Weil hier sonst nix los ist…

Das Kinoleben steht ja leider zurzeit eher still hier, angesichts des miesen Angebots. Vielleicht werde ich die Tage doch noch „Up“ gucken, die Frage ist: auf deutsch, dafür im IMax, oder normal weg, dafür im Original? Ich traue ja den Synchro-Jungs nicht über den Weg.

Anyways, wer Spaß an schlechten Filmen hat, der kann sich dieser Tage durch die „100 Worst Reviewed Movies“ der letzten knapp 10 Jahre klicken. Bei ‚Rotten Tomatoes‘ werden ja ohnehin immer allerlei Kritiken für das ‚Tomatometer‘-Rating ausgewertet, das erkennen lässt, ob mehrheitlich gut oder schlecht über einen Film geschrieben wurde. Die Filme mit den miesesten Ergebnissen finden sich also in den ‚Worst 100‘. Die Nr. 1 habe ich übrigens – wie sollte es anders sein – gesehen, und für zu belanglos für eine Rezension befunden, wenn ich mich recht entsinne. Nach dem Streifen kräht aber auch kein Hahn mehr. Genau genommen hat auch noch nie einer danach gekräht…

Manche Fragen stellt man nicht…

Die Jungs von Wired.com gehen in diesem Artikel mal einigen Fragen nach, die man sich meist erst NACH einem Film stellt. Warum z.B. rettet Indy im dritten Teil nicht einfach seinen Vater und verdrückt sich dann, wenn der Gral doch eh nicht aus seinem Versteckt bewegt werden darf (Erdbeben!)? Oder warum Spock im neuen „Star Trek“ ewig in der verlassenen Eiswüste rumschimmelt, statt mal selbst einen Ausweg zu suchen?

Insgesamt ein lustiger Artikel, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass es da noch viel dringendere Fragen gibt, die man an die Drehbücher einiger Blockbuster stellen könnte. Vielleicht mache ich da mal eine eigene Liste (Vorschläge gerne in den Kommentaren!).

Und noch 'ne Fortsetzung

Als gäbe es nicht schon längst mehr als genug Fortsetzungen, die kein Mensch braucht (Stichwort „Spiderman 4“), jetzt müssen wir auch noch mit einem zweiten Teil von „Ghost Rider“ rechnen. Da war aber doch schon der erste Teil ein kompletter Fehlstart! Wie Variety berichtet wird Columbia trotzdem versuchen, dem dead-on-arrival-Franchise von Marvel neues Leben einzuhauchen. Das ganze hängt wohl damit zusammen, dass Disney (Besitzer des Columbia-Studios) vor kurzem Marvel gekauft hat (siehe hier). Nic Cage wird wohl wieder den traurig blickenden „Ghost Rider“ spielen, ich bin trotzdem skeptisch, ob der Film auf großes Interesse stößt. Meins ist jedenfalls gering…

Die Weinsteins und ihre Geschichte

Mit „Inglourious Basterds“ sind sie auf einmal wieder im Gespräch – Bob und Harvey Weinstein, die mit „Miramax“ in den letzten 20 Jahren einige große Filme produziert haben. „Miramax“ gehört längst Disney, und die Brüder produzieren nun als „Weinstein Company“. Wen der Werdegang der beiden interessiert, der lese hier in einem Artikel der NY Times weiter (aber Vorsicht: ist ein langer Artikel, es muss echtes Interesse vorhanden sein..)

Facebook – Der Film

Es war ja schon länger gemunkelt worden, dass die Geschichte des ’social network‘ Facebook in eine Filmform gegossen werden soll. Nun meldet „Variety“ Vollzug, auch was das Casting angeht. Regie führen wird tatsächlich David Fincher („Sieben“, „Benjamin Button“), in den Hauptrollen werden Jesse Eisenberg („Adventureland“), Justin Timberlake und Andrew Garfield („Boy A“) zu sehen sein. Arbeitstitel ist „The Social Network“, die Story wird wohl um die Anfänge der Firma auf dem Campus in Harvard kreisen.

