I love you, Beth Cooper

Hayden Panettiere ist als Cheerleader mit außergewöhnlichen Fähigkeiten in der TV-Serie „Heroes“ bekannt geworden. Nun wagt die kleine blonde Schauspielerin den Sprung ins Kino, der Teenie-Film „I love you, Beth Cooper“ ist ihre erste nennenswerte Hauptrolle. Die Story ist genretypisch simpel gestrickt. Der nette, etwas trottelige Streber Denis gesteht bei der großen Highschool-Abschlussfeier vor der versammelten Schule seine Liebe zur hübschen Cheerleaderin Beth Cooper (Panettiere). Die ist zunächst wenig begeistert, geht aber auf die Einladung zu Denis‘ kleiner Party am Abend ein.

Was folgt ist klassischer Teenie-Stoff. Beth und zwei Freundinnen schnappen sich Denis und seinen Kumpel Rich für eine Stritztour durch die Nacht, immer verfolgt von Beths Ex-Freund, einem beschränkten Soldaten. Die Stationen sind auch bekannt – eine große Party, ein Supermarkt zum Bier kaufen, ein Lagerfeuer im Wald, nächtlicher Besuch der Schule, ein abgelegenes Haus am See. Das ganze ist nicht schlecht gemacht, ein paar Lacher, ein wenig Action und einige Running Gags halten das Tempo hoch. Die jungen Schauspieler machen ihre Sache gut, können aber nicht überspielen, dass die Handlung eine recht seichte und überraschungsarme Angelegenheit ist.

Anders als zuletzt „Juno“ oder „Thumbsucker“ setzt „I love you, Beth Cooper“ eher auf den fernseh-konformen Mainstream und auf die Strahlkraft der bekannten Hauptdarstellerin. Das Konzept könnte für die überschaubare Zielgruppe durchaus aufgehen. Für Hayden Panettiere sicher keine schlechte Wahl, um sich mal außerhalb von „Heroes“ zu präsentieren. Wenn sie allerdings als Schauspielerin ernst genommen werden will (ich gehe irgendwie davon aus…), müsste wohl mal eine Rolle jenseits des Highschool-Sweethearts her – aber das kann auch noch warten, Panettiere ist ja grad mal 20 Jahre alt.

3/5

Was macht eigentlich…Josh Hartnett?

Ich glaube, die Original „Was macht eigentlich..“-Kolumne stammt aus dem ‚Stern‘, aber das macht ja nix. Ich werde mir den Ansatz mal ausleihen, um über einige Schauspieler zu schreiben, die irgendwie von der Bildfläche verschwunden sind. Erster Kandidat: US-Schauspieler Josh Hartnett, Jahrgang 1978, um die Jahrtausendwende rum ein bekannter Teenieschwarm mit markantem Kinn…(das hat er glaube ich immer noch).

Mit „Pearl Harbor“ wurde Hartnett anno 2000 bekannt, der Film legte sein Image als romantischer Frauenversteher fest. Daran konnte auch der Part in „Black Hawk Down“ ein Jahr später nichts ändern, schon weil die Zielgruppe eine gänzlich andere war und die Schauspieler im Film allesamt letztlich Statisten waren. Mit der romantisch-braven Sex-Komödie „40 Days and 40 Nights“ konnte Hartnett wiederum ein Jahr später beim (sehr jungen) weiblichen Publikum punkten, machte es sich auf den Zeitschriften-Coverseiten bequem. Doch dann geriet die steile Karriere etwas ins Stocken.

„Hollywood Homicide“, der Cop-Film mit Harrison Ford, fand (zurecht) wenig Zuspruch. Seine vielleicht beste Rolle hatte er in dem Thriller/Drama/Romanze „Wicker Park“, den das Publikum 2004 aber weitgehend ignorierte. In „Sin City“ spielte er gekonnt gegen sein Image, wobei ihm seine tiefe Stimme (im Original, nicht in der Synchro) sicher geholfen hat. Als nächstes geriet die mit Spannung erwartete Krimi-Verfilmung „The Black Dahlia“ zum Flop, auch wenn der Film nicht schlecht war und Hartnett seine Rolle gut spielte. „Lucky Number Slevin“, eine Neo Noir-artige Gangsterstory ohne die ganz große Klasse aber mit ordentlich Unterhaltungswert, fand Anklang beim Publikum (IMDB-Rating 7,8), war aber kein wirklicher Kassenerfolg.

