Der gute, alte Gernsehabend

Halloween

Genau weiß ich ja ehrlich gesagt nicht, was die Amis an Halloween feiern. Ist aber auch egal. Ich verbrachte dieses Halloween originellerweise vor dem Fernseher, und zwar gab es folgendes zu sehen: Halloween! Anno 1978 schuf John Carpenter mit diesem Teenie-Slasher die Blaupause für unzählige Kopien und Nachfolger. So brachten es die Reihen von Nightmare on Elm Street, Freitag der 13. und Halloween zusammen auf über zwanzig Filmchen. Den allerersten zeigte arte quasi zur Feier des Tages, und ich war dabei!

Die Beigeisterung hielt sich allerdings in Grenzen. Der Film beginnt sehr stimmungsvoll damit, dass ein kleiner Junge seine hübsche Schwester aufschlitzt und viele Jahre später aus der geschlossenen Psychiatrie entkommt. Sein Doktor, gespielt von Bondbösewicht Blofeld aka Donald Pleasance, hält ihn für das Böse in Person und warnt den Sheriff in jenem Städtchen, in dem der kleine Michael Myers zum Mörder wurde. Der ist bereits mit seiner Maske unterwegs und guckt sich seine Opfer aus. Die Atmosphäre ist recht beängstigend, die Bilder einer verschlafenen, sauberen, Kleinstadt sind jedem bekannt.

Leider beginnt dann eine lange Zeit des Wartens, denn nun zieht es sich hin mit der Handlung. Natürlich hat Myers es auf Teenies abgesehen, bevorzugt auf solche, die sich gerade an die Wäsche gehen wollen. So schleicht er lautlos und in Schwarz gewandet durch die Gärten, während die armen Mädels nichts ahnend ihre letzten Atemzüge tun. Abgesehen vom Sheriff und Myers` Doktor gibt es kaum Erwachsene zu sehen, die Teenies sind auf sich allein gestellt. Wenn dann der Mann mit der Maske sein langes Messer sprechen lässt sehnt man sich schnell dem Ende entgegen, wohl wissend, dass bis dahin Jamie Lee Curtis und ihre Kollegen sehr oft in Todesangst spitze Schreie ausgestoßen haben werden.

Für einen Film aus der Traumfabrik gibt es viel nackte Haut zu sehen, immerhin waren die 70er cineastisch betrachtet das vielleicht am wenigsten prüde Jahrzehnt Hollywoods. Die neue Horror-Welle um Wes Cravens Scream-Trilogie verpasste seinen Protagonistinnen dagegen zwar knappere Outfits, scheute aber weitgehend nackte Tatsachen. Man erging sich lieber in grausameren und zahlreicheren Metzeleien und ließ dafür Selbstironie einfließen. Halloween meint es dagegen noch ernst mit dem Horror, was nicht heißt, dass die Gesetze der Logik viel Beachtung gefunden haben. Aus heutiger Sicht erscheint der Streifen als nicht uncharmantes, etwas naives Stück Spannungskino aus längst vergangenen Zeiten. Ruhe in Frieden.

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