Interessieren tut mich das Projekt ja schon. Aber wie genau das irgendwie spannend oder fesselnd oder sonstwie interessant werden soll ist mir ein wenig schleierhaft. Die Fakten sind ja bekannt, das Ende auch – what’s gonna be the point, then? Unklar. US-Start ist für Ende 2010 geplant, bei uns wohl wie üblich etwas später.

Der fehlt ja auf meiner Top-100-Liste, aber…

.. ist trotzdem großes Kino: „Mission: Impossible“. Brian DePalmas Agententhriller mit Tom Cruise von 1996 macht so richtig Spaß, wie ich gerade mal wieder feststelle. Wenn werte Nachbarn mit DVD-Sammlung im Urlaub sind greift man eben auch mal zu, und nicht immer nur daneben. Der Film ist so einfach wie clever gemacht: drei große Szenen (Prag, Langley, Eurocity), von ein paar kleineren Szenen zusammengehalten, können einen astreinen Film ergeben.

Es sind die einfachen, aber extrem wirkungsvollen Zutaten, die „Mission: Impossible“ zu einem unterhaltsamen 007-Ersatz machen. Ein paar Agenten-Gimmicks, zwei bis drei Plot-Twists, sorgfältig geplante Einbrüche, und ein Bösewicht aus den eigenen Reihen. Sicher keine Offenbarung, aber eben gut gemacht und mit dem richtigen Gespür fürs Genre. Girls, guns, gadgets! Und nicht ganz unwichtig: es ist ein schmaler Grad zwischen Agententhriller und Agentenkomödie. Letztere gehen meist schief, erstere können aber auch nur funktionieren, wenn man die Zutat „Ernst“ mit Augenmaß verwendet. Schließlich ist kaum ein Genre so sehr der Phantasie des Zuschauers verpflichtet, schon weil der ‚Plot‘ häufig eine Menge Phantasie seitens des Zuschauers erfordert…

Und noch eine Liste: Übersehene Filme

Es gibt Filme, die sind gut. Sogar richtig gut. Und sie finden trotzdem kein oder kaum Publikum. Meist liegt das daran, dass der Vertrieb sich keine Mühe gibt, die falsche Zielgruppe anspricht, oder den Film heimlich still und leise auf den DVD- und Downloadmarkt schmeisst, ohne dass er jemals in Tageszeitungen oder auf größeren Newsseiten erwähnt wurde. Ich will hier mal ein paar Filme auflisten, von denen ich finde, dass sie einem recht großen Publikum gefallen würden – aber bisher keines gefunden haben…