In „30 Days of Night“, einem düsteren, gar nicht schlechten Horrorfilm, ging er nochmals einen Schritt raus aus der Softie/Womanizer-Ecke, in dem Independent-Drama „August“ gab er einen jungen Start-Up-Unternehmer. Allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit, der Film schaffte es nur in wenige Kinos. Mit der zunächst glänzend anlaufenden Karriere als Hollywood-Star der A-Kategorie ist es also nichts geworden –  nun hat man schon eine Weile nichts mehr von Hartnett gehört. Werfen wir also mal einen Blick auf das, was der gute Mann demnächst an den Start bringen wird…

Laut IMDB.com ist das zunächst „I come with the Rain“, ein international produzierter Thriller, in dem Hartnett als Privatdetektiv in Hongkong einen Milliardärssohn aufspüren soll. Klingt nach einem Film, der mir Spaß machen könnte, allerdings ist er bisher nur in Südkorea regulär angelaufen. Und irgendwie riecht das nach einem reinen DVD-Release für den Rest der Welt, was ja bekanntlich immer mit einem Makel behaftet ist – einfach weil ein Kinostart bedeutet, dass die Produzenten/der Verleih an einen „regulären“ Erfolg glauben.

Dann wäre da noch „Bunraku“, der u. a. als „a martial arts noir that mixes live action and animation“ beschrieben wird. Neben Hartnett sind Demi Moore und Woody Harrelson dabei, feste Starttermine stehen nicht fest. Das wiederum verwundert nicht, auch dieser Film ist eine bunte Co-Produktion ohne ein großes Studio oder einen großen multinationalen Vertrieb im Rücken, der das Marketing zentral vorantreiben würde.

Wie es aussieht hat Josh Hartnett keine Lust, sich noch einmal als zugkräftiger Teenie- bis Frauenschwarm herzugeben und in romantischen Komödien der Studios mitzuwirken. Ich kann daran nichts verwerfliches erkennen, bin aber trotzdem gespannt, ob er weiter auf den Independent-Pfaden wandeln wird, oder – sollte es mit dem ein oder anderen Publikumserfolg klappen – nicht doch noch einmal Lust verspürt, Brad Pitt und Kollegen Konkurrenz zu machen. Als Schauspieler ist Hartnett durchaus fähig, aber sein gutes Aussehen und das ewige Image des (reinen) Frauenschwarms könnten ihm – was die sehenswerten Rollen angeht – durchaus eher schaden.

Cronenberg verfilmt DeLillos "Cosmopolis"

Quasi als Randnotiz vermeldet Variety in einem Bericht zum Filmfestival in Estoril, dass Regisseur David Cronenberg („A History of Violence“) an einer Verfilmung von Don DeLillos Roman „Cosmopolis“ arbeitet. Klingt interessant, wobei der Roman aus dem Jahr 2003 sicher nicht einfach auf die Leinwand zu bringen ist – er handelt von einem jungen Mann, einem Finanzgenie, das an einem ereignisreichen Tag mit seiner Stretchlimousine durch New York gefahren wird, allerlei Leute trifft und quasi nebenbei Milliarden verzockt. Laut IMDB soll der Film 2011 fertig sein, hoffentlich gibts bald (gute) Nachrichten von der Besetzung.

Neue Trailerz

Normalerweise freue ich mich drüber, wenn eine neue Ausgabe des Filmdienst im meinem Briefkasten landet. Doch die letzten Ausgaben brachten vor allem Ernüchterung über das dürftige Kinoprogramm der kommenden Wochen. Dann müssen also die Appetizer, will sagen Trailer, erstmal ausreichen. Hier eine kleine Auswahl an aktuellen Exemplaren..

The Wolfman“ ist ein Remake des Horror-Klassikers von 1941. Nun sind Remakes von Klassikern meist nicht sonderlich gelungen, wobei mit Benicio del Toro auf jeden Fall ein guter Hauptdarsteller verpflichtet wurde. Die Produktion des Films lief wohl eher schleppend, „Wolfman“ war hierzulande schon für Mai diesen Jahres angekündigt, neuer (geplanter) Start ist Mitte Februar. Zum Trailer…

The Book of Eli“ beschert uns Denzel Washington in einem postapokalyptischen Thriller, Regie führen die Hughes-Brüder („Menace to Society“, „From Hell“). Der Trailer sieht ganz gut aus, wobei Filme, in denen es um die Rettung der Menschheit geht, natürlich selten ohne ordentlich Pathos auskommen. Kinostart ist ebenfalls im Februar. Zum Trailer…

