen. Meinetwegen muss dass auch nicht sein, der Film steht gut für sich selbst, no further questions!

PS: Wobei ein paar mehr Rohrschach-Stories gar nicht schlecht sein müssen. Nur wird der am Ende des Films zerfetzt, also käme er nur in (Spin-Off-)Prequels vor. Hmmm, nee, dann lieber nicht!

Die Oscars..

Heute kamen die Nominierungen raus, ohne größere Überraschungen allerdings. Da neuerdings 10 statt 5 Filme für in der Kategorie “Bester Film” nominiert werden sind Außenseiter wie “District 9″ oder “The Blind Side” dabei, ansonsten aber geht alles den gewohnten Gang. Ich werde mich dem Thema demnächst ausführlicher widmen, wenngleich ich – eigentlich wie immer – letztlich keine großen Hoffnungen auf eine lustige, kurze und unterhaltsame Awards-Zeremonie habe. Immerhin sind einige Kategorien noch recht offen, darüber wird zu reden sein…

Sherlock Holmes

Angesichts der Popularität der Figur Sherlock Holmes war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood den Stoff mal wieder verfilmt. Denn obwohl mit Guy Ritchie ein Engländer Regie führt ist der Film ganz sicher eine US-Mainstream-Variante der Geschichte. Robert Downey, Jr. (ein Ami, aber auch ein großartiger Schauspieler, was die Briten besänftigen dürfte) spielt die Titelfigur, Jude Law leiht Kollege Dr. Watson sein charmantes Äußeres. Rachel McAdams (“State of Play”) und Kelly Reilly (“L’auberge espagnol”) spielen die einzigen nennenswerten Frauenrollen, von denen es in Ritchies Filmen traditionell nicht eben viele gibt.

Downey Jr. spielt Holmes als einen kauzigen, aber körperlich sehr agilen Mann. Wie ich hörte ist auch in den Vorlagen von einer Box-Vergangenheit die Rede (Danke, Malteser!), im kollektiven Gedächtnis aber dominierten (bisher) Pfeife, Scharfsinn und feiner Zwirn das Bild des Helden. Auch Watson hat ein kleines “Martial-Arts-Upgrade” bekommen und weiss sich gegen brutale Halunken zur Wehr zu setzen. Allerdings will Watson – nach der spektakulären Festnahme von Lord Blackwood (Mark Strong) zu Beginn – das Detektivgeschäft eigentlich an den Nagel hängen und in den ruhigen Hafen der Ehe einlaufen. Holmes ist wenig erfreut und lässt seinen Partner das auch bei jeder Gelegenheit spüren…

“Sherlock Holmes” anno 2010 ist eine Mischung aus Buddyfilm, Krimi und Action, wer irgendwas anderes erwartet (also den Trailer nicht gesehen hat), wird wohl enttäuscht werden. Tatsächlich macht der Film aber eine Menge Spaß, wenn man von kleineren Mängeln absieht. Die Geschichte nimmt schnell Fahrt auf, punktet mit witzigen Dialogen, gut gesetzten Überraschungselementen, und setzt auch oft genug Holmes’ legendären Intellekt in Szene. Herausgefordert wird dieser vom bereits erwähnten Lord Blackwood, der nach seiner eigenen Hinrichtung andere Pläne hat als einfach nur tot zu sein…die Weltherrschaft sollte es schon sein!

Dass der Film nur bedingt spannend ist überrascht nicht wirklich, schließlich löst der gute Sherlock bekanntermaßen seine Fälle. Ein bißchen over-the-top ist das Geschehen zwar schon, trotzdem macht es meist Spaß, auch wenn die Action mal für 10 Minuten das Ruder übernimmt. Das Darsteller-Ensemble überzeugt, Downey Jr. und Law schaffen es, den bekannten Figuren ein paar unbekannte Züge zu geben, ohne nur noch Karikaturen der Vorbilder zu spielen. Weniger gelungen sind leider die Special-Effects sowie der generelle Look des Films. CGI dominiert die Leinwand, unscharf und dunkel präsentiert sich das London um 1900. Da wären ein paar mehr echte (und kostspielige) Sets doch besser gewesen, um ein paar der wunderbar erhaltenen alten Gebäude der Stadt ins rechte Licht zu setzen.

