Surrogates

Die Welt in naher Zukunft. In den USA sind künstliche Menschen zur Normalität geworden. Die echten Menschen bleiben zuhause und steuern ihre künstlichen Pendants durch die echte Welt. Polizisten, Anwälte, Geschäftsleute – sie alle verlassen die eigenen Wände nur noch mit ihren künstlich optimierten „Surrogates“. Eine Reihe von Gegnern dieser neuen Realität weigert sich, auf Avatare umzusteigen. Angeführt von „The Prophet“ (Ving Rhames) haben sie ein „Menschen-Ghetto“ innerhalb von Boston errichtet und sehnen den Tag herbei, an dem der Wahnsinn ein Ende hat.

Die Story beginnt mit dem Mord an zwei „Surrogates“, in dem Tom Greer (Bruce Willis, mit geschöntem Look und 80er-Jahre-Frisur) vom FBI ermittelt. Das besondere an der Tat: nicht nur die Kunstwesen sind zerstört, auch die Menschen dahinter sind ums Leben gekommen – ein nie dagewesenes Phänomen. Die Spur führt bald zum VSI-Konzern, dem Hersteller der „Surrogates“, und zum ehemaligen Chefentwickler der Firma. Bei der Suche nach dem Killer gibt bald auch Greers eigener Surrogate den Geist auf, und er muss – zum ersten mal seit Jahren – wieder höchstpersönlich raus in die Realität..

Irgendwo zwischen „I, Robot“, „Equilibrium“ und Konsorten angesiedelt ist der Film von Jonathan Mostow („Terminator 3“) keine Meisterleistung, aber doch ein unterhaltsames Vergnügen. Das Dilemma einer Welt, in der Menschen nur noch über Maschinen kommunizieren, wird thematisiert, ohne dass der Ton jemals ins Philosophische rutschen würde. Es gibt Action, Spannung und ein allzumenschliches Drama, bis zum Ende stimmig, wenn auch zuweilen etwas plump serviert.

In knapp 90 Minuten erzählt „Surrogates“ eine geschickte Variation des Themas „geklonte Menschen“. Der Film kennt seine Stärken, die eindeutig in der Unterhaltung/Action liegen, macht aber auf den anderen Schlachtfeldern (Drama, Logik, Realismus) auch nicht viel falsch und kommt so recht unbeschadet ins Ziel. Bruce Willis gibt hier in bester „Die Hard“-Manier alles, muss ordentlich einstecken und ist also ganz in seinem Element. Ob man sich für die Geschichte ins Kino begibt, oder sich das bunte Treiben lieber beizeiten zuhause ansieht muss jeder mit sich selbst ausmachen. Viel falsch machen tut man mit „Surrogates“ so oder so jedenfalls nicht.

4/5

PS: Der Film basiert auf dem gleichnamigen Comic, entschuldigung, Graphic Novel, von Robert Venditi und Brett Weldele.

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