Precious“ von Regisseur Lee Daniels („Shadowboxer“) kommt mit ordentlich Rückenwind der US-Filmfestivals – der Film gewann den Großen Preis der Jury beim Sundance 2009 und den Publikumspreis in Toronto (wo es auch nur einen Publikumspreis gibt). Die Story kreist um eine schwarze ‚teenage mum‘, deren Leben eine neue Richtung bekommt, der Ruf als „Problemfilm“ ist da natürlich vorprogrammiert. Vielleicht auch deshalb steht der deutsche Start noch nicht fest. Der Film gilt aber als sicherer Oscar-Kandidat, und die finden meist den Weg in deutsche Kinos. Zum Trailer…

The Boondock Saints II – All Saints Day“ ist ein Sequel des in Deutschland als  „Der blutige Pfad Gottes“ bekannten Actionfilms. Ich kann mich erinnern, dass ich den Film unterhaltsam fand, aber in seiner Aussage äußerst problematisch. Zwei Brüder, die unter dem Banner einer vermeintlich göttlichen Selbstjustiz in Bostons Arbeitervierteln Leichenberge hinterlassen, werden von einem irren Polizisten (gespielt von Willem Dafoe) verfolgt, der den beiden aber eher hilft, als ihnen das Leben schwer macht. Kinostart ist noch unklar, es ist auch recht wahrscheinlich, dass der Film keine FSK 18-Freigabe erhält und mit SPIO-Prüfung auf den (DVD-)Markt geworfen wird. Zum Trailer…

From Paris with Love“ sieht nach einer grundsoliden Action- und Ballerorgie aus. US-Agenten kämpfen gegen Terroristen, mit dabei sind John Travolta und Jonathan Rhys Meyers („Match Point“). Könnte ein stumpfer Film werden, storytechnisch auch ein mieser Film, aber Actionfans werden ihn sich trotzdem sicher nicht entgehen lassen. Regie führt Pierre Morel, dessen Rache-Thriller „96 Hours“ mit Liam Neeson einer der Überraschungshits dieses Jahres war. Kinostart ist auch hier der kommende Februar. Zum Trailer…

Für den geneigten Leser…

Der deutsche Filmkritiker Georg Seeßlen gehört zu den besten Deutschlands. Seine Rezensionen erscheinen in unterschiedlichen Zeitungen und Zeitschriften, etwa in der Zeit, dem Tagesspiegel oder auch in der taz. Außerdem schreibt Seeßlen auch Bücher, seine Werke über Stanley Kubrick oder Martin Scorsese sind äußerst lesenswert. Nun hat Seeßlen ein neues Buch veröffentlicht, in dem es ausschließlich um einen einzigen Film geht. „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über INGLOURIOUS BASTERDS“ ist für zehn Taler etwa bei Amazon zu haben, und ich freue mich drauf, wenn das gute Stück bei mir in der Post landet…

Werner Herzogs "Bad Lieutenant" – Trailer online

Die Nachricht, dass Werner Herzog („Aguirre“, „Mein liebster Feind“) eine Art Remake von Abel Ferraras „Bad Lieutenant“ gedreht hat, war schon eine Überraschung. Nun ist der Trailer des Films bei Apple am Start, und es sieht ganz so aus, als hätte Herzog nur das zentrale Thema übernommen – ein Polizist auf ganz bösen Abwegen. Statt Harvey Keitel ist nun Nic Cage in der Hauptrolle dabei, außerdem spielen Eva Mendes, Valk Kilmer und Xzibit mit. Sieht nach einem interessanten Film aus. Wobei ich mich frage, warum überhaupt der Titel von Ferraras Film benutzt wurde…

In Deutschland läuft der Film erst im Januar 2010 an.  Im selben Monat laufen übrigens an: Terry Gilliams „Kabinett des Dr. Parnassus“, der neue Film der Coens, „A Serious Man“ und Guy Ritchies „Sherlock Holmes“.

The Taking of Pelham 123

Actionthriller sind durchaus das Metier von Regisseur Tony Scott, wie er etwa mit „Staatsfeind Nr. 1“ oder „Deja-vu“ bewiesen hat. Sein neuester Film fällt auch in dieses Genre und ist ein Remake eines gleichnamigen Films aus den 70ern, den ich allerdings nicht kenne. Die Story ist auf den ersten Blick simpel. Ein paar schwere Jungs entführen eine U-Bahn und fordern Lösegeld. Der grade diensthabende Zug-Koordinator wird wegen der permanenten Funkverbindung zum Vermittler.

