Smokin' Aces

Die Studios in Hollywood haben längst erkannt, mit welchen Filmen sie punktgenau eine Zielgruppe ansprechen können. Junge männliche Zuschauer sind dabei recht einfach auszurechnen. Wenn es ordentlich kracht, geballert wird und die Mafia im Spiel ist, braucht es keine teuren Stars, um für ein anständiges Einspielergebnis zu sorgen. Diese Strategie hat Lions Gate mit „Crank“ ordentliche Umsätze beschert, New Line Cinema ging es mit „Snakes on a Plane“ ähnlich, nur hatte man sich da vielleicht noch mehr versprochen. Nun legt Universal nach und reicht eine von den Zutaten sehr ähnliche Mischung aus coolen Sprüchen, einer wilden Story und mächtig viel Geballer. „Smokin‘ Aces“ heisst das Ganze, entstanden unter der Regie von Joe Carnahan, der für den Copthriller „Narc“ viel Lob bekam und erst in letzter Sekunde die Regie für „Mission: Impossible 3“ abgab.

„Smokin‘ Aces“ handelt von einem Haufen Auftragskillern, der Mafia und dem FBI, die alle eines gemeinsam haben – sie sind hinter dem ehemaligen Show-Star Buddy ‚Aces‘ Israel her. Die einen allerdings brauchen ihn tot, die anderen lebendig. Die Jagd kann beginnen. Israel selbst gastiert bereits unter besonderer Bewachung im Penthouse eines Hotels am Lake Tahoe, Nevada. Ein beträchtlicher Haufen Killer ist hinter Israel her, als Kopfgeld ist eine Million Dollar ausgesetzt. So machen sich drei durchgeknallte Brüder ebenso auf den Weg wie Kopfgeldjäger, Folterspezialisten, Verkleidungskünstler und ein junges, lesbisches Killer-Paar, das zur Freude des männlichen Publikums zur Hälfte aus der Soul-Sängerin Alicia Keys besteht.

 

 

Sie alle wollen dem armen Buddy ans Leder, was der jedoch bis unters Hirngrind zugekokst nur noch bedingt mitkriegt. Macht aber nix, auf der Leinwand ist trotzdem meist Alarm. Mit einer großen Portion genreüblicher Dialoge und ausgiebigen Schießereien läuft die Handlung unweigerlich auf ein großes Finale in Israels Hotel hinaus, wo sich alle Parteien auf unterschiedliche Art und Weise eingefunden haben. Wer mit einem Haufen brutaler Gangster für seinen Film Werbung (Trailer) macht, der muss auch fiese Killer und ordentlich Blut liefern, und „Smokin Aces“ gibt sich wahrlich alle Mühe.

 

 

 

 

Vom Unterhaltungswert her, vorausgesetzt man findet blutige Schießereien und haufenweise Leichen unterhaltsam, kann man dem Film kaum einen Vorwurf machen. Außer einigen überlangen, lästigen Dialogen und der verwirrenden Erzählweise steht dem Amusement nichts im Wege. Problematisch ist lediglich, dass die Handlung des Films nicht sehr viel hergibt und mit einem relativ voraussehbaren Kniff am Ende niemanden überraschen kann. Zu erwarten war das aber sowieso nicht.

So gilt für „Smokin‘ Aces“ im Grunde dasselbe wie für die oben genannten Filme. Mit der nicht ganz unwichtigen Einschränkung, dass hier nicht die behämmerte Story im Vordergrund steht und für Lacher sorgen soll, sondern vielmehr die durchgeknallten Killer, die sich um die Beute streiten. Unter anderem sind Ben Affleck, Ray Liotta, Andy Garcia, der Rapper Common und die bereits erwähnte Alicia Keys mit von der Partie, die alle mit dem grob überzogenen Material ihren Spass zu haben scheinen. Das wilde Treiben ist also durchaus einen Blick wert, es sei denn, man setzt Kriterien wie überzeugende Figurenentwicklung oder ein fesselnde Geschichte ganz oben auf seine Liste. In dem Fall sollte man sich dieses lärmende Spektakel von Sprüchen und Schüssen lieber sparen.

 

 

6/10

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