Popcorn-Kino mit ein wenig Anspruch, ein wenig Spannung, guten Schauspielern und ein paar schönen Bildern ist bei Guy Ritchies Version von “Sherlock Holmes” herausgekommen. Die zwei Stunden Spielzeit vergehen bis auf wenige Längen äußerst schnell, und wirklich grobe Schnitzer vermeidet der Film auch. Angesichts des Endes wäre es nicht sonderlich kühn von mir würde ich vermuten, dass wir noch nicht das letzte Holmes-Abenteuer mit dieser Besetzung gesehen haben.

4/5

PS: [Für fortgeschrittene Leser] Gut, dass ich mein Punktesystem geändert habe. Ich hätte auf jeden Fall wieder eine 7/10 gegeben…

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Gegen jeden Zweifel

Thriller guck ich ja immer gerne, und wenn es ein bißchen Richtung “Matlock” geht – auch fein. So weit, so gut für “Beyond a Reasonable Doubt” (Originaltitel). Der Justizthriller bietet Michael Douglas in einer Hauptrolle, und der wiederum ist eigentlich selten in miesen Filmen dabei. Eigentlich. Denn dieser Film ist mehr als mies. Er stinkt. Die Story ist Quatsch, die Schauspieler lahm oder (Douglas) auf Autopilot, die Inszenierung bestenfalls einfallslos.

Am überraschendsten aber ist, dass irgendjemand den Mist überhaupt finanziert hat. Es muss jemand gewesen sein, der das Drehbuch nicht kannte. Denn vom Niveau her kommt der Film eher wie eine schlechte Folge einer mäßigen Serie her denn wie ein Kinofilm. Der Plot geht etwa so: Ein junger Jounralist will den bösen Staatsanwalt überführen – denn der platziert nachträglich DNA-Proben an Tatorten. 17 mal in Folge hat er so seine Fälle gewonnen! Also bringt sich besagter junger Journalist mithilfe von Indizien selbst als Mordverdächtiger ins Spiel. Wenn dann die DNA aus dem Hut gezaubert ist soll ein Film beweisen, dass er erst NACH der Tat die Schuhe/den Köter/die Jogginghose gekauft hat und folglich unschuldig sein muss…

Klappt natürlich so nicht, geschenkt. Eine Love-Story gibt es nebenbei auch, allerdings derartig unglaubwürdig, dass man besser drüber hinwegsieht. Und eine “große Überraschung” hat der Film auch im Gepäck, allerdings ist die meilenweit gegen den Wind zu riechen und kein Stück überzeugend.”Beyond a Reasonable Doubt” vereint die allermeisten Zutaten schlechter Filme. Er hält sich für mächtig clever, ist es aber nicht. Er bietet keine interessanten Figuren, sondern drehbuchgerechte Rollen. Der Hauptdarsteller ist untalentiert und wenig sympathisch, der Bösewicht langweilig. Sowas wie Logik existiert nicht, und der Film merkt das nicht einmal. Wer den überkonstruierten Thriller “The Live of David Gale” gesehen hat stelle sich den Film in richtig schlecht vor, und er bekommt eine Ahnung von der Grottigkeit dieses Streifens.

1/5

Neue Bret Easton Ellis-Verfilmung?