  • „Manhunter“ (1986)
    Bevor die Figur des Hannibal Lecter durch das „Schweigen der Lämmer“ berühmt wurde entstand diese Verfilmung eines Thomas Harris-Romans. Hierzulande ging der Film als „Blutmond“ an den Start, heutigen Filmfans dürfte er aber eher kein Begriff sein, schon weil er ohne große Namen auskommt. William Petersen ist inzwischen durch „CSI“ bekannt geworden, aber dem Film dürfte das auch nicht mehr helfen. Was schade ist, den dieser erste Ausflug ins Lecter-Universum ist ein kühles, stilsicheres Meisterwerk. Hannibal Lecter wird von Brian Cox gespielt, Regie: Michael Mann
  • Suspect Zero“ (2004)
    Serienkiller-Film mit Niveau, der bis zum Ende spannend ist und sich storytechnisch auch mal etwas traut. Lief bei uns im Kino, was allerdings an den meisten Menschen vorbeigegangen ist. An mir jedenfalls, und ich lese immerhin den „Filmdienst“, um genau das zu verhindern… Mit Aaron Eckhart, Carrie-Ann Moss und Ben Kingsley, Regie: E. Elias Merhige
  • Shadowboxer (2005)
    Wer nicht in Videotheken geht wird von „Shadowboxer“ wohl nie etwas gehört haben. Der Film ist eine Killerballade, allerdings mit Mut zum Risiko und einigen ausgefallenen Kniffen. Warum es 2 Jahre gedauert hat, bis der Film hier auf den Markt kam ist mir schleierhaft. Zudem wollte der Verleih (Sony Pictures) wohl möglichst ein größeres Publikum ansprechen, denn das Cover verspricht eher einen Actionthriller als einen Film, in dem nicht nur schwarz mit weiss ins Bett geht, sondern auch noch alt mit jung. Wir merken uns: auch Filme die „Shadowboxer“ heißen können eher Arthaus als Action sein. Mit Cuba Gooding, Jr., Helen Mirren und Stephen Dorff, Regie: Lee Daniels
  • Half Nelson (2006)
    Ryan Gosling wird in Amerika seit Jahren als kommender Star seiner Zunft (der Mann ist Schauspieler) gefeiert. Aber keiner seiner Filme hatte hierzulande richtig Erfolg – abgesehen vielleicht von der Demenz-Romanze „Wie ein einziger Tag“. Dabei ist Gosling eigentlich nicht der klassische Good guy/Leading man, sondern eher vom Typ Charakterdarsteller. Seine bisher vielleicht beste Rolle ist die des Highschool-Lehrers mit Drogenproblem in „Half Nelson“. 2007 war er dafür gar für einen Oscar nominiert, aber irgendwie wollte kein Verleih das brillant gespielte Drama haben. Ins Kino kam der Film 2008 dann doch noch, wurde allerdings weitgehend ignoriert. Regie: Ryan Fleck
  • Gone, Baby, Gone (2007)
    Mit Ben Affleck verbinden wohl die meisten Menschen eher Klatsch-Stories und „Good Will Hunting“ als kleine, aber feine Krimi-Dramen. Doch genau so eines hat sich Affleck für sein Regiedebut ausgesucht, mit seinem kleinen Bruder Casey in der Hauptrolle. Die Story um ein verschwundenes Kind hat Ecken und Kanten, ist aber immer fesselnd und für ein Debut erstaunlich entspannt inszeniert. Sicher, das Terrain ist nicht neu (Gemeinsamkeiten zu Eastwoods „Mystic River“ gibt es viele, u. a. Thematik und der Schauplatz Boston), aber „Gone, Baby, Gone“ kann schon sehr gut für sich alleine stehen. Mit Casey Affleck, Morgan Freeman und Ed Harris, Regie: Ex-„Bennifer“ Ben Affleck

Top 100 schon wieder – erstes Update

War ja eigentlich klar, dass ich Filme übersehen würde – jetzt ist mir einer eingefallen. „Mord im Orient Express“ (1974) nach Agatha Christie ist eine der schönsten Krimi-Verfilmungen überhaupt, da passt einfach alles. Rausgeflogen ist dafür ein anderer (Psycho-) Krimi, nämlich „The Pledge“ von Sean Penn. Hier gehts zur aktualisierten Liste…

Neue Kurzkritiken kommen auch langsam dazu, zuletzt etwa zu „Scarface„, „Schweigen der Lämmer„, „Spaceballs„, „Lethal Weapon“ und „Titanic„.

Und doch: "Spider-Man 4" kommt tatsächlich…

Wie im letzten Post bereits gesagt ist meine Vorfreude auf „The Green Hornet“ durchaus beträchtlich. Zumindest „besser als die Aussicht auf ‚Spider-Man 4′“. Und eben dieser Film wird tatsächlich kommen, laut Variety. Sony plant einen Start Mitte 2011 und hat alle wichtigen Beteiligten (Sam Raimi, Tobey Maguire, Kirsten Dunst) wieder ins Boot geholt. Ich bleibe allerdings skeptisch, wobei es nach dem affigen dritten Teil ja eigentlich nur besser werden kann…

Christoph Waltz' Karriere…

…hat sein Auftritt als Oberst Landa in Tarantinos „Inglourious Basterds“ nicht geschadet. Erst gab es den Preis als „Bester Darsteller“ in Cannes, und jetzt ist Waltz auch in Hollywood offenbar richtig im Geschäft. Wie Aintitcoolnews hier meldet wird Waltz in der Comic-Verfilmung „The Green Hornet“ mitspielen.

