Oscars – Nachbetrachtung

Nu isses vorbei. Eigentlich auch schon seit 5:47 MEZ, aber irgendwann muss man ja auch mal schlafen. Die Oscarverleihung hat durchaus Spaß gemacht dieses Jahr. Es gab einige sinnvolle Neuerungen (z. B. die Stakkato-Vergabe der Kostüm/Make-Up/Art Direction-Preise, oder die Verleihung der Darstellerpreise durch fünf vorige Gewinner), einen anständigen Host (Hugh Jackman kann definitiv eine Show abziehen) und altbekannte Probleme – die Chose ist immer noch zu lang.

Der Start mit Jackmans Comedy-Vorstellung zu den Best-Picture-Nominierungen war gelungen, nach einer Stunde waren schon 7 Preise vergeben, es schien alles zu passen. Im gesamten Mittelteil der Show passierte dann leider so gut wie gar nichts. Oscar für irgendwas – Werbung, Musical-Einlage – Werbung. Laaaaangweilig! Lichtblicke waren die Präsentation der Screenplay-Oscars („And I am Steve Martin..“) und Judd Apatows kleiner Kiffer-Film, in dem James Franco und Seth Rogen alle nominierten Filme abfeiern durften. Als dann am Ende die wichtigsten Oscars vergeben wurden kam insgesamt nochmal ein bißchen Bewegung in die Sache. Sean Penns Dankesrede war die beste des Abends, alle anderen werden bald vergessen sein.

Zu den Preisen: Die Academy hat fast alles richtig gemacht, die Preise wurden hübsch verteilt. [Mit meinen Oscar-Predictions in den Hauptkategorien lag ich in 10 von 13 Fällen richtig..] „Benjamin Button“ hat ein paar Oscars abgeräumt, wurde aber wie erwartet in den wichtigen Kategorien übergangen – hier kam „Slumdog Millionaire“ zum Zuge. Heath Ledger gewann als Nebendarsteller und verschaffte seiner Familie einen kleinen großen Auftritt, Kate Winslet gewann zurecht und redete zu lange. Mickey Rourke ging dagegen leer aus, was schade ist, denn wenn nicht für den „Wrestler“ wird er nie einen Oscar gewinnen. Der Academy war das sicherlich auch klar, sie hat sich trotzdem für Sean Penn entschieden.

Insgesamt zeigte die Show also gute Ansätze und hat nicht sooo viel falsch gemacht. Andererseits ist da immer noch sehr viel Luft nach oben. Vielleicht kommt es einem ja nur in Deutschland so vor, weil man irgendwann zwischen 2:30 Uhr und kurz vor 6 einfach einknicken MUSS, aber mit wiederum fast 210 Minuten ist die Gala immernoch zu lang. Und auch wenn die Werbung eben dazugehört – es kommt nicht so richtig Gala-Stimmung auf, wenn man ständig unsanft aus der Zeremonie rausgeschmissen wird und sich zum 56. mal Pro7 -Programmtipps angucken muss. Mögen die Produzenten den Mut haben, das ganze kürzer zu halten – dann bin ich vielleicht auch nächstes Jahr wieder dabei….

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