Frost/Nixon

Die Watergate-Affäre, die US-Präsident Nixon 1974 zum Rücktritt zwang, ist wohl den meisten Deutschen bekannt – sofern sie sich ein bißchen für die Geschichte der Welt da draußen interessieren. Weniger bekannt ist hierzulande die Story eines Fernsehinterviews, welches das negative Bild Nixons in der Öffentlichkeit endgültig zementierte. Um dieses Interview kreist das Oscar-nominierte Drama „Frost/Nixon“, und bietet eine äußerst spannende und lehrreiche Geschichtsstunde.

Martin Sheen („Underworld“, „The Queen“) spielt den scheinbar oberflächlichen, gewitzten britischen Talk-Show-Moderator David Frost. Der recht unbekannte Frank Langella spielt den grummeligen Ex-Präsidenten Richard Milhouse Nixon. Dass Langella kein so bekanntes Gesicht ist kommt dem Film durchaus zugute, denn die Ähnlichkeiten zum „Original“ sind recht groß, und (im Gegensatz zu Anthony Hopkins in Oliver Stones „Nixon“) man sieht in seiner Figut nicht ständig andere, bekanntere Rollen. Beide Schauspieler sind restlos überzeugend, und auch die Nebenrollen hervorragend besetzt.

„Frost/Nixon“ erzählt seine Geschichte gerade heraus, ohne Netz und doppelten Boden. Der Fokus liegt, nach einer äußerst nützlichen kurzen Einführung in die damalige Situation, auf der Vorbereitung des Interview-Teams und der dann über 5 Drehtage stattfindenden TV-Aufzeichnung.  Die Verbindung von Anspruch und Unterhaltung ist Regisseur Ron Howard (zuletzt mit dem „The Da Vinci Code“ noch mitten im Mainstream unterwegs) glänzend gelungen, und einige Momente des Interviews werden sicherlich auch noch am Ende des Jahres zu den eindringlichsten Filmszenen von 2009 gehören.

4/5

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