John Travolta spielt Ryder, den Mastermind der Entführer, Denzel Washington gibt – mit ein paar Extrapfunden ausgestattet – den Bahn-Angestellten Garber. Soweit so gut? Nicht wirklich. Geiselnahmen sind nun wahrlich nichts neues im Kino, und sie laufen auch irgendwie immer gleich. Hin und wieder kann ein Film mit seinem Kniff überzeugen, wie zuletzt etwa „Inside Man“, aber „Pelham 123“ gehört leider nicht dazu. Die Story, das wird früh und wenig subtil angedeutet, hat noch ein paar Kniffe am Start. Einer davon ist Garbers Vergangenheit, ein anderer (Surprise!) die von Ryder.

Und so entwickelt sich die ohnehin nicht sehr spannende Story zu einem kleinen Ratespiel, wer da wohl eigentlich was im Sinn hat – ohne dass man allerdings genug Interesse für die Figuren aufbringt, um sich ernsthaft drum zu kümmern. Ryders Motive sind recht banal, seine Handlungen teils widersinnig, und Garber ist zwar ein netter Kerl und kein klassischer Held, aber auch nicht wirklich spannend. Die Unterhaltungen der beiden sind nicht schlecht geschrieben, aber viel zu künstlich.

Einzig James Gandolfini (besser bekannt als Tony Soprano) als New Yorker Bürgermeister hat mir gut gefallen, wohl auch weil seine Rolle (hat seinen Job satt und genug von Politik und Wahlkampf) ein wenig Originalität mitbringt. Im Gegensatz z.B. zu der von John Turturro, der als Verhandlungsspezialist schauspielerischen Dienst nach Vorschrift macht – mehr wird nicht verlangt. Blass bleiben auch die Geiseln, obwohl Zeit gewesen wäre, etwas nennenswertes aus ein paar Figuren zu machen.

Handwerklich und optisch gibt es wie meistens bei Tony Scott am Film nichts auszusetzen, und so dauert es ein Weilchen, bis man auf die Uhr guckt und sich fragt, wohin das Ganze eigentlich führen soll. „The Taking of Pelham 123“ hat ein paar gute Ansätze und einige spannende Momente zu bieten, verfehlt aber unter dem Strich das Klassenziel. Die Charaktere reißen nicht mit, die Story auch nicht wirklich, und es gibt nicht genug Action, um das vergessen zu machen. Zur Vertreibung von Langeweile und auch bei Schlaflosigkeit ist der Film eine Alternative, aber für knapp zwei Stunden Kino ist das zuwenig.

3/5

Was genau läuft denn dieses Jahr noch an?

Der Spielplan ist ja noch nicht ganz geschlossen, will sagen der ein oder andere spontane Start wird sicher noch angekündigt. Laut Filmstarts.de stehen folgende Termine bereits fest – ein Herbst für Cineasten wird das wohl nicht..

Am 15.10. läuft „Thirst“ an, der neue Film von Chan-wook Park („Old Boy“). Vorschßlorbeeren gibts für den genug, mal sehen ob ich ihn im Kino erwische. Sam Mendes‘ neuer Film nach „Revolutionary Road“ ist „Away We Go„, ein diesmal statt mit Kate und Leo eher mit unbekannten Schauspielern besetztes Drama. Ob es den Gang ins Kino lohnt ist unklar. „Das Weiße Band“ von Michael Haneke („Funny Games“) hat dieses JAhr die Goldene Palme von Cannes gewonnen und klingt interessant – aber auch hier seh ich mich noch nicht zu 100% ins Kino gehen.

Am 22.10. siehts ganz dünne aus. „Die Päpstin“ geht mir am A**** vorbei, schon weil der langweilige Teaser mich das ganze Jahr im Kino verfolgt hat.“(500) Days of Summer“ wird als unkonventionelle romantische Komödie vermarktet und kann immerhin eine – vorübergehende – Platzierung in den Top-250 der IMDB vorweisen. Ob nicht trotzdem die DVD ausreicht? Möglich.

