Yes Man

yes_manCarl Allen (gespielt von Spaßvogel Jim Carrey) führt ein recht ereignisloses Leben. Als Angestellter einer Bank vergibt er nur die allersichersten Kredite und wird nie befördert, privat vermeidet er nach der schon lange zurückliegenden Scheidung von seiner Frau jeden unnötigen Kontakt mit seinen Mitmenschen. Das Szenario ist aus vielen guten und auch schlechten Filmen bekannt, siehe etwa „Stranger than Fiction“ oder „Click“.

In diese Trostlosigkeit platzt ein alter Bekannter von Carl, der ihn zu einem Seminar namens „Yes Man“ mitschleppt. Dort predigt ein charismatischer Hosentaschen-Guru (gespielt vom eher für ernste Stoffe bekannten Terence Stamp) seinen Jüngern, immer zu allem „Ja“ zu sagen – denn an Nein-Sagern geht das ganze Leben vorbei! Widerwillig lässt sich Carl auf die Sache ein, lernt Koreanisch, bewilligt zweifelhafte Kredite, nennt seinen nerdigen Vorgesetzten beim Vornamen und macht auch sonst alles, was man von ihm verlangt. Und den Gesetzen eines Hollywoodfilms folgend lernt er auch eine interessante junge Frau kennen (Zooey Deschanel, zuletzt mit „The Happening“ im Kino).

Die Story ist ihrem Hauptdarsteller natürlich wie auf den Leib geschrieben, und so hat der Film auch einige starke Momente bieten – sowohl von der lustigen als auch von der ernsthaften Art. Das Erzähltempo ist flott, in den besten Momenten überträgt sich die neugewonnene Energie von Carl/Carrey auch auf das Publikum. Insgesamt aber kommt keine rechte Freude auf, zu vorhersehbar und teils auch albern ist das Geschehen, es fehlt an echten Überraschungen oder Aha-Momenten. Die zugrundeliegende Idee des lebensfrohen Ja-Sagens wird angemessen zelebriert, hat ihr Pulver allerdings auch recht bald verschossen. Was danach kommt ist handelsübliche Dutzendware des Geschichtenerzählen, was schade ist  – aber auch nicht wirklich verwundert.

Im Trailer sieht „Yes Man“ nach mehr aus, als er letztlich ist. Wem die Laune nach Unterhaltung und Zerstreuung mit überschaubarem Tiefgang steht dürfte trotzdem auf seine Kosten kommen. Ob Jim Carrey in naher Zukunft noch einmal so glänzen kann wie in „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ muss dagegen wohl bezweifelt werden.

3/5

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