Das ganze Projekt klingt zunehmend interessanter. Mit Seth Rogen in der Hauptrolle dürfte hier ein Superheld der etwas anderen Art die Leinwand heimsuchen, Regie führt Michael Gondry. Der wiederum steht nicht für die bekannte Comic-Ästhetik, sondern hat u.a. in „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ und „The Science of Sleep“ einen ganz eigenen visuellen Stil entwickelt.

Und nun wird also (statt Nicolas Cage) der Österreicher Waltz den Bösewicht spielen. Die Dreharbeiten haben bereits begonnen, Ende 2010 wird das Ergebnis im Kino zu bewundern sein. Klingt schon mal sehr viel besser als die Aussicht auf „Spider-Man 4“ oder „Wolverine 2“, würde ich sagen.

Läuft nix…

Irgendwas läuft ja eigentlich immer, wenn man Bock hat, ins Kino zu gehen. Die nächsten Wochen allerdings scheinen eine echte Durststrecke zu werden. Da ist kaum ein Film bei, den ich gerne sehen will – und das jetzt, wo der Sommer fast vorbei ist. Merkwürdig…

Am Donnerstag z. B. laufen „Die Frau des Zeitreisenden“ (ganz schlimmer Trailer), „Extreme Movie“ und ähnliche Kost an. Außerdem der neue Pixar-Streifen „Up“, der sicher viel Publikum zieht, aber mich dann wohl doch eher nicht ins Kino. Aber wer weiss, der Hunger könnte es reintreiben. Außerdem neu: der neue Film von Judd Apatow („Knocked Up“), der zwar Seth Rogen und Adam Sandler zu bieten hat, aber auch maue Kritiken und zweieinhalb Stunden Laufzeit. Die Woche drauf gibt sich dann der U-Bahnthriller „Taking of Pelham 123“ die Ehre, in dem sich Denzel Washington und John Travolta gegenüberstehen. Auch hier reicht ein Blick in den Trailer um zu wissen, dass mehr als gegebenenfalls erträgliche Unterhaltung nicht im Lieferumfang enthalten sein wird. Tja, und „Die Päpstin“ ist auch nicht so mein Fall…

Während also in Venedig, Toronto und im Herbst auch in den USA generell einige spannende Filme anlaufen (die Literaturverfilmung „The Road“, George Clooneys neuer Film „Up in the Air“, der neue Coen-Brother-Film „A Serious Man“) sieht es hierzulande eher dürftig aus. Unter anderem, weil potentielle Oscar-Kandidaten in Deutschland gerne erst zu den Nominierungen anlaufen (oder wie „Slumdog Millionaire“ erst NACH der Preisverleihung), haben wir die Pappnase auf.

Worauf kann man sich also überhaupt noch freuen? Da wäre der neue Film von Steven Soderbergh „The Informant“, mit Matt Damon in der Hauptrolle, Woody Allen biegt im Dezember mit „Whatever Works“ um die Ecke“, Michael Moores „Capitalism – A Love Story“ kommt im November. Und dann wäre da natürlich noch „Avatar“, James Camerons 3-D-Film, von dem im Dezember nichts geringeres erwartet wird als das Kino zu retten und das Ruder endgültig in die 3-D-Richtung herumzureißen. Schätze da gehe ich dann doch mal wieder ins I-Max. Bin trotzdem etwas skeptisch…

District 9 [Spoilers!]

Die Vorschusslorbeeren für „District 9“ waren groß, neben dem guten US-Kinostart hat sich der Film auch beim Publikum extrem beliebt gemacht und es gleich in die Top 250 der IMDB gebracht. Weil man das Momentum mitnehmen wollte hat sich Sony Pictures, der hiesige Verleih des unabhängig produzierten Films, entschieden den Kinostart vorzuziehen, vom 22. Oktober auf den 10. September. Der große Saal im Cinestar am Potsdamer Platz war dann auch gut gefüllt, allerdings längst nicht so brechend voll wie jüngst bei den „Inglourious Basterds“.

