In eigener Sache…und über 3-D

Die meisten Filme, die ich hier rezensiere, gucke ich mir im Kino an. In 90 Prozent aller Fälle im Cinestar am Potsdamer Platz, in 50 Prozent aller Fälle in Kino 8 – größte Leinwand, bester Sound, is klar.

Aber: einige Filme müssen auch bis zum DVD-Start warten. Oder Abbildung ähnlich, gibt ja noch andere Vertriebswege. Anyhow, meine Heimkino-Situation hat sich bisschen geändert. Der 32-Zoll-Aldi-Röhrenfernseher ist abgeraucht. Genauer gesagt hat die „Ost-West-Stufe“ ins Gras gebissen. Falls jemand Bock hat da mit nem Lötkolben beizugehen und die Reuse (vorübergehend) zu reanimieren, bitte melden!

Gut für mich, dass LCD-Fernseher billiger geworden sind. Und ich jetzt einer 42-Zoll-Glotze gegenüber sitze, mit HD und Gedöns. Einige Dinge ändern sich aber trotzdem nicht. Beschissene Filme sind immer noch beschissen, nur eben größer jetzt. Warum schreibe ich das überhaupt? Keine Ahnung, wohl weil es sonst nicht viel zu schreiben gibt. Als nächstes ist Mitte der Woche mit einem Beitrag über „Avatar“ zu rechnen. Bin mal gespannt, ob der Film

a) 14 Euro wert ist (IMax und so)
und
b) auch nur annäherend soviel für die vielzitierte „Zukunft des (3-D)-Kinos“ erreicht, wie es gemeinhin erwartet wird

Ich habe nicht allzu viel in 3-D gesehen bis jetzt, und bin da ehrlich gesagt auch eher skeptisch und beinahe konservativ. Gute Geschichten können sicher davon profitieren. Aber es fehlt schon in 2-D an allen Fronten an guten Geschichten, und die Gefahr, bei 3-D komplett auf Effekte und Null auf Story zu setzen, ist sicher nicht von der Hand zu weisen.

Im schlimmsten Fall geht das Kino zurück zu den Anfängen – zur Zirkusattraktion. Im besten Fall bringen die großen Studios pro Jahr demnächst jeweils zwei oder drei große Filme in 3-D ins Kino – weit vom Mainstream wird man sich da sicher nicht entfernen, aber vielleicht ist aus der Technik ja was rauszuholen. Für wahrscheinlicher halte ich allerdings folgendes: „Herkömmliches“ Kino bleibt wie es ist, wandert aber immer weiter Richtung Heimkino, 3-D-Stoffe werden zusätzliches Geld einspielen und die Leute aus dem Haus locken.

Die Preisfrage ist: gibt es genug fähige Regisseure und Drehbuchautoren, die Stoffe EIGENS für 3-D entwickeln, oder kriegen wir nur ein paar Jahre lang allen möglichen Zirkus geboten? Ich glaube, es ist – bei allen verständlichen Bemühungen, die Entwicklung und Umrüstung der Kinos zu beschleunigen – extrem wichtig, gute Stoffe in 3-D zu produzieren. Sei es für Kids oder Teenies oder Erwachsene – wenn die ersten Blockbuster nicht viel taugen, dann geht das fröhliche DVD-gucken und PS3-Daddeln munter weiter.

Vielleicht wäre die Umrüstung auf digitale Projektion ein besserer „erster“ Schritt zur Rettung des Kinos. Das würde den Kinos eine vielseitigeres, flexibles Programm erlauben, und die Kosten für den Vertrieb im Kino würden sinken. Dann könnten Filme, die auf DVD Feuer gefangen haben, tatsächlich ein Kino-Revival feiern. Denn genau da hapert es doch im Moment. Kleine, feine Filme, die nicht sofort ein Publikum finden, verschwinden nach ein, zwei Wochen aus den Kinos. Warum sollten die nicht wieder kommen? Oder anders gefragt: wieviele von den Millionen Fans von „The Big Lebowski“ haben den Film im Kino erleben dürfen?! Zu wenige, Dude!

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