Observe and Report (Shopping Center King)

Der Schauspieler Seth Rogen ist etwa seit zwei Jahren ‚everybody’s darling‘, wenn es um Komödien geht. Mit „Superbad“ und vor allem „Knocked Up“ wurde er zum Star zahlreicher Filme aus dem Umfeld von Regisseur und Produzent Judd Apatow. Für „Pineapple Express“ und „Superbad“ schrieb er auch an den Drehbüchern mit. Und tatsächlich ist Rogen echt komisch. Oder besser: kann komisch sein. Denn in seinem letzten Film „Observe and Report“ gibt es eigentlich überhaupt nichts zu lachen, und das ist für eine selbsterklärte Komödie nicht so gut.

Rogen spielt Ronnie, den ‚Head of Security‘ in einer großen Mall. Ronnie träumt von einer glorreichen Karriere als Cop, und wie es scheint ist die Gelegenheit günstig – erst macht ein Exhibitionist die Mall unsicher, indem er ungefragt Frauen seinen Schniedel zeigt, dann wird auch noch eingebrochen. Ronnie setzt alles daran, die Täter zu fassen.

„Oberserve and Report“ macht bei der ganzen Sache leider einen grundlegenden Fehler. Denn Ronnie ist kein liebenswerter Loser, sondern schlichtweg ein erbärmliches und dummes Arschloch. Seine primitive Art, seine verzerrte Wahrnehmung der Realität, sein abstoßender Umgang mit anderen – alles nicht komisch. Wenn aber die Hauptfigur unsympathisch ist, und sich auch sonst keine Sympathieträger finden, dann stellt sich die Frage worüber man lachen soll. Ray Liotta etwa ist als echter Cop dabei, und seine Rolle hätte durchaus als (lustiger) Gegenpart zu Ronnie angelegt werden können. So aber ist er nur eine von vielen ätzenden Figuren, die lustlos überzeichnet sind und keinerlei Interesse wecken. Man möchte all diese Gestalten einfach nicht sehen.

Es gibt andere Filme, in denen die Figuren allesamt eher negativ gezeichnet sind, und die trotzdem funktionieren. Siehe etwa „Rules of Attraction“ – aber das war auch eher ein satirisches Drama als eine Komödie. „Oberserve and Report“ hat zwar ebenfalls durchaus satirische Tendenzen (etwa in der Figur von Ronnies Mutter), kommt aber vom Ton her doch wie eine normale Komödie rüber. Mit dem Ergebnis, dass dem Publikum statt Lachern eine Überportion Fremdschämen serviert wird, die aber nicht mal Fans von „American Pie“ und Konsorten erfreuen wird. Ausnahmen bestätigen in Form einiger lustiger Szenen die traurige Regel. Insgesamt: „Thema verfehlt, setzen, sechs!“.

1/5

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