„District 9“ gibt sich zu Beginn als Dokumentation aus, in Interviews und wackligen Fernsehbildern erfährt das Publikum, was eigentlich los ist. Folgendes ist los: Ein Raumschiff mit mehreren Hundertausend Aliens ist über Johannesburg zum Stillstand gekommen. Was die Aliens – wenn überhaupt irgendwas – auf der Erde wollten ist unklar. Mangels Alternativen werden die unfreiwilligen Erdbewohner in einem abgezäunten Bezirk untergebracht, der schnell zum Ghetto gedeiht. Die Behörden sind überfordert und beauftragen einen Waffenkonzern mit der Evakuierung der Aliens in ein außerhalb der Stadt gelegenes Gebiet.

Diese Operation soll Wikus Van De Merwe leiten, ein redseliger, etwas unbeholfener Angestellter des Konzerns MNU, und zufällig Schwiegersohn von dessen Boss. Die Zwangsumsiedlung gerät zu einer brutalen Farce, bei der sich Van De Merwe eine Art Alien-Virus einfängt – er mutiert schrittweise selbst zum Alien. Hier ändert sich die Perspektive, nicht mehr pseudo-dokumentarische Archivaufnahmen bestimmen das Geschehen, sondern eher klassische Einstellungen. Van De Merwe wird zum Versuchskaninchen seines Arbeitgebers, der auf Erkentnisse hofft, wie man die konfeszierten Waffen der Aliens endlich auch für Menschen nutzbar machen kann. Van De Merwe kann fliehen und sucht im Ghetto von „District 9“ nach einem Ausweg.

Vom Ton her erinnert der Film ein wenig an Verhoevens „Starship Troopers“, auch hier wird an beißender Satire nicht gespart. Der Hass der Militärs und auch der Bürger der Stadt auf die ungewollten neuen Nachbarn kennt schnell keine Grenzen mehr, kaum jemand stört sich an dem erbärmlichen Ghetto-Dasein, in das die Aliens gezwungen werden. Erst durch die „Verwandlung“ der Hauptfigur ändert sich der Blick auf die Lage. Das Publikum fiebert mit Van De Merwe mit, dem als Verbündete ja nur die Aliens bleiben, wenn er nicht auf dem Seziertisch seiner Bosse landen will. Hier wird „District 9“ dann zu einem eher konventionellen Actionfilm, ohne aber seinen scharfen Ton zu verlieren.

Weil er ohne bekannte Schauspieler auskommt und offenbar sehr günstig in Johannesburg und Neuseeland drehen konnte, reichte dem Regisseur Neil Blomkamp ein Budget von $ 30 Mio., um seine Story zu realisieren. Die Effekte sind trotzdem überzeugend, Raumschiff und Aliens sind erstklassig umgesetzt. Die Thematik von Apartheid (ausgerechnet in Johannesburg) am Beispiel einer Alien-Invasion aufzugreifen ist mutig, und das Drehbuch clever genug um viele Facetten des Themas auszuloten. Das düstere Bild, das der Film von den Menschen zeichnet, ist als eindeutige Warnung zu verstehen, die dem Regisseur offensichtlich sehr am Herzen liegt. Einzig Van De Merwe beginnt irgendwann zu begreifen, dass die „anderen“ auf der Erde nie eine Chance auf ein anständiges Leben hatten – ohne seine Infektion wäre ihm das aber auch egal gewesen.

„District 9“ wird kein Überraschungshit vom Schlage „Juno“ oder „Amelie“ werden, denn er wird sicher nicht allen Leuten gefallen. Die Story ist unbequem, die Machart zunächst gewöhnungsbedürftig, der Humor ist tiefschwarz und die Splatterszenen so drastisch, dass empfindliche Mägen hier völlig fehl am Platze sind. Ordentliche Zuschauerzahlen wird er trotzdem sicher erreichen, und das auch verdient. Denn der Film geht höhere Risiken und neuere Wege als die meisten Blockbuster des Sommers zusammen. Und man geht nicht raus und hat es hinter sich, man geht raus und hat etwas neues gesehen.