Auch am 29.10. sind keine Hochkaräter dabei. „I love you, Beth Cooper“ ist ein Komödien-Vehikel für „Heroes“-Star Hayden Panettiere, und dann läuft noch ein Film mit Eddie Murphy an (und wann war DAS zuletzt eine gute Nachricht?)…

Am 5.11. ein Lichtblick: Steven Soderberghs „The Informant“ gibt sich die Ehre, mit Matt Damon in der Hauptrolle. „All Inclusive“ von und mit Jon Favreau und Vince Vaughn ist eine Pärchen-Komödie, die durchaus lustig sein könnte und nicht ganz dem langweiligen Romance/Comedy-Schema entsprechen soll. Auch eine Neuverfilmung der „Weihnachtsgeschichte“ geht an den Start, mit Jim Carrey als Ebenezer Scrooge, Regie führte Robert Zemeckis („Zurück in die Zukunft“, „Forrest Gump“). Megan Fox aus „Transformers 1 &2“ testet in „Jennifer’s Body„, ob sie auch ohne blecherne Pixel-Unterstützung genug Starpower hat, um die jungen Leute ins Kino zu locken. Könnte mal wieder ein Double-Feature werden – ohne die Weihnachtsgeschichte, versteht sich, da ist mir Anfang November auch schlicht mal zu früh!

Am 12.11. bittet Roland Emmerich mit dem Apocalypse-Spektakel „2012“ um die Aufmerksamkeit des Publikums, und meine hat er auch sicher. Ich seh jedes Jahr gerne im großen Saal des Cinestar Original die Welt untergehen, gerne auch unter Emmerichs Regie. Michael Moore bringt am selben Tag „Capitalism – A love Story“ in die Kinos, was ich wohl gern sehen will. Wie zu lesen ist hat der dicke Mann mit der Baseballmütze auch keine Lösung für die Krise, aber ein paar treffende Fragen im Gepäck. Die Schmonzette „Love Happens“ mit Aaron Eckhart und Jennifer Aniston ist dagegen ein sicherer Streichkandidat.

Der 19.11. wird wiederum richtig langweilig. „All About Steve“ mit Sandra Bullock sieht dem Trailer nach ganz mies aus, die restlichen Neustarts entlocken mir nicht mal ein „Ja, ach“. Next! Nur leider ist der Donnerstag drauf auch bis jetzt sehr dünn besetzt. Die erste „Twilight“-Fortsetzung „New Moon“ ist nur was für weibliche Teenies, und die werden sich auch nicht lumpen lassen – der Rest darf draußen bleiben.

Die ersten Starts im Dezember bietet folgende Mischung: „Saw 6“ fällt in die Kategorie ‚who cares?!‘, „Zweiohrküken“ setzt Til Schweigers Publikumserfolg „Keinohrhasen“ fort – nicht ganz meine Baustelle. Und dann ist da noch der neue Woody Allen, „Whatever Works„, bei dem sich die Kritiker mal wieder immens uneinig sind, was nur eins bedeuten kann: Woody Allen-Fans dürfen sich freuen, für den Rest gibts nichts zu sehen. Good for me!

Am 10.12. kommt das Drama „Der Solist“ in die Kinos, immerhin mit Robert Downey Jr. und Jamie Foyy besetzt. Allerdings ist mir der Film schon in der Sneak-Preview vor die Flinte gelaufen, und ich muss sagen, man kann ihn getrost vergessen. Schon besser könnte „Zombieland“ sein, ein Splatter-Vergnügen mit Woody Harrelson, das in den USA für überraschend hohe Umsätze sorgen konnte – auch NACH dem ersten Wochenende..

James Camerons „Avatar“ ist seit Jahren DER Gesprächsstoff Hollywoods, am 17.12. wird man sehen können, ob der Film den ganzen Hype rechtfertigen kann. Außerdem dabei die Kinderbuch-Verfilmung „Wo die wilden Kerle wohnen„, die offenbar auch auf ein paar älter gewordene Fans des Buches setzt. An Heiligabend selbst wiederum sind bisher nur Starts geplant, die mir sicherlich keine Zeilen entlocken werden, u.a. das von den Weinsteins produzierte Musical „Fame„.

Rückblick 2009 – Das Kinojahr bis jetzt…

Weil ja in diesen Tagen leider nichts vernünftiges neu anläuft, hier mal ein Rückblick auf die Highlights und Flops des Jahres.

Winter:
Wie immer mit Verzögerung sind die Oscar-Anwärter hier angelaufen. Vieles war sehenswert, etwa Mickey Rourke als abgewrackter Wrestler, die Literaturverfilmung Revolutionary Road, die dem Buch sehr nah kam, und natürlich Slumdog Millionaire, der mit seinem ansteckenden Enthusiasmus zum Publikumserfolg wurde. Der Vorleser hat mich weniger beeindruckt, irgendwie hat der Film keine Position zu seinem eigenen Inhalt.

