Indiana Jones 4 (und das Gedöns mit dem Kristall-Hasi)

Langsam aber sicher hab ich die Blockbuster des Sommers nun alle nachgeholt – und bereue nicht unbedingt mehr als zuvor, in diesem Sommer sehr kinofaul gewesen zu sein. Was aber nicht heißen soll, dass etwa „Indy 4“ nicht einen Gang ins Kino lohnt. Fraglich ist eher, ob für Actionfilm-Cineasten ein Weg dran vorbei führt. Harrison Ford ist nicht jünger geworden in den letzten 20 Jahren, und obwohl ich es vor dem Film nicht geglaubt habe ist das ein bißchen ein Problem. Für sein Alter ist Ford ja noch fit, aber das kleine übermütige Kind, das in der Figur von Indiana Jones steckte kann er nicht mehr zu Leben erwecken. Ebenfalls etwas mißlungen: die Story, weil sie sich nicht wie Teil 1 und 3 mit biblischen Mythen beschäftigt (Teil 2 auch nicht, der war aber auch der schwächste bisher). Der heilige Gral und die Bundeslade sind Indys Terrain, aber doch kein dämlicher Alien-Kristallschädel, hörma!?

Genug gemeckert. Steven Spielberg hat ja sein Handwerk nicht verlernt und einen unterhaltsamen, zuweilen lustigen Film mit guten Actioneinlagen abgeliefert. Die ganz großen Momente fehlen zwar, aber das hohe Erzähltempo und die insgesamt gut gelaunt aufspielenden Stars des ganzen (Cate Blanchett, Shia LaBeouf, William Hurt und  – back again! – Karen Allen) sorgen für ein gelungenes Spektakel. Die Zutaten stimmen insgesamt auch anno domini 2008 noch, wenngleich sie als fertiges Gebäck schon ein empfindliches Stück ihres Zaubers verloren haben.

6/10

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