4/5

Die Top-10 Blockbuster zum Abgewöhnen

Ja, ich bin in Listen-Laune. Wie schon am Ende der Top-100 angekündigt hab ich mal ganz tief in meiner Grindfilmkiste gewühlt und die ätzendsten Exemplare ausgewählt. Ohne weitere große Worte (die hätten die Filme eh nicht verdient) hier also die Liste:

1. Armageddon
Dieser blödsinnige Beinahe-Weltuntergang von Michael Bay verursachte mir bei meinem einzigen Versuch mit dem Film geradezu körperliche Schmerzen. Beeindruckend inhaltslos und ohne eine einzige gelungene Figur tischt Bay seinen Macho-Schwachsinn auf, der selbstredend auch noch extrem vorhersehbar ist. Und vergessen wir die elende Aerosmith-Schnulze nicht, die das Gesamtpaket „veredelt“.

2. Transformers – Revenge of the Fallen
150 sinn- und wertlose Minuten stumpfer Action, null Spannung, alberne Schauspieler, lahme Gags, Pixel-Soße zum Abgewöhnen von Anti-Regisseur Michael Bay. Mittendrin Milchgesicht Shia LaBeouf, der aber auch nicht weiss, was das ganze soll, und Megan Fox, die weiss, dass sie heiss ist, aber sonst nichts anbieten kann. DER Inbegriff von Zeitverschwendung.

3. Matrix – Reloaded & Revolutions
Der wirre, mit miesen Dialogen vollgestopfte Quatsch, mit dem die Wachowskis den großartigen „Matrix“ fortgesetzt haben, darf hier natürlich nicht fehlen. Schlüsselmeister, Architekt, Prophezeiung und allerlei bedeutungsschwangeres Geseier bestimmen das Geschehen, die Actionszenen wurden gleich für die Computerspiele „optimiert“. Am Ende sitzt man dann auf einer Parkbank, während Neo als „Ghost in the Machine“ durch die Gegend wabert. Was für ein Schuss in den Ofen…

4. Con Air
Die Besetzung verspricht beinahe schon Oscar-Nominierungen, der Film verdient bestenfalls eine ‚Goldene Himbeere‘. Nic Cage, John Malkovich, Steve Buscemi und ein paar weitere Hochkaräter haben sich in diesem beknackten over-the-top Actionfilm offenbar alle mächtig die Muffe versilbern lassen, anders ist ihre Anwesenheit nicht zu erklären. Dämlicher Drecksfilm mit alberner Pseudo-Moral und miesen Tricks.

5. Godzilla
Godzilla ist ja, soweit ich das verstehe, ein Singular. Also EIN Godzilla. In Roland Emmerichs „Godzilla“ sind aber gleich mehrere Exemplare zu sehen, und sie sind immer genau so groß, wie die Actionszene es gerade erfordert – mal passt das Viech in eine U-Bahn-Röhre, mal ist sein Auge so groß wie eine U-Bahn-Röhre. Sehr überzeugend. Garniert wird der Mist mit Matthew Broderick in der Hauptrolle (Geld sparen, okay, aber Matthew Broderick?!) und ellenlangen Szenen, die auch aus „Jurassic Park“ hätten stammen können – dem Film, den Emmerich mit diesem Scheiss unbedingt überbieten wollte. Fail.

6. Hannibal

Zugegeben, die Erwartungen waren auch (zu) hoch. Aber dann echt so? Julianne Moore, wahrlich keine schlechte Schauspielerin, bemüht sich vergebens, dem Publikum Clarice Starling vorzuspielen, ein paar gelungenen Szenen in Florenz stehen sehr viel mehr schlechte und unglaubwürdige irgendwo anders gegenüber. Dazu schafft es „Hannibal“, dass der Bösewicht von Gary Oldman gespielt wird und trotzdem total daneben ist. Und ja, am Ende wird Gehirn gelöffelt, aber wer sein eigenes durch den Film gerettet hat war da schon wieder zuhause…