Benjamin Button ist kein schlechter Film, aber auch keiner, der große Reaktionen hervorruft. Hätte ich nicht meine alten Beiträge hier gecheckt, ich hätte ihn schon wieder vergessen. Ebenso das Will Smith-Vehikel Seven Pounds, ein interessanter Versuch, aber letztlich kein großer Wurf. Valkyrie fand ich gut, Tom Cruise hin oder her, so wird spannendes Geschichtskino gemacht.

Dazu kam noch solides Genre-Kino a la Body of Lies, die De Niro/Pacino-Nullnummer Righteous Kill, der interessante Thriller The International von Tom Tykwer, das überschätzte Nonnendrama Doubt, der zu unrecht übersehene Frost/Nixon und Clint Eastwoods überraschend oscarloser Gran Torino.

Frühjahr:
Der erste Blockbuster des Jahres lief vorsichtshalber deutlich vor allen anderen schon im März an – Zack Snyders Watchmen läuteten die Saison ein. Und setzten gleich mal eine Duftmarke, denn der Film ist locker besser als (fast) alles, was Hollywood danach noch aufbieten konnte. Fast and Furious war der zielgruppengerecht simpel gestrickte Film für die GTI-Fraktion und brachte Vin Diesel mal wieder ein bisschen Aufwind, Crank 2 war der erwartete, völlig übertriebene cineastische Tritt ins Gesicht, Knowing eine interessante Mischung aus Thriller, Horror, Drama und Science-Fiction.

Die Filmbiografie Notorious war leider eher ein Kandidat für die goldene Himbeere, The Spirit ganz nett, aber unspektakulär und (einer meiner filmkritischen Lieblingssätze) „in der Hauptrolle phänomenal fehlbesetzt“. Inside Hollywood erwies sich als Rohrkrepierer, Guy Ritchies RockNRolla als unterhaltsame Hommage eines Regisseurs an sich selbst.

Sommer:
Den Kinosommer läutete dann das „X-Men“-Prequel Wolverine ein, letztlich ein annehmbarer Actionfilm, aber ohne echte Höhepunkte. Mau gings dann auch gleich weiter: Angels and Demons glänzte mit unfreiwilliger Komik und dem behämmertsten Finale des Jahres, Terminator: Salvation hatte die richtige Optik, aber keinen nennenswerten Inhalt, und Star Trek hatte ein paar Lacher im Programm, aber auch keine richtige Geschichte zu erzählen. Johnny Depp und Michael Mann konnten dem insgesamt mauen Eindruck der Sommer-Blockbuster mit Public Enemies nicht entscheidend entgegen wirken. Und der Schiffbruch, den Sacha Baron Cohens Brüno erleiden musste, war leider auch durchaus verdient. Lediglich Quentin Tarantino verdiente sich mit seinen Inglourious Basterds im August Bestnoten und konnte bei Kritik und Publikum punkten.

Die weiteren Höhepunkte des Sommers kamen nicht von den großen Studios, sondern z.B. aus Spanien. Pedro Almodovar hat mit Zerrissene Umarmungen einen weiteren großartigen Film gedreht, und Penelope Cruz ist darin sogar noch besser als zuletzt in ‚Vicky Cristina Barcelona‘. Jim Jarmuschs The Limits of Control ist eine konsequent spröde Versuchsanordnung, deren hypnotischer Charme wohl keinem breiten Publikum zuzumuten ist. State of Play bestätigte, dass Spannung, Anspruch und Unterhaltung sehr wohl zusammen gehen können, wenn nur mal ein gutes Drehbuch auf dem Tisch liegt.

Herbst:
Der September begann vielversprechend mit District 9, einer interessanten Mischung aus Mockumentary, Sci-Fi, Satire und Action. Danach aber kam nicht mehr viel, oder genauer gar nix. ‚Up‘ hab ich mir gespart, werde aber auf DVD zugreifen. Die RomCom ‚The Ugly Truth‘ habe ich gesehen, konnte dem Film aber wirklich nichts abgewinnen. Gegen den vorraussehbaren und langweiligen Mario-Barth-artigen Stuss der ‚Ugly Truth‘ war im Sommer ‚The Proposal‘ ein wahres Meisterwerk.

