Stirb Langsam 4.0

Mit einer Neuauflage von „Stirb Langsam“ war gar nicht wirklich zu rechnen, und doch tritt John McClane (Bruce Willis) noch ein viertes Mal an, um den Tag zu retten. Eine Bande fieser Hacker versucht in dem mit politischen Anspielungen gespickten „Live Free or Die Hard“ (Originaltitel) die gesamte USA computertechnisch lahm zu legen. Gemeinsam mit dem zunächst selbst verdächtigen Hacker Matt (Justin Long) stemmt sich McCLane gegen die Katastrophe und richtet dabei – Ehrensache – den größtmöglichen Sachschaden an. Mit gewohnt lässigen Sprüchen und seiner vielerprobten Macho-Attitude schießt und prügelt sich Willis durch diesen optisch sehr modernen, aber doch der Tradition von Verfolgungsjagden, Schießereien und Explosionen stets verpflichteten Actionstreifen. Der Showdown ist zwar maßlos übertrieben, macht aber dennoch um Längen mehr Spaß als die Pixel-Soße von „Spider Man 3„. Dem Eindruck, dass eben diese Sorte Actionfilm nicht mehr ganz zeitgemäß ist, kann „Stirb Langsam 4.0“ allerdings auch nicht entschieden entgegen wirken. Macht aber nix, es ist trotzdem eine Freude, den störrischen Bullen McClane noch einmal in Aktion zusehen – und dass Bruce Willis inzwischen jenseits der Fünfzig ist tut dem Vergnügen keinen Abbruch. 7/10

Hot Fuzz

Von den Machern von „Shaun of the Dead“ kommt diese Komödie über Nicolas Angel, einen toughen Londoner Cop, der aufs Land weggelobt wird. In dem vermeintlich friedlichen Dorf Sandford liegt allerdings einiges im Argen, und bald hat Angel alle Hände voll zu tun. „Hot Fuzz“ erinnert ein wenig an die schwedische Komödie „Kops“, in der ebenfalls ein beschauliches Dorf und die örtliche Polizei im Mittelpunkt standen. Das ganze ist null ernst zu nehmen, macht aber ordentlich Spaß. Timothy Dalton und andere bekannte britische Schauspieler geben sich in der turbulenten Story die Ehre, während die Story mit großer Freude Cop-Klischees feiert und unterläuft. Nicht der ganz große Wurf, aber „very british“ und durchaus einen Blick wert.

Zodiac

Mit „Sieben“ hat David Fincher einen der besten und erfolgreichsten Serienkiller-Filme überhaupt abgeliefert. So war die Freude bei den Fans groß, als bekannt wurde, dass er sich noch einmal diesem Genre widmen würde. „Zodiac“ weist dabei deutlich mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zu „Sieben“ auf, was vor allem dem dokumentarischen Charakter des Films geschuldet ist. Den Zodiac-Killer gab es wirklich, der Film basiert auf dem Erlebnisbericht eines Reporters, der von dem Fall besessen war. In den Hauptrollen mit Mark Ruffalo, Jake Gyllenhaal und Robert Downey, Jr. prominent besetzt begleitet die Story die über Jahre gehende Jags nach dem Killer. Am besten gelingt Fincher dabei der schaurige Beginn, der die Morde und die zeitweilige Hysterie der Medien und Einwohner San Franciscos zeigt.Sein Portrait der späten sechziger Jahre kümmert sich nur bedingt um den Zeitgeist, zu fokussiert ist die Story auf die Hinweise und Spuren. Lediglich durch das großartige Produktionsdesign und den exzellenten Soundtrack lebt die späte Hippie-Zeit auf, die privaten Hintergründe der Charactere bleiben weitestgehend im Dunkeln. Trotz der langen Laufzeit wird „Zodiac“ niemals langweilig – vorausgesetzt, man erwartet keinen lauten Thriller, sondern lässt sich auf die komplizierte Verbrecherjagd wirklich ein.

Nicht nur einmal werden übrigens bei „Zodiac“ Erinnerungen an Spike Lees „Summer of Sam“ wach, und das ist ja keine schlechte Nachricht.
7/10

Shooter

Bereits seit einiger Zeit im Kino läuft dieser Thriller von Antoine Fuqua („Training Day“), in dem Mark Wahlberg als Variation der klassischen Rambo-Figur unterwegs ist. Desillusioniert kehrt der begnadete Scharfschütze Bob Lee Swagger der Armee den Rücken, die seinen Kameraden und ihn auf feindlichem Gebiet allein ließ. Aus seiner selbst gewählten Isolation begibt er sich auf Wunsch hochrangiger Sicherheitsbeamter, um das Leben des Präsidenten zu schützen. Doch die Fronten sind längst nicht endgültig geklärt. Swagger kämpft bald gegen eine Verschwörung aus den höchsten Kreisen. Dabei geht es recht politisch zu, nicht nur die Bush-Regierung bekommt einiges ab. Als Actionfilm funktioniert „Shooter“ sehr gut, spart sich Firlefanz und bringt eine gesunde Mischung aus Action und Spannung, in Verbindung mit guten Darstellern. Um einen größeren Eindruck zu hinterlassen mangelt es dem Film aber an großen Szenen oder Aussagen, trotzdem ist er eine runde Sache und wird sicher sein (DVD-)Publikum finden. Für feingeistige Gemüter ist der Kopfschuss-Faktor sicher deutlich zu hoch, denn was macht ein guter Scharfschütze nun mal beruflich – er schiesst scharf, und er trifft.

Adams Äpfel (DVD)

Mads Mikkelsen, der Bösewicht mit dem blutigen Auge in „Casino Royale„, spielt in diesem dänischen Film einen Dorfpfarrer, der ehemaligen Straftätern unter die Arme greift. Seine Methoden sind jedoch ebenso ungewöhnlich wie die seltsamen Gestalten, die sich bei ihm eingenistet haben, darunter ein Säufer und Dieb, der Neonazi Adam und Ladendieb Khalid. Schwärzesten Humor und unverhohlene Sympathien für die kruden Charaktere verbindet „Adams Äpfel“ zu einer unkonventionellen, brüllend komischen Komödie, die sich bis auf wenige Szenen bewusst vom Mainstream fernhält. Die grotesken Übertreibungen machen ebenso Spaß wie die Running Gags, und vor den Darstellern kann man ohnehin nur den Hut ziehen. Unterm Strich also ganz großes Tennis!

Ghost Rider (DVD)

Mit großem Vergnügen und nicht nur einmal hab ich mir den Trailer zu dieser Comic-Verfilmung reingezogen. Ein brennendes Skellett auf einem brennenden Motorrad, bunte Action und ein paar knackige Jokes – fertig wäre das Gartenhäuschen. Nun ist der Film aber leider ein Langweiler geworden, der nie richtig in Fahrt kommt, und dem es an großen Momenten fehlt. Nach der farblosen Vorgeschichte geht es hinein in den vom Satan und ähnlich dunklen Unterweltlern beherrschten Plot, der sich dann ohne lohnenswerte Schauwerte bis zum Finale hangelt. Nic Cage, angeblich seit frühester Kindheit ein Fan der Comics, kann der Figur zu keiner überzeugenden Präsenz verhelfen, und spätestens damit sind größere Hoffnungen schon früh zu beerdigen. Als erträglicher Vertreiber von Langeweile geht „Ghost Rider“ noch durch, ansonsten ist es der sprichwörtliche Schuss in den Ofen.