51st State

Samuel Jackson dreht seit „Pulp Fiction“ in einem beeindruckenden Tempo, doch bei der Auswahl seiner Rollen unterlaufen (auch) ihm beinharte Aussetzer. Ein solcher ist auch „51st State“. Jackson spielt einen Pharmakologen namens Elmo McElroy, der bereits kurz nach seinem Examen wegen Drogenkonsums die Arbeitserlaubnis verliert. Anno 2000 hat der Gute dann eine Droge entwickelt, die alles bisherige in den Schatten stellt, in punkto Rauschwirkung und überhaupt. Und die Zutaten sind allesamt legal! Elmo will die Formel für die Wunderdroge in L.A. für schlappe 20 Mio. Dollar an Gangster-Boss Gecko (Meat Loaf) verkaufen.Das läuft natürlich schief, Elmo flieht nach Liverpool, um seine Formel dort abzusetzen. Die Handlung involviert Robert Carlyle (den Bond-Bösewicht mit der Kugel im Schädel), der Elmo vom Flughafen abholt und ihn fortan begleitet, und eine von Gecko auf den Pharma-Gangster angesetzte Killerin, die mal mit dem Carlyle-Charakter liiert war. Der befindet sich im Derby-Fieber, denn Liverpool gegen Manchester United steht an, und er hat noch keine Karten. Es folgen die üblichen Schießereien und Wortgefechte. Doch was im Original vielleicht wenigstens mit ordentlich Wortwitz rüberkommt, ist im Deutschen ein völliger Fehlschlag. Der Film ist so trashig, daß es nicht überrascht, daß er sich am Kino vorbei direkt in die Videotheken geschlichen hat.

Der Plot ist wirr und langweilig, die zahlreichen Nebenhandlungen sind bestenfalls ertragbar, und das Ende ist purer Hohn. Das Drehbuch ist einfach große Scheiße, leider hat das niemand bemerkt, bevor der Film fertig war. Sicher waren es u.a. Guy Ritchies Filme (natürlich abgesehen von „Swept Away“), die diesen Streifen mehr als offensichtlich inspiriert haben. Nun, die waren erfolgreich, aber sie waren auch ungleich besser, und zwar in allen Belangen. Fest steht auch, daß Jackson ordentlich Asche verdient hat. Möglich, daß von seiner Zusage als Hauptdarsteller das ganze Projekt abhing. In dem Fall wäre es sehr clever vom guten Samuel gewesen, uns diesen Müll zu ersparen!

3/10

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