7. Mission: Impossible 2
Ich hab ja gar nix gegen John Woo („Face/Off“ ist Quatsch, aber geiler Quatsch!), aber der von ihm inszenierte „M:I2“ ist echt ein Tritt ins Gesicht. Vorbei mit den altmodischen Agentenspielchen von DePalmas erstem Teil, Woo setzt auf nicht enden wollende Spielchen mit den Masken, eine lahme Bio-Tech-Story, die nie Fahrt aufnimmt, seine beschissenen Tauben und kriegt auch nur eine einzige anständige Actionszene hin. Und das trotz Überlänge. Jämmerlich.

8. Cast Away
Von wegen: Ich habe Feuer gemacht! Tom Hanks sitzt allein auf einer Insel rum. Irgendwann ist es besser, er und sein Volleyball haben sich auseinander gelebt. Dann macht er sich wieder davon. Aber seine Frau will ihn nicht mehr. Dafür kann er noch ein Paket abliefern – und sich ein Ei drauf pellen! Ob „Castaway“ jetzt eher wie „Farbe beim trocknen zusehen“ ist, oder doch mehr „Grass beim wachsen zugucken“, das will ich nicht entscheiden müssen. Was ich auch nicht will, ist mir diesen Stuss nochmal angucken müssen. Don’t make me!

9. Planet der Affen (Remake)
Tja, die Affenkostüme sind besser als beim Original, immerhin. Aber was soll die erbärmliche Besetzung, warum wurde das Ende verunstaltet? Und, Hand aufs Herz, was hat sich Tim Burton ÜBERHAUPT bei diesem Remake gedacht? Eine wahre Blaupause für miese Sommer-Blockbuster, von vorn bis hinten nur daneben.

10. Die Another Day
Ich setze echt ungern einen Bond-Film hier auf die Liste, aber „Die Another Day“ war schlichtweg eine Frechheit. High-tech-Strampelanzüge von verunstalteten nordkoreanischen Offizieren, eine riesige Laser-Wumme (oder so), ein unsichtbares Auto, eine mies computer-animierte Riesenwelle UND Madonna?! Pierce Brosnans Ära als Bond hätte ein besseres Ende verdient gehabt als diesen zwanzigsten Bond, und das Publikum auch!

Die Top-100…

..werde ich langsam, aber sicher weiter verfeinern. Bereits komplett sind die Kurzkritiken zu den Top 10 (jeweils direkt in der Liste verlinkt). Ich bemühe mich, auch für die restlichen 90 Filme bald Kurzkritiken online zu haben, etwa 20 sind es ja schon. Einige Filme werde ich mir wohl nochmal ansehen müssen, bevor mir was einfällt – die kommen dann eben etwas später!

Listen, Listen, Listen…

Film-Listen sind schon was feines. Vor allem dann, wenn sie von jemandem zusammengestellt werden, auf dessen Meinung man was gibt. Auf Quentin Tarantino trifft das (zumindest in meinem Fall) zu, schon weil der Kerl dafür bekannt ist jährlich hunderte Filme zu sehen. Für LAWeekly.com hat Tarantino nun mal eine solche Liste erstellt – nicht die All-time Top 100, sondern seine 20 Favoriten der letzten 17 Jahre. Warum gerade der letzten 17 und nicht etwa 20 Jahre vermag ich nicht zu erklären, aber was solls.

Schön zu sehen, dass in der Liste (hier der Link dahin) auch Linklaters „Dazed and Confused“ dabei ist. Ansonsten finden sich ein paar Kandidaten, die man hätte vermuten können („Lost in Translation“, „Fight Club“), und eine Menge asiatischer Filme, von denen die wenigsten hierzulande ein größeres Publikum gefunden haben. Ich kenne jedenfalls nur „Battle Royale“ (QT’s Nummer eins) und „Joint Security Area“, der wirklich lohnenswert ist. Aber was nicht ist kann ja noch werden, und im Videodrom hier um die Ecke gibts ja eigentlich nichts, was es nicht gibt..

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