Was kommt also noch? Nicht so sehr viel, leider. ‚Die Päpstin‘ will ich ganz dringend NICHT sehen. Der neue Soderbergh mit Matt Damon (‚The Informant‘) sollte taugen, der jüngste Woody Allen ‚Whatever Works‘ kommt mit halbjähriger Verspätung, Roland Emmerichs Endzeit-Spektakel ‚2012‘ könnte im Kino Spaß machen. Und im Dezember ist endlich James Camerons 3-D-Vehikel ‚Avatar‘ am Start. Mal sehen, ob er die aberwitzigen Erwartungen der Branche erfüllen kann – das hat Cameron ja immerhin mit ‚Titanic‘ schon mal geschafft.

Auf die ganzen Oscar-Kandidaten, die in Totonto vor ein paar Woche Premiere gefeiert haben und in den USA nun langsam alle anlaufen, müssen wir uns wie üblich noch gedulden – die gibts dann demnächst mal in einer ersten Vorschau auf 2010…

"Predator"-Remake in der Mache

Remakes und Fortsetzungen sind ja Volkssport in Hollywood. Nun erwischt es auch „Predator“, das Arnold Schwarzenegger-Vehikel von 1987, in dem ein Trupp Soldaten es mit einem beinahe unsichtbaren Alien aufnehmen muss. Regie führen beim Remake soll Nimrod Antal („Vacancy“), in der Hauptrolle wird überraschend Adrien Brody („Der Pianist“) sein Debut als Actionheld geben, wie Variety.com berichtet. Ich hätte ja eher auf Vin Diesel gewettet, aber der zieht es offenbar vor 2011 nochmal den „xXx“ zu spielen.

Ob „Predators“, so der Arbeitstitel des Films, einen Blick wert ist, darf bezweifelt werden. Aber Remakes sind mir zur Zeit irgendwie immerhin noch lieber als Fortsetzungen. „Spider-Man 4“, „Ghost Rider 2“, „Fluch der Karibik 4“ und „Transformers 3“ klingen in meinen Ohren jedenfalls eher wie Drohungen. Vorfreude ist mal was ganz anderes…

Silentium (DVD)

Nachdem mir „Der Knochenmann“ neulich Spaß gemacht hat hab ich mir mit „Silentium“ nun die zweite Verfilmung eines Wolf Haas-Romans angesehen. Dieses mal hat es den Ex-Polizisten Brenner (Joseph Hader) nach Salzburg verschlagen, wo er sich als Kaufhausdetektiv verdingt und die Festspiele gerade in vollem Gang sind. Ein Selbstmörder aus gutem Hause zerstört die vermeidliche Idylle, denn seine Frau glaubt nicht an einen Selbstmord. Sie hält einen Bischof für verantwortlich, der sich an kleinen Jungs vergangen haben soll – unter anderem eben vor Jahren auch an ihrem Gatten.

Brenner willigt ein, sich mal ein wenig umzuschauen im Kloster, und stößt dabei noch auf ganz andere Ungereimtheiten. Und was machen all die asiatischen Mädchen eigentlich in Salzburg? Die etwas heruntergekommene, aber nie um einen Spruch oder eine Idee verlegene Figur Brenner macht auch in „Silentium“ viel Spaß, ebenso die Story. Heimlicher Hauptdarsteller ist aber die Sprache, die österreichische Mundart ist nicht immer leicht zu verstehen, hat aber großen Charme. Und wenn darin solche Dialoge gesprochen werden sorgt das für äußerst vergnügliche Momente:

Frau des Selbstmörders: „Sie funktionieren nicht über Geld, und auch nicht über Ansehen. Wie funktionieren sie eigentlich?“
Brenner: „Ich glaub ich funktionier einfach nicht.“

Was aber natürlich nicht stimmt, denn Brenner funktioniert so wie viele der großen Privatdetektive in Kino und Literatur – nach seinen eigenen Regeln und seinem eigenen moralischen Kompass. „Silentium“ ist ein guter Krimi mit einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik, zuweilen nah an einer Satire. Aber weil Brenner sein Herz am rechten Fleck trägt hat der Film ein zutiefst menschliches Fundament, und dazu auch eine ordentliche Portion Humor.

