Passwort: Swordfish

Bei uns mit Verspätung ins Kino gekommen, lief „Swordfish“, so der Originaltitel, in den USA bereits vor dem 11. September 2001. John Travolta spielt darin Gabriel Shear, eine schillernde Figur der Unterwelt mit Verbindung zum Geheimdienst, dessen Monolog zu Beginn mit schlechten Hollywood-Filmen abrechnet. Shear plant einen gigantischen Coup, für den er noch einen Top-Hacker braucht. Seine Wahl fällt auf Stanley Jobson (Hugh Jackman), und so schickt er seine sexy Komplizin Ginger (Halle Berry), um diesen zu engagieren.

Aussteiger Jobson weigert sich zunächst, steigt dann aber doch in den undurchsichtigen Multi-Millionen-Raub ein. Nach Travoltas Monolog beginnt der Film mit dem zentralen Raubüberfall und überwältigender Action, um dann seine Geschichte chronologisch bis zu diesem Punkt zu erzählen. Dabei geht es vor allem um die Planung des Coups, aber auch über die Rolle von Ginger bei dem Ganzen und um Jobsons Wunsch, nach dem Raub seine Tochter von deren Mutter (einer Pornodarstellerin) zurück zu gewinnen. Gabriels Intentionen und seine wahren Pläne für den Überfall kommen ans Tageslicht, doch Jobson – der inzwischen realisiert hat, dass es sich nicht um einen reinen Diebstahl handelt – kann nicht mehr zurück.

Nach dem Überfall treten die Mitglieder der Bande eine wahrlich spektakuläre Flucht an, in der ein Bus sich auf eine etwas ungewöhnliche Weise von seinen Verfolgern zu befreien versucht. Als unterhaltsamer Actionfilm funktioniert „Passwort:Swordfish“ durchaus, auch wenn der einzige Held (Hacker Jobson) nur mäßig überzeugend und als Travoltas Gegenspieler ein wenig blass bleibt. Die große Schwäche ist jedoch die künstlich aufgebauschte Story. Zwar ist das Ganze einigermaßen spannend, doch kommt am Ende nicht so richtig raus, was genau sich eigentlich abgespielt hat – war es ein raffinierter Zug von Gabriel, um sich Feinde vom Hals zu schaffen und Geld zu erbeuten? Oder die reine Ausführung eines Regierungs- oder Geheimdienstauftrags? Und Gingers Verhalten macht auch wenig bis keinen Sinn, obwohl sie am Ende eindeutig auf einer Seite steht.In der Deutung der Geschehnisse ist durchaus Diskussionswürdiges zu entdecken, aber all das geht in einem oberflächlichen Actionfilm wie diesem unter.

Denn der Film will keine moralischen Fragen aufwerfen, sondern mit schillernder Action unterhalten und überzeugen. Nun ja, unterhalten tut er. Überzeugen nicht. Bleibt die Frage, was Regisseur und Drehbuchautor über das Geschehen zu sagen haben. Sollte ich was finden, wird es an dieser Stelle nachgereicht.

2/5

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