Der US-Autor Bret Easton Ellis hat einige streitbare Bücher geschrieben. Am bekanntesten ist sicherlich “American Psycho”, seine ätzende Satire der 80er-Jahre Yuppie-Ära. Basierend auf seinen Werken hat es gute Filme gegeben, etwa die die Verfilmung besagter Yuppie-Satire, oder “The Rules of Attraction”. Zuletzt wurde “The Informers” verfilmt, ein Film der die Tiefe hinter der Ellis-typischen Oberflächlichkeit nicht so richtig verstanden hat – oder sie einfach nicht umsetzen konnte…

Nun ist eine Verfilimung von “Lunar Park” im Gespräch, dem neusten Roman von Ellis. Das Buch gibt vor, eine Autobiographie zu sein, ist aber “nur” eine fiktive Variante. In der Mischung von Stephen-King-artigem Horror und Dekonstruktion des gefühlt sinnlosen Lebenstils reicher Vorort-Bewohner sind sicher interessante Filmstoffe zu finden. Und Benicio del Toro als Ellis’ alter ego ist auch eine spannende Bestzung. Ob aber ein in sich schlüssiger Film dabei rauskommt muss leider bezweifelt werden. Mal sehen, ob die IMDB demnächst mehr vermeldet, als die Intention einer Produktionsfirma, die Story auf die Leinwand zu bringen. “The Informers” war ein herber Flop, obwohl klasssiches Ellis-Material. Und “Lunar Park” ist ein wenig komplizierter, und erfordert – eigentlich – Vertrautheit mit den vorigen Werken des Autors. Gesucht sind also eine Drehbuch-Offenbarung UND ein Regisseur mit einer Vision…

Neue DVDs

Zu ausführlichen Rezensionen dieser beiden Filme fehlt mir irgendwie der Elan, und neuerdings auch ein wenig die Zeit. Ich will aber nicht verheimlichen, dass ich “Assassination of a High School President” und “Management” gesehen habe. Ich war übrigens ein wenig kränklich zuletzt, falls sich jemand über die Filmauswahl wundert…

Assassination of a High School President” ist (immerhin) nicht eine der üblichen stinkenden High School-Klamotten, sondern einen Tick besser. Ein Außenseiter mit journalistischen Ambitionen hat eine ganz große Story über geklaute Examens-Unterlagen. Der Schüler-Präsident ist involviert, der Skandal ist groß. Bruce Willis gibt den beinharten Direktor der Schule, Mischa Barton die Femme Fatal, außerdem bevölkern typische Nerd- und Kiffer-Gestalten den Film.

Das ganze ist nicht ganz ernst gemeint, obwohl die Story aus recht klassischem Detektiv-Material geschnitzt ist (und am Ende “Chinatown” zitiert). Am ehesten ist der Film eine Kurzversion der Serie “Veronica Mars”, nur eben mit einem Kerl in der Hauptrolle. Kann man sich angucken, spielt aber nicht in der Liga von “Brick“. Also lieber letzteren gucken, sofern noch nicht geschehen. (3/5)

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Management” ist eine romantische Komödie mit Jennifer Aniston. Und somit eigentlich prädestiniert, um von mir ignoriert zu werden. Wie schon gesagt, ich war halt angeschlagen, und hatte keine Lust mehr zu lesen. Aniston spielt eine Geschäftsfrau von der Ostküste, die auf Geschäftsreisen wiederholt in einem Motel irgendwo in Phoenix unterkommt. Der freundlich-naive Sohn der Besitzer (Steve Zahn) ist von dem schicken Gast sehr angetan, und gegen jede Wahrscheinlichkeit geht was zwischen den beiden.

Nun ist der Film nicht unbedingt eine innovative Indie-Perle, aber eben auch besser und interessanter als klassische Rom-Com-Streifen mit Matthew McConaughey oder Kate Hudson (oder beiden). Ein bisschen Off-Beat, leichtfüßig aber nicht seifig geht die Story ihren Weg. Auch für Woody Harrelson ist dabei Platz, er kompliziert die Dinge als Anistons Ex-Freund – der bald wieder die erste Geige spielt. “Management” gelingt es, aus der recht unrealistischen Exposition einige witzige Szenen herauszuholen und seine Figuren charmant zu präsentieren. Kein Grund zur Euphorie, aber wenn der Film in zwei Jahren Sonntagabend bei Pro7 läuft kann man ihn getrost laufen lassen. Falls noch irgendjemand, der Blogs liest sonntagabends Fernsehen guckt.. (auch 3/5)

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