Mit „Das ewige Leben“ soll 2011 übrigens ein vierter Brenner-Film erscheinen. Bis dahin habe ich mindestens auch den ersten gesehen („Komm, süsser Tod“), und vielleicht auch mal einen der Romane in die Hand genommen. Dann wüsste ich bei „Das ewige Leben“ zwar schon worum es geht, könnte aber mal näheres dazu sagen, ob die Filme den Büchern ebenbürtig sind, oder andersrum…

4/5

"A-Team": Kinofilm im Sommer 2010

Seit Jahren ist immer mal wieder zu lesen, dass Hollywood nach den unzähligen Filmversionen anderer TV-Serien („Starsky & Hutch“, „Miami Vice“, „Charlie’s Angels“) auch das „A-Team“ auf die Leinwand bringen darf. Nun geht es tatsächlich los, das Casting ist beendet, die Dreharbeiten haben begonnen. Bradley Cooper („The Hangover“) ist der neue Faceman, Liam Neeson gibt den Hannibal, Sharlto Copley („District 9“) macht den Murdock, Quinton Jackson ist als B.A. Baracus dabei. Jessica Biel ist für eine weibliche Hauptrolle angekündigt, Regie führt Joe Carnahan („Smokin‘ Aces“), Kinostart soll im nächsten Sommer sein.

Ich werde mal den ersten Trailer abwarten, bevor ich mein Interesse ernsthaft einschätzen kann. Klingt aber insgesamt nach der Kategorie „ins Kino muss nicht sein“, auch wenn man als Kind mal Fan des ‚A-Teams‘ war. Ein spannender Film wird es ja wohl eher nicht werden – es sei denn die Produzenten gehen die Sache so an wie Michael Mann seinen „Miami Vice“-Film, und streichen die albernen Serien-Elemente zugunsten einer ernsthaften Thrillerhandlung raus. Das glaube ich allerdings eher nicht, auch wenn Regisseur Carnahan mit „Narc“ gezeigt hat, dass er gute Thriller kann…

Erste Bilder vom Set gibts hier.

Der Knochenmann (DVD)

Ich kann ja nicht behaupten, Ahnung vom österreichischen Kino zu haben. Ich kenn‘ eigentlich nur Michael Haneke, und vom dem genau zwei Filme. Mit dem „Knochenmann“ bin ich nun falsch rum in eine Reihe von Krimis (Regie: Wolfgang Murnberger) eingestiegen, die auf Romanen von Wolf Haas basieren – von dem ich nie was gelesen habe. Joseph Hader spielt hier den Ex-Bullen Brenner, den es bei einem Inkasso-Job aufs Land verschlägt. Mit seinem eigentlichen Auftrag kommt er nicht weiter, aber die verschrobenen Typen im Wirtshaus von Patriarch Löschenkohl (Josef Bierbichler) haben es ihm irgendwie angetan.

Die Dinge im Wirtshaus liegen kompliziert. Pauli, der wenig liebenswerte Sohn des Hauses, glaubt, sein Vater bringe sein Erbe durch, doch der Alte hat ganz andere Sorgen – die mit einem Freudenhaus in Bratislava zusammenhängen. Brenner wiederum bekommt all das eher am Rande mit und hat nur Augen für Birgit (Birgit Minichmayr), die allerdings Paulis Frau ist. Außerdem dabei sind zwei russische Gangster samt Gangsterbraut, einige unappetitliche Szenen mit einem Fleischwolf, und der ganz normale Wahnsinn auf dem Lande…

Ein klassischer Krimi ist der Film eher nicht, denn die Aufklärung der – nicht wenigen – Verbrechen steht nicht im Vordergrund, sondern findet eigentlich eher nebenbei statt. Zudem ist Brenner kein „Ersatz-Kommissar“, sondern interessierter, selten involvierter Zuschauer. Und insgesamt blickt niemand genau durch, was eigentlich gespielt wird, die Informationen fließen spärlich und meist unfreiwillig. Spaß macht „Der Knochenmann“ trotzdem, vor allem das urige Milieu, die glänzenden Schauspieler und die Unaufgeregtheit der Inszenierung überzeugen. Ich will mal hoffen, dass „Komm Süßer Tod“ und „Silentium“, die anderen beiden Filme dieser Reihe, ähnliche Qualitäten haben, ob dem so ist werde ich hier natürlich berichten…

4/5

"Zombieland" – Trailer online

Es gibt größere Splatter- und Zombiefilm-Fans als mich, aber Spaß machen tun mir einige ja schon. In „Zombieland“ (Deutschlandstart im Dezember) haben sich die Macher wohl drauf geeinigt, dass eine Handvoll Nicht-Zombies, die es mit einem ganzen Land voller Zombies aufnehmen müssen, für einen kompletten Film storymäßig ausreicht. Mit dabei ist Woody Harrelson, außerdem Jesse Eisenberg („Adventureland“) und Emma Stone („Superbad“). Und der Trailer (hier bei Apple.com) sieht auch ganz lustig aus – gesetzt den Fall, man kann über Zombie-Gemetzel lachen. Soll ja nicht allen Menschen so gehen…