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Final Call

Seit einigen Wochen auf dem Markt ist dieser Thriller mit Kim Basinger und Chris Evans. Ähnlich wie Colin Farrell in „Nicht auflegen!“ an die Telefonzelle gefesselt war hängt hier ein junger Mann an seinem Mobiltelefon. Eine entführte Ehefrau und Mutter (Basinger) hat ihn über ein vermeintlich defektes Telefon an die Leitung bekommen. Reißt das Gespräch ab, ist die Entführte verloren…
Die rasante Hetzjagd quer durch Los Angeles involviert dann noch die üblichen Bösewichter und einen spleenigen, aber aufgeweckten Polizisten. Dank des flotten Tempos fallen Logikfehler nicht sonderlich auf, durch einige gelungene Kniffe gelingt es durchaus, Spannung aufzubauen und über fast die gesamt Spieldauer von 90 Min. zu halten. Eigentlicher Star des Films ist dabei das Drehbuch, dessen clevere Konstruktion einen anständigen Thriller auf den Weg bringt. Keine schlechte Wahl gegen aufkommende Langeweile im (bisherigen) Anti-Sommer.

Jersey Girl

Der neue Film von Kevin Smith („Dogma“, „Clerks“) bringt wie schon „Gigli“ die unheilige Schauspieler-Combo Bennifer, will sagen Ben Affleck und Jennifer Lopez, auf die Leinwand. Allerdings ist Lopez` Auftritt recht kurz, denn kaum hat sie (im Film) ihrem Angetrauten Ollie (Affleck) eine Tochter geboren, da verabschiedet sie sich ins Jenseits. Der New Yorker Medienmanager Ollie steht nun, da er sich auch noch seine Karriere durch den Baby-Stress nachhaltig versaut hat, vor dem Nichts. Oder besser: in New Jersey, wo er im Haus seines bodenständigen Arbeiter-Dads sein Jersey Girl aufzieht. Bergauf geht es für ihn, als er die hübsche Studentin Maya (Liv Tyler) kennen lernt, doch dann packt ihn noch mal der Ehrgeiz. Ollie will sein Upper West Side-Leben zurück, gegen den Willen seiner Liebsten…
Das hier eine recht formelhafte Geschichte übers „zweite“ Erwachsenwerden erzählt wird, dürfte den werten Lesern bereits aufgefallen sein. Bleibt anzumerken, dass die Story ihre hellen Momente hat und die Darsteller sich mit dem Material offenbar recht wohl fühlten. Ben Affleck-Fan werde ich wohl trotzdem nicht mehr werden. Macht aber nichts, denn die zuweilen sehr gelungenen Gags und der zum Glück nicht überbordende Kitschfaktor machen „Jersey Girl“ zu einem gelungenen Familienfilm mit einer sympathischen Sicht auf die – Vorsicht, abgestandene Floskel! – kleinen Leute im Herzen Amerikas.

Bad Santa

Billy Bob Thornton gibt in diesem Film von Terry Zwigoff („Ghost World“) den abgewracktesten Weihnachtsmann, der je im Kino zu sehen war. Versoffen, unhöflich, kriminell – ein richtiger Goldjunge. In der Vorweihnachtszeit nimmt er mit seinem kleinwüchsigen Partner Einkaufszentren aus, um sich den Rest des Jahres mit der erbeuteten Kohle irgendwo zu erholen. Doch, wie könnte es anders sein, der zynische, gefühlsresistente Kerl läutert sich ein wenig. Verantwortlich dafür zeichnet unter anderem ein dicker Junge, dessen Einsamkeit sogar zum Misanthropen im Weihnachtsmannkostüm durchdringt. Und auch die süße Bardame, die ihn ins Herz geschlossen hat, ist an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig.
Wie man auf die Idee zu so einem Film kommen kann ist für mich nicht im Ansatz nachvollziehbar. Irgendwo zwischen Satire, finsterer Komödie und reiner Anarchie entfaltet sich hier ein so absurde wie unterhaltsame Handlung, die der glänzend aufgelegte Hauptdarsteller Thornton vor dem Auseinanderfallen bewahrt. Ohne Rücksicht auf Verluste lässt Zwigoff seinen ewig mies gelaunten Weihnachtsmann auf die Besucher amerikanischer Shopping-Malls los, für junge Familien mit sonnigem Gemüt DER Alptraum schlechthin. Fast am schönsten ist „Bad Santas“ Ausraster, als er sich in seiner Mittagspause von einer Mutter mit Kind belästigt fühlt. In gewisser Weise scheint mir der Film beinahe absichtlich sinnlos zu sein, empfehlen kann ich ihn trotzdem!

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